AGA Unternehmensverband legt Studie vor

So schätzen Unternehmer die Zukunft des mobilen Arbeitens ein

Die Arbeitswelt hat sich Corona-bedingt in den vergangenen Monaten deutlich verändert. Büro-Präsenz wurde abgebaut, mobiles Arbeiten dynamisch ausgebaut. Und auch in Zukunft stehen viele Veränderungen an. Das unterstreicht eine aktuelle Studie des AGA Unternehmensverbandes, der dafür seine 3 500 Mitglieder aus Groß- und Außenhandel sowie unternehmensnahen Dienstleistungen befragt hat. Hier einige Zahlen über die Befragten aus Hamburg und Niedersachsen.

„Bislang basieren die meisten Einschätzungen zum mobilen Arbeiten auf den Angaben der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unternehmen. Wir haben jetzt ausschließlich die Unternehmerinnen und Unternehmer befragt. Bei kleinen und mittleren Hamburger Unternehmen zeigt sich, dass mobiles Arbeiten auf die Mitarbeiterzufriedenheit einzahlt und Familie und Beruf besser zu vereinbaren sind. Viele Unternehmen finden kreative Lösungen, die auf Ihre Arbeitgebermarke einzahlen. Es gibt aber nicht nur Vorteile: Die Führung des Unternehmens wird erschwert, weil Konflikte im Team nicht immer ausreichend geklärt werden können oder Abstimmungsprozesse durch den fehlenden persönlichen Austausch kompliziert werden“, sagt AGA-Hauptgeschäftsführer Volker Tschirch. Hier müssten neue Kompetenzen geschult und gelernt werden. „Im Mittelstand wird außerhalb von Pandemie-Zeiten der persönliche Austausch nicht vollständig digital stattfinden, weil wir in der realen Wirtschaft andere Bedürfnisse haben”, so Tschirch.

Ausgewählte Hamburger Ergebnisse im Einzelnen

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  • 82 Prozent der Unternehmen sind überzeugt, dass die Zufriedenheit von Beschäftigten durch mobiles Arbeiten erhöht wird.
  • 82 Prozent sehen Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch mobiles Arbeiten erleichtert.
  • 77 Prozent der Unternehmer beobachten einen positiven Digitalisierungsschub durch mobiles
    Arbeiten.
  • 34 Prozent der Unternehmer sehen eine höhere Effizienz durch mobiles Arbeiten, 60 Prozent können dies nicht bestätigen.
  • 96 Prozent der Unternehmer beklagen, dass der persönliche Austausch fehlt.
  • 82 Prozent sehen bei mobilem Arbeiten die
    Konfliktlösung im Team erschwert.
  • 68 Prozent erkennen Abstimmungsschwierigkeiten durch mobiles Arbeiten.
  • 75 Prozent beobachten, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Familie/Privates abgelenkt werden.

Ausgewählte Ergebnisse aus Niedersachsen im Einzelnen

  • 63 Prozent der Unternehmen sind überzeugt, dass die Zufriedenheit von Beschäftigten durch mobiles Arbeiten erhöht wird.
  • 82 Prozent sehen Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch mobiles Arbeiten erleichtert.
  • 84 Prozent der Unternehmer beobachten einen positiven Digitalisierungsschub durch mobiles
    Arbeiten.
  • 42 Prozent der Unternehmer sehen eine höhere Effizienz durch Mobiles Arbeiten, 55 Prozent können dies nicht bestätigen.
  • 95 Prozent der Unternehmer beklagen, dass der persönliche Austausch fehlt.
  • 71 Prozent sehen bei mobilem Arbeiten die Konfliktlösung im Team erschwert.
  • 71 Prozent erkennen Abstimmungsschwierigkeiten durch mobiles Arbeiten.
  • 71 Prozent beobachten, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Familie/Privates abgelenkt werden.

Die Zukunft des Arbeitens in beiden Ländern

Die AGA-Umfrage belegt, dass die Arbeitswelt sich in Zukunft vielfältig verändern wird: Rund ein Drittel der Unternehmen möchte das jetzt erreichte Niveau des mobilen Arbeitens beibehalten, gut ein Drittel werden aber auf das Vor-Corona-Niveau zurückfahren.„Fast jedes zehnte Unternehmen will die Möglichkeiten für mobiles Arbeiten sogar erweitern”, berichtet Tschirch.