Konjunkturklimaindex wirkt sich auf Reise- und Gastrobranche aus

Foto: pixelioDie Geschäftslage in der Reisewirtschaft wurde zurückhaltend bewertet || Foto: pixelio

Stimmung im Tourismus wechselhaft wie das Sommerwetter

Die Stimmung in der norddeutschen Tourismusbranche folgt dem wechselhaften Wettertrend in diesem Sommer. Während das Gastgewerbe angesichts des Sommerhimmels gut gelaunt ist, zeigt sich die Reisewirtschaft eher zurückhaltend. Das hat die jüngste Branchen-Befragung der Industrie- und Handelskammern in den fünf norddeutschen Bundesländern ergeben. Währen der touristische Konjunkturklimaindex im Gastgewerbe im Vergleich zu 2018 um mehr als 12 auf 132,7 Punkte wuchs, fiel das Barometer in der Reisewirtschaft um mehr als 30 Punkte auf 102,6 Punkte.

Die deutlich zurückhaltende Bewertung der Geschäftslage in der Reisewirtschaft im Vergleich zum Vorjahr erklärt sich durch die wachsenden Herausforderungen an die Branche, etwa in Bezug auf Digitalisierung, Bürokratie, Fachkräftemangel, wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen sowie Energie- und Rohstoffpreise.

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„Die Anforderungen nehmen zu. So birgt der digitale Veränderungsprozess nicht nur Chancen, sondern bereitet den Betrieben der Reisewirtschaft durchaus auch Sorgen – vor allem den Reisebüros. Zudem schafft unnötige Bürokratie Unsicherheit und einen erhöhten Arbeitsaufwand“,

stellt Friederike C. Kühn, Vorsitzende der IHK Nord, fest.

„Norddeutschlands Attraktivität als Reisedestination steigt immer weiter“,

so Kühn. Das zeige sich auch in der guten Stimmungslage des Gastgewerbes. Allerdings stelle das Wachstum die Branche auch vor neue Aufgaben. Der Fachkräftemangel bremse Hoteliers und Gastronomen vielfach aus. Ob das neue Fachkräftezuwanderungsgesetz des Bundes mit seinen hohen Anforderungen an mitgebrachte Qualifikationen der Branche dient, bleibt abzuwarten. Politik und Betriebe seien weiterhin gefragt, die Attraktivität für Fachkräfte sowohl bei den Rahmenbedingungen als auch in den Betrieben selbst weiter zu erhöhen.

Gleichzeitig steigen die Ansprüche der Gäste, die immer reiseerfahrener werden und Angebote online intensiver vergleichen. Die touristischen Unternehmer müssen ihr Angebot entsprechend anpassen und modernisieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Häufig ist dies nur über eine Fremdfinanzierung möglich. In der Saisonumfrage lässt sich allerdings ablesen, dass nur knapp einem Drittel der befragten gastgewerblichen Betriebe und mehr als einem Viertel der Befragten der Reisewirtschaft ein guter Zugang zu Fremdfinanzierungen gegeben war.

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