Innerstädtische Flächenknappheit in der Logistik

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Infrastrukturelle Chance für Hamburgs Umland

Von Jaime Gietzen

Wohnraumengpässe in weiten Teilen Hamburgs sind seit Jahren ein viel diskutiertes Thema. Parallel dazu hat sich auch für das Logistikgewerbe eine Angebotsknappheit bei Lagerhallen und vergleichbaren Objekten vor allem in zentrumsnahen Lagen entwickelt. Die gute Erreichbarkeit und hervorragende Infrastruktur beliebter Standorte wie Billbrook und dem Hafenbezirk stehen branchenübergreifend hoch im Kurs, die Kapazitäten dieser Stadtteile sind längst ausgelastet. Dabei wächst die Nachfrage – getrieben vor allem durch Konjunktur und Online-Handel – weiter an, und kann bei weitem nicht mehr allein durch Angebote der zentrumsnahen Gewerbelagen bedient werden. Logistikunternehmen müssen bei der Wahl ihrer Niederlassung immer häufiger strategische Kompromisse eingehen: Im Dialog mit unseren Kunden stelle ich regelmäßig fest, dass sich dieser Balanceakt aus Verfügbarkeit, Preis und geographisch-struktureller Verortung zunehmend herausfordernd gestaltet.

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In diesem Zusammenhang rückt Hamburgs Umland in den Fokus von Gewerbetreibenden. Wenngleich infrastrukturell schwächer aufgestellt und für Mitarbeiter und Warentransport aufwändiger zu erreichen, ist die Auswahl gut ausgestatteter und verschieden großer Logistikimmobilien zu besseren Konditionen hier meist kein Problem. Meiner Meinung nach liegt die Zukunft einer weiterhin stabilen und produktiven Logistik in diesen Außenlagen: Umso mehr Unternehmen sich für eine Niederlassung im Hamburger Umland entscheiden, desto attraktiver wird die Peripherie aus ökonomischer Perspektive. Weitere infrastrukturelle Ausbaumaßnahmen und eine rege Neubaudynamik vorausgesetzt, können hier attraktive Wirtschaftsstandorte entstehen, die eine zukunftsorientierte Alternative zum überlasteten Zentrum darstellen. Wie eine solche Entwicklung vorangetrieben werden kann, zeigen die Beispiele Airbus und Diehl Comfort Modules. Beide Großunternehmen entschieden sich 2018 trotz Distanz zur Hamburger Innenstadt für die Anmietung von Gewerbeimmobilien in Wenzendorf beziehungsweise Bad Oldesloe und verlagerten auf diese Weise Arbeitsplätze und wirtschaftliche Triebkraft in die Außenlagen der Hansestadt. Ziehen weitere Unternehmen nach, profitiert langfristig die gesamte Metropolregion Hamburg von einer strukturellen Dezentralisierung und sich abkühlenden Marktlage – Vorteile, die sich in der Performance der gesamten Region niederschlagen, von verringerter Lärmbelastung bis hin zu kürzeren Paketlieferzeiten.

Jaime Gietzen ist seit 2018 auszubildender Immobilienkaufmann bei Engel & Völkers Commercial Hamburg und dank seines hervorragenden Marktverständnisses, insbesondere für den Hamburger Osten, bereits von Beginn an in die Beratung unserer Kunden involviert. Auch der Kontakt mit internationalen Unternehmen mit Expansionsziel Hamburg gehört zum Kompetenzbereich von Herrn Gietzen, dessen Arbeitsweise sich vor allem durch die Erarbeitung alternativ-kreativer Konzepte für
Logistikimmobilien auszeichnet. Seine innovativen Herangehensweisen unterstützen unser Team maßgeblich dabei, den Anforderungen gegenwärtiger und zukünftiger Marktentwicklungen zu entsprechen, was angesichts der global-digitalen Transformation von höchstem Wert für uns ist.