Kolumne Business & Health – Wenn Stress Bauchschmerzen verursacht

Dr. Christopher Wenck

Von Dr. med. Christopher Wenck, Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Ärztlicher Direktor, Helios Mariahilf Klinik Hamburg

Bauchweh, Übelkeit, Unwohlsein: Viele kennen es, wenn Stress zur Ursache für Magenschmerzen wird. Unser hektischer Arbeitsalltag kann sich schnell auf unseren Körper auswirken. Denn was in unserer Psyche vor sich geht, betrifft nicht nur unser Gehirn. Stress und Anspannung können der Auslöser für Beschwerden im ganzen Körper sein. Davon bleibt auch die Verdauung nicht verschont.

Eine bevorstehende Prüfung, ein Bewerbungsgespräch oder ein Abgabetermin: Stress hat viele individuelle Ursachen. Der Körper reagiert auf solche Stresssituationen, indem er Stresshormone freisetzt. Die Atmung wird beschleunigt, das Herz schlägt schneller, Muskeln werden angespannt. Die Energiereserven, die Herz, Lunge und Muskeln dazu benötigen, holt sich der Körper aus dem Magen-Darm-Trakt. Doch unsere Verdauung kostet eine Menge Energie: Und wenn diese nicht da ist, wo sie gebraucht wird, funktioniert sie nicht mehr richtig. Der Magen streikt, der Bauch tut weh. Im Extremfall will der Magen die Nahrungsreste schnell loswerden: Erbrechen und Übelkeit sind die Folgen.

Lieber kleine Mahlzeiten …

Es gibt Wege, den Magenbeschwerden vorzubeugen: Zum Beispiel durch die Ernährung. Fett, Eiweiß und Ballaststoffe werden in der Regel besonders langsam verdaut, das wird problematisch, wenn der Körper sie schnell loswerden möchte. Wer also bei Stress viele, kleine Mahlzeiten mit wenig Fett und Ballaststoffen zu sich nimmt, tut seinem Magen einen Gefallen. Betroffene sollten aber auch überlegen, wie sie das Stressniveau runterregulieren können. Ständig unter Strom zu stehen, bedeutet auch permanenten Stress für den Körper. Das lässt sich in unserem hektischen Alltag natürlich nicht von heute auf morgen umsetzen. Der Tagesrhythmus und langjährige Gewohnheiten lassen sich oftmals nur mit viel Mühe und Zeit verändern. Manchmal können auch Entspannungsübungen wie Yoga oder Meditation Abhilfe schaffen.

Da Magenschmerzen in der Bevölkerung eine weit verbreitete Beschwerde sind, sind viele Betroffene unsicher, ab wann sie ärztlichen Rat aufsuchen sollten. Hinweise auf eine ernstzunehmende Erkrankung des Magen-Darm-Traktes können beispielsweise eine ungewollte Gewichtsabnahme, Schmerzen beim Essen, das Gefühl, das Essen „bleibe stecken“ oder auch Blut im Stuhl sein.

In vielen Fällen kann durch eine ärztliche Untersuchung sowie einen Ultraschall schon die Ursache gefunden und erfolgreich behandelt werden. Doch soweit muss es gar nicht erst kommen: Ignorieren Sie die Signale Ihres Körpers nicht, suchen Sie bei Fragen ärztlichen Rat auf und zu guter Letzt: Vermeiden Sie unnötigen Stress – Ihr Bauch wird es Ihnen danken.