Homeoffice? Bleiben Sie im Gespräch!

Wiebke Krohn ist beim Arbeitgeberverband Lüneburg-Nordostniedersachsen für Arbeitgeberberatung und Personalentwicklung zuständig. Foto: AV Lüneburg

Kolumne vom Arbeitgeberverband Lüneburg-Nordostniedersachsen

Mobiles Arbeiten aus dem Home­office stellt Arbeitnehmer wie Führungskräfte vor Herausforderungen. Der Arbeitgeberverband Lüneburg-Nordostniedersachsen gibt Empfehlungen, wie in Zeiten von Social Distancing die Nähe zu den Mitarbeitern und Kollegen gehalten werden kann.

Anstatt sich in der Cafeteria oder im Konferenzraum zu begegnen, sitzen Beschäftigte nun in den eigenen vier Wänden, führen Dienstgespräche zwischen Waschmaschine und Kindern und vermissen den Austausch mit den Kollegen. Gerade die Bedeutung von Tür- und Angel-Gesprächen werde häufig unterschätzt, weiß Wiebke Krohn, zuständig für Arbeitgeberberatung und Personalentwicklung beim Arbeitgeberverband Lüneburg-Nord­ostniedersachsen. Sie dienen dazu, auf kurzem Wege Fragen zu klären, Ideen auszutauschen, Feedback zu geben. Wer derzeit im Homeoffice arbeitet, mag da schon einmal mit dem Gefühl sozialer Isolation zu kämpfen haben. „Mobiles Arbeiten braucht Übung“, so Krohn. Dazu zählt es auch, neben den offiziellen Teammeetings eine Kommunikationskultur mit den Kollegen zu etablieren. „Rufen Sie spontan an, um zu fragen, wie es geht. Tauschen Sie ein ‚Lebenszeichen‘ via WhatsApp, ein ‚Kopf hoch‘ per Chat oder ein Bild vom Nachwuchs per Facebook Messenger als Alternative zum Plausch auf dem Flur aus“, rät die Personalberaterin. Eine Kommunikation über die digitalen Medien vermag den persönlichen Kontakt zwar nicht zu ersetzen, sie kann jedoch in Zeiten von Social Distancing maßgeblich zur Aufrechterhaltung des Team-Gedankens beitragen.

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Führen auf Distanz ist Vertrauenssache

Auch Personalverantwortliche und Führungskräfte absolvieren derzeit einen Intensivkurs in Sachen Führen auf Distanz. „Ist der persönliche Kontakt zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber eingeschränkt, ist eine veränderte Art der Führung notwendig“, so Wiebke Krohn. „Klare Strukturen, eine effektive Gesprächsführung und zielführende Kommunikation gewinnen jetzt zusätzlich an Bedeutung.“ Bei einer Kommunikation, die ausschließlich im virtuellen Raum stattfinde, laufe man Gefahr, sich vor allem über sachbezogene Themen auszutauschen. Anerkennung, ein konstruktives Feedback, das Vermitteln von Vertrauen blieben dabei auf der Strecke. In einem Zweier-Telefonat oder im Videochat sollten Vorgesetzte echtes Interesse zeigen: Wie geht es dem Mitarbeiter, was beschäftigt ihn? Wie fühlt er sich im Home-Office? „Signalisieren Sie Wertschätzung für das, was er/ sie derzeit leistet, und erkennen Sie die Selbstverantwortung und Eigeninitiative an. Gerade in Krisenzeiten kann ein zusätzliches Dankeschön dazu beitragen, das Gefühl von Kontrolle ab- und Vertrauen aufzubauen“, empfiehlt Krohn. „Ermutigen Sie Ihren Mitarbeiter aktiv zum Reden, fragen Sie nach, bleiben Sie aufmerksam.“ Das Ziel eines Mitarbeitergespräches sollte es sein, Erwartungen zu benennen, Fragen zu klären und Aufgaben exakt zu definieren. Hat das Team aus dem Homeoffice ein gutes Ergebnis erreicht? Dann sollte dieser Erfolg trotz der räumlichen Distanz bei der nächsten Videokonferenz gefeiert werden. „Senden Sie das Signal ‚Diese Krise meistern wir gemeinsam!‘“

Web: https://arbeitgeberverbandlueneburg.de/