So geht Panorama

Jaffee12-PanoramaDas ist mal ein Ausblick: Das Panoramafoto kann schon einen großen Winkel abbilden, aber nicht einmal die Technik schafft es, den ge­samten Horizont einzufangen. Hier fehlt am linken Rand die Stadtentwick­lungsbehörde.

Jaffe 12 auf der Zielgeraden – Gewerbehof in Wilhelmsburg setzt neue Maßstäbe – Puhst-Zentrale kehrt zur Keimzelle zurück.

Anleger

Der Anleger mit dem Ponton: Lars Meyer freut sich, dass bereits die ersten Boote festgemacht haben.

Ein strahlend blauer Himmel, ein paar schneeweiße Schönwetterwölkchen, am Horizont die Stadtentwicklungsbehörde, das Kraftwerk Moorburg, Containerbrücken im Hafen, der Wilhelmsburger Energiespeicher, die Köhlbrandbrücke, die Elbphilharmonie und der Hamburger Fernsehturm – mehr Panorama geht kaum. Jedenfalls nicht von einem festen Standort aus. Der Ort, an dem dies optisch möglich ist, heißt Jaffe 12 und befindet sich in der Jaffestraße im Wilhelmsburger Gewerbegebiet. Hier steht das Neubauprojekt der Hans E.H. Puhst GmbH & Co. KG kurz vor der Vollendung. Bauherr und Puhst-Geschäftsführer Lars Meyer machte mit B&P einen Rundgang durch den ambitionierten Neubau, der auf der Elbinsel einen neuen Standard setzen könnte.


Die Gesetzeslage ist zwar kompliziert, aber wenn es künftig in der Hansestadt Hamburg möglich sein soll, Arbeiten und Wohnen unter einem Dach zu vereinigen, dann hier. Jaffe 12 bietet die große Chance, das zu realisieren, was von Politikern gern gefordert, von den Gesetzbüchern aber nur schwerlich möglich gemacht wird. Das Konzept vereint Produktion, Büro und Ateliers miteinander. Die beiden Gebäuderiegel „Dock 1“ und „Dock 2“ sind über eine Treppen-Brückenkonstruktion miteinander verbunden. In dem Zwischenraum werden Grünflächen angelegt. Die Boulebahn ist fast fertig und führt direkt auf die Treppenanlage und den Ponton am Jaffe-Davids-Kanal zu. Der rostige Cortenstahl der aufwändigen Fassaden-Konstruktion sorgt für ein besonderes Ambiente und fasst von oben betrachtet die begrünten Dächer ein – ein kontrastreiches Paar aus Industrie und Natur.

Hansekai – Die neue Eventgastronomie

P9090543Während in den oberen Stockwerken noch die Trockenbauer und Dachdecker im Einsatz sind, haben die ersten Mieter bereits ihre Räume bezogen. Jaffe 12 beherbergt bereits das Unternehmen Hectas (Facilitymanagement, Mattenreinigung, 700 Quadratmeter), den Raumduft- und Parfüm-Hersteller Linari (Lager, Vertrieb, Verwaltung, 1000 Quadratmeter) und das Unternehmen KSC Kraftwerks-Service Cottbus (Werkstatt und Verwaltung, 450 Quadratmeter). Die Bäckerei Sul (350 Quadratmeter) ist dabei, sich einzurichten. Ein weiterer Mieter wird unter dem Namen „Hansekai“ auf einer 150 Quadratmeter großen Fläche (50 Sitzplätze) hochwertige Eventgastronomie anbieten und dazu auch die Außenterrasse am Kanal nutzen. Zum Angebot zählen außer dem Tagesgeschäft mit Frühstück und Mittagstisch (auf Wunsch mit Lieferservice) auch internes und externes Catering sowie die Vermietung von Tagungsräumen.

Interesse? Es sind noch Flächen vorhanden

Im Oktober will Meyer den eigenen Firmensitz von Seevetal nach Wilhelmsburg verlegen und damit an den Ursprungsort der Puhst-Geschichte zurückkehren. Rund 13 Millionen Euro hat das Unternehmen, das mehrere Gewerbehöfe betreibt, in den Standort investiert und ein Konzept vorgelegt, das allemal IBA-Standard erfüllt. Die neue Puhst-Zentrale (220 Quadratmeter) wird auf der obersten Etage vom „Dock 2” eingerichtet und bietet den eingangs beschriebenen gigantischen Panorama-Blick, der allerdings auch von den darunter liegenden Etagen aus genossen werden kann. Trotz der bereits guten Belegung ist noch Fläche vorhanden: „Wir haben noch 3000 Quadratmeter anzubieten“, sagt Lars Meyer. „Und wir können sogar 800 Quadratmeter am Stück vermieten.“ Die kleinsten Einheiten liegen bei knapp 100 Quadratmetern. Die Mieten: ab 10,50 Euro netto pro Quadratmeter.

Das Konzept sieht auch Raum für Designer, Künstler und anderweitig Kreative vor. Dazu können in den oberen Stockwerken Ateliers eingerichtet werden. Im Oktober wird Lars Meyer ein Musteratelier vorstellen – komplett eingerichtet als Mischform für Wohnen und Arbeiten.

Besonderen Reiz hat der Standort durch seine direkte Anbindung ans Wasser. Auf dem Jaffe-Davids-Kanal herrscht eine fast friedliche Stimmung. Der Anleger kann mit dem Kanu erreicht werden – was bereits genutzt wird. Beim Vor-Ort-Termin liegen drei kleine Boote im Wasser. Sie stammen von Mietern des historischen Puhst-Hofes, was den Bauherren freut: „Der Ponton wird bereits genutzt.“ wb

Web: www.jaffe12.de