Flächenknappheit durch Onlinehandel eröffnet neue Potenziale für Hamburger Logistik

Foto: E&VAnton Hansen, Engel & Völkers || Foto: E&V

Immobilien im Fokus – Kolumne von Anton Hansen, ENGEL & VÖLKERS COMMERCIAL

Der Megatrend Digitalisierung sorgt auch am Hamburger Immobilienmarkt für einschneidende Veränderungen: Jährlich verzeichnet der Onlinehandel ein Umsatzwachstum von bis zu 20 Prozent. Private Einkäufe werden zunehmend nicht mehr nur vom heimischen Computer, sondern auch via Smartphone oder Tablet getätigt und die Produkte werden dem Kunden bis vor die Haustür geliefert.

Aus diesem Grund ist in den letzten Jahren ein signifikanter Anstieg des Flächenbedarfs an Logistikimmobilien in Hamburg entstanden – immer größere Warenmengen müssen zwischengelagert, sortiert und umgeschlagen werden. Die Folge: Im Raum Hamburg ist die Flächenknappheit am Logistikimmobilienmarkt inzwischen Realität.

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Meiner Meinung nach sind innovative Handlungsansätze gefragt, die durch nachhaltige Ressourcennutzung und durchdachte Gebäudekonzepte eine höhere Qualität im Objektstandard gewährleisten, um die Attraktivität Hamburgs als Gewerbe- und Logistikstandort zu wahren und den Standort zukunftsfähig zu machen. Die aktuelle Marktlage zeigt, dass der Anreiz zur Umsetzung solcher Ideen nicht nur für die Unternehmen selbst besteht, auch für Investoren sind Logistikflächen und Lagerhallen durch den Nachfrageüberhang in Hamburg längst zur beliebten Assetklasse geworden. Ambitionierte Neubauprojekte erweisen sich aufgrund der Angebotsknappheit oft auch in dezentralen Lagen als rentabel und sind, je nach kalkuliertem Aktionsradius, in unterschiedlichen Dimensionen realisierbar.

Ein aktuelles Beispiel ist der Speditions- und Logistikdienstleister Hermes: Mit seinem neuen Verteilerzentrum im Herzen von Hamburg-Billbrook zeigt sich, wie die urbane Logistik von morgen funktionieren kann. Auf rund 50 000 Quadratmetern können dank steigender Kapazitäten und moderner Gebäudetechnik ab April pro Tag bis zu 250 000 Pakete umgeschlagen werden. Der nachhaltige Transport gehört ebenfalls zum Zukunftskonzept des Anbieters: 1500 Fahrzeuge mit Elektromotor werden das Hamburger Stadtgebiet beliefern. Auch bei der Energieversorgung denkt das Unternehmen wegweisend: Die Fahrzeug-Akkus werden an insgesamt 40 Ladestationen auf dem Gelände des Verteilerzentrums aufgeladen.

Ich denke, dass Konzepte wie diese auch in den kommenden Jahrzehnten eine funktionierende Hamburger Logistik gewährleisten, die sich nicht zuletzt in der gesamtkonjunkturellen Entwicklung der Hansestadt positiv niederschlagen wird.

Anton Hansen ist bei Engel & Völkers Commercial Hamburg als Bereichsleiter für Industrie- und Logistikimmobilien verantwortlich. Überregionale Markt­erfahrungen an den Standorten Hamburg und Berlin sowie seine umfassenden Kenntnisse aus seiner vorangegangen Tätigkeit im Bereich Projektconsulting erlauben ihm eine ganzheitliche Perspektive auf die Entwicklungen der Logistikbranche. Ausgehend von den ihm bestens vertrauten Ansprüchen und Bedürfnissen mittelständischer Unternehmen ist der Immobilienökonom Experte für strategische Gewerbeimmobilienkonzepte und Zukunftsszenarien am Hamburger Markt für Logistikimmobilien.

Fragen an den Autor? HamburgCommercial@engelvoelkers.com oder unter 0 40/36 88 100.

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