Brexit: Hamburgs Behörden sind vorbereitet

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Zunächst keine unmittelbaren Auswirkungen erwartet.

Das Vereinigte Königreich tritt heute aus der Europäischen Union aus. Dieser formale Akt wird für Hamburg zunächst keine unmittelbaren Auswirkungen haben. Ab jetzt beginnen Verhandlungen, die das künftige Verhältnis zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich regeln.

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Hierzu erklärt der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Peter Tschentscher:

„Hamburg wird auch weiterhin ein gutes Verhältnis zu Großbritannien haben. Als Hafen- und Handelsmetropole ist das Vereinigte Königreich in Fragen des freien Welthandels ein wichtiger Partner. Nach dem Brexit brauchen wir eine gute Grundlage, um auch in Zukunft unsere wirtschaftlichen und europäischen Interessen gemeinsam mit dem Vereinigten Königreich geltend zu machen. Dafür muss das künftige Abkommen einen tragfähigen Rahmen schaffen.“

Seit 2018 stellt sich die Hamburger Verwaltung unter Leitung der Brexit-Koordinierungsstelle der Senatskanzlei systematisch auf den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU ein. In Senat und Bürgerschaft wurden alle notwendigen Anpassungen im Landesrecht vorgenommen. Die Behörden helfen Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen bei der Bewältigung möglicher Folgen des Brexit. Sie werden auch in Zukunft für eine möglichst reibungslose Ein- und Ausfuhr der britischen Waren sorgen und unterstützen die in Hamburg lebenden Britinnen und Briten unbürokratisch bei der Beantragung eines Aufenthaltstitels.

Die Brexit-Koordinierungsstelle der Senatskanzlei wird die Verhandlungen über die künftigen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich begleiten, Hamburger Anliegen einbringen und die Bürgerinnen und Bürger weiter über den Brexit informieren. Sie ist zu erreichen unter: Brexit-Koordinierungsstelle Hamburg, Senatskanzlei, Staatsamt, Hermannstraße 15, 20095 Hamburg

Telefon: 040  42831 1477, E-Mail: brexit@sk.hamburg.de.

Hintergrundinformationen zu den Beziehungen zwischen Großbritannien und Hamburg:

Derzeit leben rund 3100 Britinnen und Briten in Hamburg. Hinzu kommen rund 1.500 britische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die seit dem Referendum eingebürgert wurden. Rund 330 Personen mit britischer Staatsangehörigkeit haben einen Einbürgerungsantrag in Bearbeitung. 117 Britinnen und Briten studieren an Hamburger Hochschulen. Hamburg verzeichnete 2018 354.000 Übernachtungen von britischen Touristinnen und Touristen.

Hamburg importierte 2018 Waren im Wert von 2,3 Mrd. Euro aus dem Vereinigten Königreich (Position 6 im Ranking der wichtigsten Hamburger Einfuhrländer) und lieferte Waren im Wert von 4,2 Mrd. Euro (Position 3 im Ranking der wichtigsten Hamburger Ausfuhrländer). Hamburgs wichtigste Einfuhrgüter aus dem Vereinigten Königreich sind Luftfahrzeugteile sowie Erdöl und Erdgas. Hamburgs wichtigste Ausfuhrgüter sind ebenfalls Luftfahrzeugteile.

Der Seegüterumschlag mit dem Vereinigten Königreich belief sich 2018 auf 3,8 Mio. Tonnen (2 Prozent des gesamten Hamburger Seegüterumschlags). Der Containerumschlag betrug in den ersten drei Quartalen 2019 137.000 TEU (Position 14 im Ranking der wichtigsten Partnerländer des Hamburger Hafens im Containerumschlag).

Knapp 1000 Hamburger Firmen sind am Wirtschaftsverkehr mit dem Vereinigten Königreich beteiligt, davon sind 162 Unternehmen mit einem Vertretungsbüro, einer Niederlassung, einem Joint Venture oder einer Produktionsstätte permanent vor Ort vertreten.

Weitere Informationen finden Sie unter www.hamburg.de/brexit