Wirtschaftsförderung für Hamburg, die Bezirke und die Metropolregion

Dr. Ralf Strittmatter

Dr. Rolf Strittmatter hat in diesem Jahr die Geschäftsführung der HWF übernommen.
Ein Interview mit ihm lesen Sie in der März-Ausgabe von Business & People finden Sie hier.

30 Jahre HWF – Harburg nach wie vor im Fokus

Im 1. Juli 2015 feiert die HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH ihren 30. Geburtstag. In seiner berühmten Rede vom „Unternehmen Hamburg“ vor dem Überseeclub hatte der damalige Erste Bürgermeister Klaus von Dohnanyi 1983 unter anderem die Gründung einer privatwirtschaftlich organisierten Wirtschaftsförderung angeregt. Er wollte sicherstellen, dass Unternehmen in Hamburg mit ihren Anliegen auf Ansprechpartner trafen, die aus der Praxis kamen und die Sprache der Wirtschaft sprachen. Die Umsetzung übertrug er Wirtschaftssenator Volker Lange. Am  1. Juli 1985 nahm die HWF die Arbeit auf und hat seitdem auch in Harburg einige Spuren hinterlassen.

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Ganz vorn: Die Luftfahrt

Im Bezirk Harburg geht es aus HWF-Sicht vor allem um Bestandsentwicklung. Neuansiedlungen internationaler Unternehmen finden demnach eher in Flughafennähe statt, wie HWF-Sprecher Andreas Köpcke sagt. Dennoch: In keinem anderen Hamburger Bezirk wurden so viele Betriebe aus Industrie und verarbeitendem Gewerbe betreut wie in Harburg. Als wichtigste Branche wird hier die Luftfahrtindustrie genannt. Obwohl Airbus in Finkenwerder und damit im Bezirk Mitte zu Hause ist, strahlt der Flugzeugbauer weit in den Süden Hamburg uns über die Grenzen hinaus – zum Beispiel nach Buxtehude und Stade. In Harburg haben sich vor allem im Channel zahlreiche namhafte Zulieferer versammelt, darunter Namen wie Aircelle, Aeroconseil und das Deutsche Institut für Luft- und Raumfahrttechnik.

Seit ihrer Gründung 1985 hat sich die HWF in ihrer Ausrichtung immer den wechselnden Bedürfnissen der Unternehmen angepasst. Insbesondere war die HWF seit dem Jahr 1996 ein wesentlicher Akteur in der Clusterstrategie des Hamburger Senats. Die HWF war maßgeblich an der Gründung von hamburg@work (jetzt nextMedia) sowie den Clustern für Logistik und Luftfahrt beteiligt und ist mit ihnen bis heute räumlich verbunden. Auch die Initiative für Erneuerbare Energien und die Maritime Wirtschaft arbeiten in Bürogemeinschaft mit der HWF.

Das System der Wirtschaftsförderung in Deutschland unterteilt sich in kommunale, regionale und Landesorganisationen. Die HWF ist von allem etwas. Sie ist nominell eine reine Länderwirtschaftsförderungsgesellschaft, ist gemeinsam mit den Wirtschaftsbeauftragten der Bezirke auch kommunaler Wirtschaftsförderer und agiert im Rahmen der norddeutschen Zusammenarbeit auf regionaler Ebene. Die Geschäftsstelle des Wirtschaftsförderungsrats der Metropolregion Hamburg ist bei der HWF angesiedelt.

Durch die stetige Verknappung des städtischen Angebots an marktreifen Gewerbeflächen und Veränderungen bei den politischen Rahmenbedingungen für Neuansiedlungen hat sich die Arbeit der HWF insbesondere in den letzten Jahren verändert und es wurden Maßnahmen getroffen, um die HWF in die Lage zu versetzen, die Hamburger Wirtschaft weiterhin mit Gewerbeflächen zu versorgen. So soll das städtische Gewerbeflächenangebot für logistische Ansiedlungen mit der Erschließung des B-Plangebietes Neuland 23 in Harburg erweitert werden. Hier hat die HWF – erstmals in Kooperation mit der ReGe – zunächst eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für die Gesamtmaßnahme mit der Betrachtung unterschiedlicher Vermarktungsszenarien vorgelegt. Die Weiterführung des Projekts wurde zwischenzeitlich vom Strategischen Flächenmanagement beschlossen. Weitere Projektansätze zeichnen sich durch die Ent-wicklung des Hamburger Ostens und der Weiterentwicklung des Hamburger Südens ab. ak