Dank für 27 Jahre: Wirtschaftsverein ernennt Jochen Winand zum Ehrenvorsitzenden

Da war es passiert: Jochen Winand ist der erste Ehrenvorsitzende des Wirtschaftsvereins für den Hamburger Süden. Der Vorstand applaudierte: Martin Mahn (von links), Franziska Wedemann, Udo Stein und der Vorsitzende Arnold G. Mergell (rechts). Foto: Wolfgang Becker

Wäre es nach ihm gegangen, hätte es diese Veranstaltung gar nicht gegeben: Nachdem Jochen Winand 27 Jahre als Vorstandsvorsitzender die Geschicke des Wirtschaftsvereins für den Hamburger Süden bestimmt hat und mittlerweile den Vorsitz im Beirat übernommen hat, ist er jetzt von den Mitgliedern und dem Vorstand einstimmig zum „ersten und einzigen Ehrenvorsitzenden“ gewählt worden, so der Vorsitzende Arnold G. Mergell. Damit wurde der gebürtige Rheinländer für sein langjähriges Engagement und seinen Dauereinsatz für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Harburg in besonderer Weise vor etwa 200 Gästen und Mitglidern im Harburger Hotel Lindtner geehrt. Anschließend gab es Standing Ovations für den Mann, der aus dem honorigen Club für Industrielle eine engagierte und diskussionsfreudige Institution im Hamburger Süden gemacht hat, die „weit über Harburg hinaus in die ganze Metropolregion Hamburg ausstrahlt“, wie Wirtschaftssenator Frank Horch in seiner Rede sagte. Der Wirtschaftsverein hat 230 Mitgliedsunternehmen mit insgesamt rund 40 000 Mitarbeitern.

Ursprünglich hatte Winand jede Form der öffentlichen Ehrung oder gar Verabschiedung abgelehnt, am Ende konnte sich der Vorstand jedoch mit seinem Ansinnen durchsetzen. Mit einem eher humorvollen Programm im Lindtner-Saal wurden ein paar Stationen in der Wirtschaftsvereins-Vita Winands gestreift. Nach einer guten Stunde hatte der Beiratsvorsitzende dann alles gut überstanden – kurz: ein gelungener Abend, der eine angemessene Form fand, die 27 Jahre an der Spitze des Vereins und die Unterstützung durch Winands Ehefrau Astrid zu würdigen.

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Eines wurde an diesem Abend aber auch deutlich: Das war kein Abschied! Denn Jochen Winand, der die Ehrung „überrascht, erfreut und schockiert“ entgegennahm, will sich auch künftig im Beirat für Harburg starkmachen. Als „Teamplayer“, so Mergell, habe es Winand verstanden, den Verein neu zu formen und sogar auch manche Idee nicht umgesetzt. Mergell: „Wir haben gespürt, dass hier ein Team bei der Arbeit war.“ Horch dankte aus Hamburger, Harburger und Senatssicht für das langjährige Engagement. Beide, Horch und Winand, haben mehrere Jahrzehnte gemeinsamer Wegstrecke hinter sind. Der Wirtschaftssenator hob auch die Winand-Initiative hervor, an deren Ende mit der Gründung der Süderelbe AG „ein Vorzeigeprojekt der bilateralen Zusammenarbeit zwischen Hamburg und Niedersachsen“ entstanden war. Jochen Winand habe sich erhebliche Verdienste um die Entwicklung Harburgs vom Industrie- zum Innovationsstandort erworben.

Mit einer launigen „Reise durch Harburg“, dargestellt von den Schauspielern Johannes Kirchberg und Frank Roder (Das Schiff), erlebten die Gäste eine „etwas andere“ Monatsveranstaltung der Wirtschaftsvereins.

Von Wolfgang Becker