Lilium Jet: Münchner Startup sucht Dutzende Mitarbeiter mit Lust auf Senkrechtstart

Sie haben den visionären Lilium Jet in die Luft gebracht (von links): Daniel Wiegand (CEO), Sebastian Born (Head of Mechanics), Matthias Meiner (Head of Flight Control) und Patrick Nathen (Head of Aerodynamics), allesamt Absolventen der Technischen Universität München. Fotos: LiliumSie haben den visionären Lilium Jet in die Luft gebracht (von links): Daniel Wiegand (CEO), Sebastian Born (Head of Mechanics), Matthias Meiner (Head of Flight Control) und Patrick Nathen (Head of Aerodynamics), allesamt Absolventen der Technischen Universität München. Fotos: Lilium

„5 Minuten vor Starwars“

Wer täglich im Stau auf der A1 oder vor den Hamburger Elbbrücken steht, weil er als Pendler aus dem Umland in die Hansestadt fahren muss, der kann schon mal auf die Idee kommen, dass Fliegen als schnellere Variante der Fortbewegung auch keine schlechte Idee wäre. Sind dann noch die futuristisch-bunten Bilder von Starwars abgespeichert, auf denen sich der Personentransport wie selbstverständlich in verschiedenen Höhen zwischen den Häuserschluchten abspielt, dann spätestens leuchtet das Warnschild „Vorsicht Utopie“ auf. Tatsächlich steht die Uhr der technischen Entwicklung jedoch auf „5 Minuten vor Starwars“: Gleich mehrere Unternehmen und Gründer entwickeln und forschen mit Hochdruck an fliegenden Personentransportsystemen in Taxi-Größe. Zum Beispiel Daniel Wiegand, Sebastian Born, Matthias Meiner und Patrick Nathen, die 2015 in München das Startup Lilium Aviation ins Leben riefen und mittlerweile ihren Lilium Jet in die Luft gebracht haben. Ihre Mission: Jedermann soll jederzeit fliegen können – wohin er will.

36 Luftdüsen geben Schub

Die vier Gründer des vergleichsweise kleinen Senkrechtstarters, allesamt Anfang 30 und Absolventen der Technischen Universität München, sind visionär unterwegs: Der Lilium Jet ist im Leichtbau konstruiert, er hat eine Spannweite von zehn Metern und wird von 36 Impellern angetrieben – elektrisch! Die Düsen sitzen auf einer schwenkbaren Mechanik an den Flügeln – so wird der vertikale Einsatz möglich. Auf Flughöhe greifen dann normale Flugeigenschaften (Transition), ähnlich einem kompakten Motorsegler. Der Lilium Jet soll eine Reichweite von 300 Kilometern haben und 300 Stundenkilometer schnell fliegen. Da Start und Landung senkrecht erfolgen, braucht er lediglich eine Plattform. Das Prinzip des elektrischen Jet-Antriebs gepaart mit der VTOL-Technologie (Vertical take off and landing) und den Auftriebseigenschaften eines Flugzeugs ist nach Aussage der Gründer weltweit einmalig.

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Da das Thema in der Branche zurzeit äußerst „heiß“ ist, werden technische Details nur rudimentär veröffentlicht. Aber: Lilium sucht diverse Mitarbeiter, die an einem der vielleicht größten technischen Abenteuer der Gegenwart mitarbeiten wollen – Fachleute aus den Bereichen Elektrik, Mechanik und Flugzeugbau, aber auch Entwickler und Kaufleute. Im Hintergrund des Startups stehen unter anderem Investoren wie die in London ansässige Investmentgesellschaft Atomico und der chinesische Internet-Gigant Tencent. Mittlerweile stehen 100 Millionen Euro Kapital bereit. Ergebnis: Bereits im vorigen Jahr absolvierte der Prototyp, ein Zweisitzer, erfolgreich seinen Jungfernflug. Zurzeit entwickelt Lilium einen Fünfsitzer, der eines Tages wie ein Taxi auf bestimmten Strecken eingesetzt werden soll.

>> Web: www.lilium.com