Jetzt rollen die Bagger im Hanseviertel

Foto: Falcon Crest Air GmbHJahrhundertplanung à la Lüneburg: Das Hanseviertel aus der Luft. Jetzt wird die Bebauung des dritten und letzten Bauabschnittes vorangetrieben – gut zu erkennen an den freien Sandflächen und den ehemaligen Kasernengebäuden oben im Bild. || Foto: Falcon Crest Air GmbH

Hermann Struck (Sparkassen Hanse Immobilien GmbH) über eine Jahrhundertplanung auf der Zielgeraden.

So langsam wird der Platz knapp: Mit dem Hanseviertel III geht die Entwicklung des ehemaligen Kasernengeländes in Lüneburg derzeit auf die Zielgerade. Trotz Corona hat der dritte Entwicklungsabschnitt im vorigen Jahr die Baureife erreicht – keine Selbstverständlichkeit, wie Hermann Struck, Geschäftsführer der Sparkassen-Tochter Hanse Immobilien GmbH, im B&P-Gespräch betont. Mit der Bebauung des Areals endet eine Jahrhundertplanung, mehr Platz ist auf der Konversionsfläche nicht vorhanden. Zunächst rollen jedoch die Bagger an, jetzt beginnt die Realisierung zahlreicher Bauvorhaben von Investoren und Unternehmen, die im Hanseviertel III Flächen gekauft haben.

Struck: „Mittlerweile ist dieser Bauabschnitt voll erschlossen. Wir haben die Ver- und Entsorgungsinfrastruktur hergestellt und Bau­straßen angelegt – die werden ihr Finish erst bekommen, wenn die Bautätigkeit abgeschlossen ist. Das ist zwar etwas aufwendiger, aber wir halten das für besser.“ Bereits vor knapp zwei Jahren zeichnete sich ab, dass auch der dritte Bauabschnitt ein voller Erfolg werden würde. Eineinhalb Jahre und einen Lockdown später sind 60 Prozent der Fläche verkauft, der Rest ist reserviert und geht in den nächsten Monaten ins Eigentum der Interessenten über. Hermann Struck rechnet nicht damit, dass noch jemand abspringen wird: „Wir sind zwar noch in einigen Verhandlungen, haben aber durchweg grünes Licht – das heißt: Aus Reservierungen werden dann Käufe.“

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Konkret geht es im dritten Abschnitt des neuen Lüneburger Stadtteils um insgesamt 13 Hektar: etwa 50 000 Quadratmeter Nettobauland im reinen Wohngebiet,
30 000 Quadratmeter Mischgebiet und 50 000 Quadratmeter Gewerbefläche. Struck: „Wir haben hier Gespräche mit vielen vor Ort dynamisch gewachsenen Unternehmen. So haben die IT-Spezialisten von Werum
12 000 Quadratmeter erworben, die web-netz GmbH (Online-Marketing) ist mit 5000 Quadratmetern dabei. Es freut uns natürlich sehr, dass sich diese Firmen für unseren Standort entschieden haben und in Lüneburg bleiben. Damit bildet sich ein IT-Schwerpunkt heraus. Wir haben aber ebenfalls die klassischen mittelständischen und regionalen Unternehmen am Start.“ Einzelne Käufer sind bereits in der Bauphase angelangt – das Hanseviertel III nimmt damit konkrete Formen an und verbindet Arbeiten und Wohnen im besten Sinnne. Eines gibt jedoch zu denken: „Die Nachfrage war enorm. Wir hätten auch die doppelte Fläche vergeben können. Die großen Vorteile sind die zentrale Lage, die Nähe zur Universität, die dadurch besseren Chancen bei der Mitarbeitergewinnung und die Campus-Atmosphäre, die sich hier entwickeln wird. Das alles hat absolut hohen Stellenwert. Wer neu baut, will dies nicht mehr irgendwo auf der grünen Wiese umsetzen, sondern möglichst zentral.“

Es geht um die letzten 13 Hektar

Eine Besonderheit bietet das Hanseviertel III im Bereich des Mischgebietes, denn dort stehen einige Bestandsgebäude mit Kasernen-Vergangenheit, die aktuell umgebaut werden. Sie erinnern an alte Zeiten, als Lüneburg noch stark von Bundeswehreinheiten dominiert wurde. Der Schwerpunkt liegt im Bereich Wohnen – das gilt auch für die Altgebäude. Insgesamt werden im Hanseviertel III etwa 700 Wohneinheiten entstehen, darunter 80 im Segment „bezahlbares Wohnen“ sowie 130 öffentlich geförderte Wohnungen.

Sechs Baugemeinschaften am Start

Das reine Wohngebiet im Bereich der Bleckeder Landstraße ist stark nachgefragt – 55 Prozent der Grundstücke sind verkauft, für 45 Prozent liegen Reservierungen vor. Hermann Struck: „Wir haben darunter sogar sechs Baugruppen, die professionell begleitet werden.“ In Hamburg spricht man eher von Baugemeinschaften, so wie auch die IBA Hamburg sie in ihren Wohngebieten anbietet. Gemeint sind in beiden Fällen Gruppen von Menschen, die sich zusammentun, um gemeinsam ein Wohnprojekt umzusetzen. Wenn im Hanseviertel III gleich sechs solcher Gemeinschaften antreten, ist das bemerkenswert, denn nicht selten scheitern die hehren Gemeinschaftspläne bereits in der Planungsphase. Struck: „Deshalb gibt es hier professionelle externe Unterstützung.“

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Kurz: Bereits jetzt ist absehbar, dass aus den Plänen für den dritten Bauabschnitt in wenigen Jahren Realität werden wird. wb

>> Web: https://www.sparkassen-
hanse-immobilien.de/