Übernahme sichert Zukunft der Bleihütte

Fotos: Heilscher/Zinkhütte, KühnemuthDie Nordenhamer Blei- und Zinkhütten rücken 18 Jahre nach der Trennung wieder zusammen. Die Unternehmen gehören nun beide zum Glencore-Konzern. || Fotos: Heilscher/Zinkhütte, Kühnemuth

Glencore-Konzern führt insolventes Unternehmen mit Nordenhamer Zinkhütte zusammen.

Von Christoph Heilscher

„Mit dem Abschluss dieser Transaktion festigen wir unsere zukünftige Investition in den Standort Nordenham“, sagt Nick Popovic, Leiter der Blei- und Zinksparte bei Glencore. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Gemeinsam werden wir das Potenzial von Glencore Nordenham erschließen und sicherstellen, dass das Unternehmen an der Spitze des europäischen Blei- und Zinkmarktes bleibt.“

Der neue Eigentümer Glencore sichert zu, alle rund 300 Arbeitsplätze für mindestens drei Jahre zu erhalten und plant zusätzlich umfassende Investitionen in den Standort: Mit rund 25 Millionen Euro sollen der Umweltschutz und die Sicherheit verbessert und die ehemalige Bleihütte zu einem modernen Metall-Unternehmen umgebaut werden. „Ich danke allen Beteiligten und Partnern, die zum erfolgreichen Gelingen dieser Übernahme beigetragen haben“, sagt Koen Demesmaeker, Standortleiter bei Glencore Nordenham.

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Projekte für besseren Umweltschutz

„Mit der jetzt schon spürbaren Unterstützung von Glencore werden wir uns neu aufstellen und in allen Bereichen besser werden“, sagt Nordenham-Metall-Geschäftsführer Dr. Ulrich Kerney. Erste Projekte für einen verbesserten Umweltschutz sind bereits vorbereitet. Mit dem Closing laufen auch die ersten Integrationsprojekte mit den Kolleginnen und Kollegen von der Zinkhütte an. „Wir haben durch die unmittelbare Nachbarschaft zur Nordenhamer Zinkhütte große Vorteile für unseren Neustart im Glencore-Konzern. Der Austausch ist bereits in der Closing-Phase sehr intensiv gewesen“, betont Ulrich Kerney.

Glencore hat für die Zukunft des Standorts ein Konzept entwickelt, das die weitgehende Integration beider Unternehmen zu einem leistungsfähigen Produktionsstandort für Zink- und Blei vorsieht. Für den langjährigen Nordenhamer Zinkhütte-Geschäftsführer Rainer Wahlers ist das eine große Chance für beide Unternehmen: „Wir werden alles tun, damit die beiden Betriebe möglichst schnell zusammenwachsen.“

Auch die Umweltsituation im Umfeld des Werks soll in Zukunft immer weiter verbessert werden. Zu diesem Zweck hat Glencore sich gemeinsam mit dem Land Niedersachsen und dem Landkreis Wesermarsch auf eine Studie verständigt. Über einen Zeitraum von rund zwölf Monaten erfolgen regelmäßige Umweltmessungen. Auch Boden, Luft und Wasser in der Umgebung des Werks sollen permanent kontrolliert werden. Darüber hinaus wird der neue Eigentümer einen Grünen Sanierungsfonds einrichten und mit zehn Millionen Euro ausstatten. Das Geld soll dazu genutzt werden, behördlich angeordnete Sanierungen auszuführen, deren Ursachen aus einer Zeit vor der Übernahme durch Glencore stammen.

Glencore übernimmt auch die Zuständigkeit für die Deponien. Darüber hinaus hat sich der Konzern mit den von der Bleibelastung betroffenen Bauern im Umfeld der Hütten verständigt und will diesen helfen, die Schwermetallverfügbarkeit für die Pflanzen – beispielsweise durch Kalkung – zu reduzieren.

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