Neues Geschäftsfeld: Die Carl Schütt Tischlerei stattet Arztpraxen aus

Der direkte Kontakt zwischen Medizin und Handwerk senkt die Kosten für neue Möbel – Gespräch mit Manfred Aberger

Möbel für Arztpraxen sind nicht selten komplexe Konstruktionen wie dieser Schrank, den Betriebsleiter Manfred Aberger hier zeigt (es fehlen noch die Fronten). Sie unterliegen auch einer Reihe von speziellen Vorschriften, die zu beachten sind. Foto: Wolfgang Becker

Wer Anfang der 1950er-Jahre zur Welt kam, seine Schullaufbahn mit dem Abitur und das anschließende Medizinstudium erfolgreich mit einem Dr. med abschloss und sich nach der Facharztphase niederließ, der zählt heute zu den Babyboomer-Ärzten, die am Ende ihrer beruflichen Laufbahn angekommen sind. Nicht selten stellt sich dann eine Frage: Kann ich meine Praxis so attraktiv gestalten, dass ein Nachfolger übernimmt? Und schon stehen die Signale auf Sanierung oder gar Neubau. Das ist ein Fall für Manfred Aberger, Betriebsleiter bei der Carl Schütt Tischlerei in Harburg. Er bestätigt: „Seit fünf Jahren sind wir verstärkt im Bereich der Praxisausstattung aktiv, vorzugsweise für Zahnärzte. Da hat sich ein neues Geschäftsfeld entwickelt.“

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Aberger und sein Team bauen in der modernen Tischlerei an der Stader Straße 274 (auf Höhe der BAB-Ausfahrt Heimfeld) nach Vorgabe der Innenarchitekten Empfangstresen, Schränke und sonstige Möblierungselemente. Das Besondere: Durch den direkten Kontakt zwischen Arzt und Tischlerei sparen die Auftraggeber im Vergleich zu den marktüblichen Kosten deutlich. Dem Unternehmen Carl Schütt ist es gelungen, in einen fast geschlossenen Markt einzusteigen, denn häufig übernehmen Praxisplaner die Gesamteinrichtung inklusive der Möblierung.

Hier gelten spezielle Vorschriften

Aberger: „Bei der Einrichtung von Arztpraxen gelten eine ganze Reihe spezieller Vorschriften. Allein das Aufstellen eines Zahnarztstuhles erfordert Spezialwissen, denn so ein Stuhl braucht Strom, Druckluft sowie Wasser- und Abwasserleitungen. Wird eine Praxis neu geplant, häufig mit mehreren Behandlungszimmern und Stühlen, erfordert das ein komplexe Planung durch Fachleute.“ Diese Spezialisten stellen die technischen Vorgaben sicher, Innenarchitekten schauen dagegen auf die Gestaltung – Farben, Formen, Stil.

Manfred Aberger: „Unsere Tischlerei ist unter anderem auf den Möbelbau spezialisiert. Wir bauen alles, was der Kunde wünscht.“ Ob matt oder hochglänzend beschichtet, Glasoberflächen in allen Farben – bei Carl Schütt entstehen funktionale Praxismöbel nach Maß und in allen erdenklichen Designs. Die Vorschriften werden natürlich beachtet. Aberger: „Zum Beispiel dürfen Ablageflächen keine überstehenden Kanten haben, damit sie hygienisch einwandfrei gereinigt werden können. Ein anderes Beispiel: In Arztpraxen werden nur medizinische Waschbecken ohne Überlauf verwendet, damit keine Keime nach außen dringen können.“ Der Wasserstrahl darf zudem nicht auf den Abfluss treffen, um zu verhindern, dass dort vorhandene Keime durch den Druck in einer Tröpfchenwolke aufgewirbelt werden. „Möbelbau für Arztpraxen ist schon speziell. Plötzlich reden da ganz Viele mit . . .“ sagt Aberger.

Durch Empfehlungen und Mund-zu-Mund-Propaganda ist die Zahl der Kunden aus diesem Bereich in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Sie stammen durchweg aus der Metropolregion Hamburg. Die Carl Schütt Tischlerei ist mittlerweile 116 Jahre alt und wurde damals zunächst als Zimmerei für das gleichnamige Bauunternehmen betrieben.

Die heute 15 Mitarbeiter arbeiten als Bau- und Möbeltischler. Die Tischlerei wird von Manfred Aberger und Andreas Bergmann geleitet, Geschäftsführer der Carl Schütt Unternehmensgruppe (Bautec, Tischlerei und Immobilien) ist Bernd Westermann. Eine eigene Ausstellung in dem Gebäude an der Stader Straße gibt Einblick auf das Leistungsspektrum und die Qualität. wb

>> Web: www.carl-schuett.de