„paydirekt“ ist die deutsche Antwort auf PayPal & Co.

Sparkassen und Banken bringen neues Online-Bezahlsystem an den Start – Gespräch mit Cord Köster von der Sparkasse Harburg-Buxtehude.

Cord Köster ist Marktbereichsdirektor bei der Sparkasse Harburg-Buxtehude. In seine Zuständigkeit fällt auch das Thema „paydirekt“. Foto: Sparkasse Harburg-Buxtehude

Cord Köster ist Marktbereichsdirektor bei der Sparkasse Harburg-Buxtehude. In seine Zuständigkeit fällt auch das Thema „paydirekt“. Foto: Sparkasse Harburg-Buxtehude

Der Online-Handel nimmt immer größere Ausmaße an – wie selbstverständlich werden Schuhe und Klamotten im Internet „anprobiert“ und natürlich auch online bezahlt. Entsprechende Dienste à la PayPal & Co. sorgen für den Geldtransfer und wachsen parallel zu den Handelsaktivitäten von Amazon, Ebay und zahllosen Online-Shops zu selbstständigen fast Bank-ähnlichen Finanzdienstleistern heran. Kurz: Das Geschäft entwickelt sich vom klassischen Geldinstitut hin zu den Online-Geld-Transfer-Anbietern. Diesem Trend wollen die deutschen Geldhäuser stoppen und machen dazu gemeinsame Sache, wie Cord Köster sagt, Marktbereichsdirektor für das Firmenkundengeschäft der Sparkasse Harburg-Buxtehude. Seit Mai ist der neue kostenlose Bezahlservice „paydirekt“ online.


Geld zurück, wenn die Lieferung ausbleibt

„Die Bankenlandschaft war in diesem Bereich lange Zeit untätig, doch 2015 haben sich die Banken, die Sparkassen und die Genossenschaftsbanken darauf verständigt, mit ‚paydirekt‘ einen eigenen Dienst auf den Markt zu bringen“, erläutert Köster. „Wir haben da ein sehr gutes und marktreifes System an den Start gebracht, das hohen Käuferschutz bietet. Unter anderem bieten wir einen Geld-zurück-Service, wenn der Lieferant die bestellte Ware nach 30 Tagen nicht geliefert hat und der Kunde ungeduldig wird.“

Die Zielsetzung der bislang etablierten Bezahlsysteme, die in der Regel ebenfalls kostenlos sind, hält Köster für durchsichtig: „Am Ende geht es immer darum, an die Daten von Nutzern heranzukommen und Werbung zu platzieren.“ Dabei dürfe nicht außer Acht gelassen werden, dass diese Dienste zumeist im Ausland beheimatet sind. Köster: „PayPal sitzt beispielsweise in den USA. Mit ‚paydirekt‘ wollen wir den Bezahlservice komplett im Land halten. Wir setzen dabei auf das Vertrauen unserer Kunden. Und bieten sogar einen Regulierungs-Pool an.“

Die Herausforderung: eBay und Amazon

Bundesweit haben bislang 350 Online- Shops „paydirekt“ als Zahlungsmedium akzeptiert. Die Partnerbanken und die Sparkassen haben vereinbart, dass jedes Institut für sich systematisch die online-affinen Geschäftskunden einbindet, um auf die deutsche Antwort auf PayPal und Co. aufmerksam zu machen. Köster: „Das System ist natürlich nur interessant, wenn möglichst viele Kunden mitmachen. Es muss uns gelingen, mit ‚paydirekt‘ in die Vorschlagsleiste der Onlineshops zu kommen. Daran arbeiten wir gemeinsam. Dabei ist Sicherheit unser oberstes Gebot – die Daten verlassen das System nicht. Das sind wir als regionale Sparkasse unseren Kunden schuldig.“ „paydirekt“ ist keine gesonderte Dienstleistung, sondern eine Zusatzfunktion des Girokontos, das natürlich vorhanden sein muss.

Ob es gelingt, beispielsweise bei den Marktführern Amazon und eBay gelistet zu werden, muss sich allerdings erst noch erweisen. Köster: „Das wird eine große Herausforderung. Wer bei Amazon erscheinen möchte, braucht schon mal ein Konto in England. Aber der deutsche Markt hat Macht, wenn er gemeinsame Sache macht.“ Immerhin 50 Millionen Kunden haben in Deutschland ein Girokonto bei einer Sparkasse oder Bank, die das neue System anbietet. Sie können Online-Zahlungen künftig direkt über die vertraute Hausbank abwickeln. wb

Anmelden können sich Online-Shopper in drei einfachen Schritten unter
www.paydirekt.de