Blick nach vorn: So prägt HC Hagemann den Hamburger Süden

Hamburg Innovation Port HIP

Investor Arne Weber über seine Hotel-Pläne, den Hamburg Innovation Port und eine maritime Idee: eine Fährverbindung zwischen dem Channel und den Landungsbrücken

Die Liste der Projekte, die Arne Weber als Entwickler und Investor unter dem Dach der HC Hagemann Gruppe umgesetzt hat, ist lang und bietet im 150. Jahr Stoff für eine umfangreiche Firmenchronik. Beim Blick zurück fallen ihm zwar zahllose Anekdoten ein, aber Arne Weber wäre nicht Arne Weber, wenn sein Blick nicht nach vorn gerichtet wäre. Zwei Projekte stehen dabei direkt im Fokus: Der Bau des Hamburg Innovation Port (HIP), zugleich das größte und umfangreichste Investment, und die Planung des größten Hotels der Hansestadt Hamburg – mit 600 Zimmern mitten im Harburger Binnenhafen.

Anzeige

Hamburg Innovation Port HIP: Mit 6000 Quadratmetern Nutzfläche ist der erste Bauabschnitt – „HIP one“ – mittlerweile in der konkreten Ausbauphase. Das Gebäude an der Blohmstraße im Harburger Binnenhafen lässt erahnen, welche Dimension das Projekt insgesamt haben wird: „Im zweiten Bauabschnitt ‚HIP two‘ werden weitere 20 000 Quadratmeter gebaut. Die Gesamtfläche des Hamburg Innovation Port liegt bei 60 000 bis 70 000 Quadratmetern. Das ist fast noch einmal so viel wie der gesamte Channel“, sagt Weber und ordnet das Projekt auch gleich ein: „Das ist ein absolutes Highlight, das ich als Investor gemacht habe.“ Der HIP ist das größte Einzel- Projekt – und es steht in Harburg.

Doch bevor die Vision an der Blohmstraße in vollem Umfang Realität wird, sind noch einige Hürden zu nehmen, wie Weber betont: „Wir gehen Schritt für Schritt und sind mit Vorsicht unterwegs. Erst wenn wir Verträge mit Mietern haben, geht es weiter mit dem nächsten Bauabschnitt.“ Der Hamburg Innovation Port wurde bislang immer in einem Atemzug mit der Technischen Universität Hamburg genannt, die ihre Studentenzahl um etwa 25 Prozent auf 10 000 steigern will. Die Wachstumsinitiative der TUHH ist vielfach kommuniziert, aber der Entscheidungsprozess ist komplex und manchmal auch langwierig. Arne Weber: „Der HIP soll ja nicht nur von der TUHH genutzt werden, sondern zu gleichen Teilen auch von Wirtschaftsunternehmen, die in das Uni-Umfeld passen. Hier soll es um Technologie von morgen gehen. Deshalb: Wir brauchen Mieter, um die nächsten Schritte zu gehen.“

HIP Hotel Hamburg: Im HIP-Konzept war ursprünglich auch der Bau eines Hotels an der Blohmstraße vorgesehen. Hier hat Weber jetzt umgeplant und im vorigen Jahr mit der Ankündigung, das größte Hotel der Hansestadt in Harburg bauen zu wollen, für Aufsehen gesorgt. Das Gebäude wurde örtlich um wenige 100 Meter versetzt, erfüllt jedoch im Verbund mit dem Innovationszentrum auch den Zweck eines Kongress- und Business- Hotels. Im Vorfeld der Expo Real, bei der das Hotel vorgestellt wurde, gab es bereits skeptische Stimmen, aber davon lässt sich der Investor und Unternehmer Weber nicht beirren: „Die Hotel-Planung läuft. Wir sitzen alle zwei, drei Wochen zusammen, und auch der Oberbaudirektor hat schon grünes Licht gegeben. Die entscheidende Frage ist diese: Wird es uns gelingen, den Binnenhafen mit einer Fährverbindung an die Hamburger City anzuschließen? Und zwar mit einer Schnellfähre für Business-Kunden, die vom Anleger Dampfschiffsweg ganz schnell an den Landungsbrücken sind. Und mit einer eher touristischen Linie, die Tagesgäste durch den Binnenhafen über die Süderelbe bis direkt an die Elbphilharmonie bringt.“
Arne Weber hält den Standort für ein 600-Zimmer-Hotel zwar eher für eine C-Lage, aber er hat einen entscheidenden Trumpf mit maritimer Note: „Wir liegen hier drei Minuten von der Autobahn entfernt. Mit der Fähre ist der Hamburg-Besucher sehr komfortabel und schnell in der Elphi oder in Musical-Nähe. Besser kann eine Anreise in Hamburg doch gar nicht sein.“ Die Schwell-Problematik bei schnellen Fähren soll durch Doppelrumpffähren gelöst werden – hilfreich könnte die Entwicklung eines Schiffs ohne Schwell sein, das dann beispielsweise auf der Strecke in den Probebetrieb gehen könnte. Start für den Fähr-Testbetrieb könnte laut Weber bereits 2020 sein.

Weber weiter: „Der Hamburg-Tourist bleibt im Durchschnitt 1,7 Tage. Deshalb haben wir uns überlegt, was jemand braucht, der nur so kurz in der Stadt ist. Wir denken das Thema Hotel komplett neu.“ Das Projekt sei auf sehr niedriger Basis kalkuliert – einfache Bauweise sowie eine einfache, aber „gekonnte“ Fassade. Das Grundstück am Veritaskai gehört Weber und ist für eine Hochhausbebauung vorgesehen. Hier sollte einst der „Channel X“ entstehen. Jetzt liegt die Bauvoranfrage für das Hotel im Bezirksamt. Arne Weber: „Am Ende wird ein Design-Hotel dabei herauskommen.“

Diese beiden Projekte erzählen viel über den Unternehmer Arne Weber, der zwar viele Ecken und Kanten hat, seinen Wohnort Harburg aber in vielerlei Weise beflügelt haben dürfte. Die jüngere Geschichte von HC Hagemann ist deshalb auch ein Stück Stadtgeschichte. Als Begründer des Channels hat Arne Weber die Basis für ein modernes maritimes Quartier gelegt und es geschafft, auf einem Haufen Schrott ein städtebauliches Kleinod zu formen, auf das durchaus auch „die Hamburger“ wohlwollend schauen. Die „kleine Hafen-City“, mitgeprägt durch die IBA-Aktivitäten bis 2013 und das Engagement weiterer Investoren, ist am Ende das respektable Ergebnis eines ausgeprägten Unternehmertums, denn eines hat Arne Weber nie verschwiegen: „Ich will Geschäfte machen.“