„Wo Management draufsteht, ist auch Management drin“

Professoren-Gespräch: PFH-Vizepräsident Joachim Ahrens lehrt am PFH Hansecampus in Stade Wirtschaftswissenschaften und den „Blick über den Tellerrand“

Joachim Ahrens (54), hier vor Studenten am PFH Hansecampus Stade, studierte Wirtschafts- und Politikwissenschaften. Dem Abschluss als Diplom-Volkswirt folgten die Promotion und Habilitation am Volkswirtschaftlichen Seminar der Universität Göttingen. Nach Forschungsaufenthalten an der Harvard University, der Hoover Institution/Stanford University und der University of California/ Berkeley sowie einer Tätigkeit bei der Asiatischen Entwicklungsbank in Manila nahm Ahrens einen Ruf an die European Business School an. Seit März 2006 ist er Professor für internationale Wirtschaft an der PFH Göttingen, seit 2015 Vizepräsident für Studium und Internationales. Foto: Wolfgang Becker

Er ist Volkswirt, verfasste in der 90er-Jahren seine Promotion über die Wirtschafts­transformation in Russland, beschrieb in seiner Habilitation die Rolle des Staates für die wirtschaftliche Entwicklung, ist Vizepräsident für Studium und Internationales der PFH Private Hochschule Göttingen und während der Semester zweimal in der Woche als Dozent in Stade: Prof. Dr. Joachim Ahrens. Die wissenschaftlichen Themen machen deutlich, dass er einen besonderen Blick auf die Schnittstelle zwischen Politik und Wirtschaft hat. Das spüren auch seine Studenten: „Ich versuche, sie für den Blick über den Tellerrand zu sensibilisieren.“

Die Vita des 54-Jährigen belegt, dass er selbst den Blick über den Tellerrand immer gesucht hat. In Stade lehrt Joachim Ahrens Wirtschaftswissenschaften. „Das kann man im Prinzip ja überall studieren“, sagt er, nicht ohne darauf zu verweisen, dass BWL in Stade auch in einem dualen Ansatz mit Partnerunternehmen angeboten wird. Hier geht es zwar auch um Theorie, aber die PFH steht für einen unmittelbaren Praxisbezug. Viele Studierende sind bereits in einem Unternehmen angestellt und werden an der PFH auf spätere Führungsaufgaben vorbereitet.

Ahrens: „Etwa die Hälfte unserer Studierenden haben eine direkte Anbindung in die Wirtschaft. Die Unternehmenspartner zahlen das Studium, der Student arbeitet dort in den Semesterferien – zumeist wird individuell ausgehandelt, dass der Absolvent dem Unternehmen später noch eine Zeit lang zur Verfügung steht. So wird für den eigenen Nachwuchs gesorgt. Auch Semesterarbeiten und Praxisprojekte im Rahmen des Studiums befassen sich in der Regel mit konkreten Themen aus den Unternehmen.“

Immer offene Türen

Wer Management/BWL an der PFH in Stade studiert, wird angenehme Überraschungen erleben: Volle Hörsäle gibt es dort nicht. Ahrens: „Wir arbeiten immer in Kleingruppen mit zehn bis 20 Personen. Alle Hochschullehrer kennen ihre Studierenden mit Namen. Und wir haben immer offene Türen.“ Skype-Kontakte oder die Möglichkeit einer Videokonferenz können an den Tagen genutzt werden, an denen Ahrens nicht in Stade sein kann. „So stehen wir ständig miteinander in Kontakt“, sagt er. Enge Betreuung und Coaching seien Teil des PFH-Konzeptes.

Der BWL-Studiengang heißt hier General Management. Ahrens: „Und wo Management draufsteht, ist auch Management drin. Über ein reines BWL-Studium hinaus erwerben PFH-Studierende zusätzliche wichtige Kompetenzen. Unsere Studenten sind es gewöhnt, schon in der Praxisphase relativ schnell Verantwortung in den Unternehmen zu übernehmen.“ Themen wie Konfliktlösung, Teambuilding, Verhandlungsführung, Präsentations- und Diskussionstechniken gehören zum PFH-Programm dazu, finden sich aber in einem klassischen BWL-Studium oft nicht. Dazu kommen Sprachtrainings in Englisch und Spanisch. Praxisansätze bietet die PFH in Hülle und Fülle: Zu den Partnern zählen bundesweit rund 500 Unternehmen, die Studenten fördern, die nicht dual studieren, also keinen Heimatbetrieb mitbringen. Darüber hinaus arbeitet die PFH weltweit mit 40 Partnerhochschulen zusammen, und etwa jeder dritte Student absolviert ein Auslandssemester. Stader Studenten zog es dabei bereits nach Japan, Spanien, Großbritannien, Taiwan und Indien.

Wer in Stade Management/BWL studieren möchte, kann hier in drei Jahren den Bachelor-Abschluss machen. Wer seinen Master dranhängen möchte, kann dies in Göttingen in drei praxisorientierten Semestern (18 Monaten) tun oder einen internationalen Abschluss mit der PFH erwerben. Ahrens: „An der PFH bieten wir ein Intensivstudium an. Auch für die Praxisphasen, etwa fünf Monate pro Jahr, gibt es Credits. Das heißt auch: Wer seinen Bachelor macht, hat bereits ein Jahr Praxiserfahrung. Das wird von der Wirtschaft honoriert. 99 Prozent unserer Master-Absolventen haben binnen weniger Wochen einen guten Job. Tatsächlich können viele PFH-Studenten schon vor dem Abschluss einen Arbeitsvertrag vorweisen.“

Ehrenamt wird erwartet

Eine Besonderheit bietet die PFH im 3. BWL-Semester an. Ahrens: „Dann findet ein konkretes Unternehmensberatungsprojekt statt. Ziel ist es, eine unabhängige Expertise für Unternehmen zu erarbeiten. Wer da richtig einsteigt, erlebt quasi eine Turbophase in seiner persönlichen Entwicklung.“ Und noch etwas ist ungewöhnlich: „Wir erwarten, dass sich unsere Studierenden ehrenamtlich engagieren. Das dokumentieren wir auch. Diejenigen, die das ernstnehmen, profitieren davon sehr. Auch dies dient der Persönlichkeitsentwicklung.“

Das Studium an der PFH kostet 700 Euro im Monat. Im Bereich der privaten Hochschulen ist das ein Platz im Mittelfeld, im internationalen Vergleich ist das Studium preiswert, wie Ahrens sagt. Für duale Studenten zahlt der Arbeitgeber. Studenten, die ihr Studium aus eigener Tasche finanzieren müssen, können Bafög beantragen oder sich um Stipendien bewerben. Die Hochschule berät Studieninteressierte dabei allgemein und besonders bezüglich ihres eigenen Niedersachsen-Stipendiums und der Chancen, welche ein Deutschland-Stipendium gerade auch für Stader Studenten bietet. Die PFH bietet darüber hinaus eine Job-Garantie. Ahrens: „Wer neun Monate nach dem Masterstudium keinen Job hat, bekommt 20 Prozent der Studiengebühr erstattet. Dass so ein Fall eintritt, ist allerdings die absolute Ausnahme.“ Und: Der Einstieg ist ohne Risiko. Wer nach drei Monaten aussteigt, weil das Studium nichts für ihn ist, der zahlt nichts. Ahrens: „Wir wollen zufriedene Studierende!“ Daher liegt die Abbrecherquote bei unter fünf Prozent. Die Absolventen finden sich in allen möglichen Branchen wieder – und üben oft Führungsverantwortung aus, wie Ahrens sagt. wb

Web: www.pfh.de