Mütter in Führungs positionen? Das geht!

Dr. Annika Steinbrink

Dr. Annika Steinbrink

Business & Health

KOLUMNE Von DR. MED. ANNIKA STEINBRINK, Chefärztin der Abteilung für Kinderchirurgie

Seit geraumer Zeit wird sowohl in der Politik als auch in der Wirtschaft über Frauen in Führungspositionen diskutiert – sogar von einer Frauenquote ist manchmal die Rede. Eine Diskussion, die sich durch alle Branchen und Industriezweige zieht. Allen voran sticht aber das Gesundheitswesen hervor: Denn Medizin ist weiblich. Zumindest zu einem Großteil. Zwei Drittel der Studienabgänger sind mittlerweile Frauen. Daher sollten wir nicht nur über Frauen in Führungspositionen sprechen, sondern auch über Mütter.

Damit sich der Mangel an Ärzten nicht weiter verschärft, sollten Unternehmen und Vorgesetzte au

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f die sich ändernde Geschlechtsstruktur im Ärzteberuf reagieren. Ich bin seit 2015 Chefärztin für Kinderchirurgie in der Helios Mariahilf Klinik Hamburg, ich habe selbst zwei Kinder im Alter von vier und elf Jahren. Mein Medizinstudium beendete ich im Jahr 2001. Schon damals wusste ich, dass ich gerne als Ärztin in einem Krankenhaus arbeiten möchte – und dass ich eines Tages auch eine eigene Familie haben möchte.

Work Life Balance

Sicherlich war es vor einigen Jahren für viele Frauen noch eine größere Herausforderung, Karriere und Familie unter einen Hut zu bekommen. Heute hat sich da aber einiges geändert. Und schließlich fordern heutzutage nicht nur Mütter eine bessere Work-Life-Balance – auch Väter machen vermehrt Gebrauch von Elternzeit oder reduzieren ihre Arbeitszeit. Damit unterstützen sie nicht nur ihr eigenes Bedürfnis nach Familie, sondern auch die Karriereziele ihrer Ehefrauen. Für meinen damaligen Chef schien meine erste Schwangerschaft eine schwere Enttäuschung zu sein. Mir wurde klar, dass ich nie wieder sein „bestes Pferd im Stall“ sein würde. Seit ich Chefärztin bin, versuche ich, mich an dieses Gefühl zu erinnern und gegenteilig zu handeln. Denn: Erfolg im Beruf und eine glückliche Familie bedingen einander!

Bereits mit einfachen Maßnahmen und kleinen strukturellen Veränderungen können Unternehmen vielen Ärztinnen den Spagat zwischen Karriere und Familie einfacher machen. Denn eine gute Chefärztin und eine gute Mutter zu sein, schließt sich keineswegs aus. Mit flexiblen Arbeitszeitmodellen oder verbesserten Möglichkeiten zur Kinderbetreuung reagieren bereits heute schon viele Unternehmen auf diese Entwicklung. Das ist auch bei Helios angekommen. Mein Job macht mir Spaß und ich bin froh, dass ich mich nicht zwischen Karriere und Familie entscheiden musste.