Klare Linie für die Bremer Domsheide gesucht

Verwirrend: An der Domsheide treffen Bus- und Straßenbahnlinien, Fußgänger, Radfahrer und Autos zusammen. Der Verkehrsknoten soll nun entwirrt werden.

Die Domsheide ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte in der Bremer City. Jetzt wollen die Verkehrsplaner das Knäuel entwirren.

Zu Füßen des Doms und der „Glocke“ ist es den ganzen Tag voll. An den beiden Haltestellen treffen sich sieben Bus- und Straßenbahnlinien; rund 13.000 Fahrgäste steigen hier täglich um oder aus. Dazu kommen jede Menge Fußgänger und Radfahrer; in Teilbereichen mischen sich noch Pkw und der Lieferverkehr für die Geschäfte in der Fußgängerzone ins Geschehen. Abgesehen davon, dass die teilweise chaotischen Verhältnisse wie ein Riegel die Verbindung der Innenstadt zum Viertel zu blockieren scheinen, entsprechen die Haltestellen längst nicht mehr den Notwendigkeiten – sie sind nicht barrierefrei. Seit Jahren versuchen die Verkehrsplaner der Stadt Bremen, diesen Knoten neu zu ordnen. Jetzt scheinen sie einen Schritt weitergekommen zu sein.

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Neue Gestaltung des Platzes

Aus insgesamt 14 verschiedenen Varianten für eine neue Gestaltung des Platzes haben sie nach einer eingehenden Bürgerbeteiligung zwei Planungen in die engere Wahl genommen. Sie unterscheiden sich in Nuancen – letztlich geht es um die Position der beiden zentralen Bahnsteige, die für den barrierefreien Zugang zu Bus und Bahn erforderlich sind. Neben der Barrierefreiheit können beide Varianten nach Überzeugung der Planer die wesentlichen Probleme an der Domsheide lösen. Unter anderem sehen sie vor, dass Busse und Bahnen künftig auf der gleichen Trasse und nicht mehr nebeneinander herfahren – das schafft Platz für Radfahrer und Fußgänger.

Umbau für 2022 vorgesehen

Grundsätzlich hoffen die Planer, auch das Problem der Lärmbelästigung und vor allem der Erschütterungen in den benachbarten Gebäuden lösen zu können. Sie prüfen derzeit eine technische Lösung, bei der die Verkehrswege von Bus und Bahn gewissermaßen auf Federn gelagert werden. Ob das klappt, soll in verschiedenen Praxis-Versuchen vor Ort getestet werden. Der Umbau der Domsheide ist für 2022 vorgesehen.