„Das ist gelebte Metropolregion“

Das offizielle Foto nach dem offiziellen Teil des Jubiläums- Abschlussempfanges: Andreas Sommer, Sonja Hausmann, Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt, Rainer Rempe, Landrat des Landkreises Harburg und Verwaltungsratsvorsitzender, sowie Hausherr Matthias Weiß, Regionaldirektor und Leiter des BeratungsCenters Buxtehude

Abschlussempfang 175 Jahre Sparkasse Harburg-Buxtehude: Durchstarten mit einer jungen Führungsmannschaft – Rückblick und Ausblick in der Keimzelle

Entspannt, fast familiär und mit einem letzten Blick auf die bewegte Geschichte auch ein bisschen rührend – so setzte die Sparkasse Harburg-Buxtehude am ältesten Ort ihres verzweigten Stammbaums den Schlusspunkt hinter die 175-Jahr-Feierlichkeiten. Dieser Ort ist in Buxtehude. Dort wurde vor 175 Jahren die Stadtsparkasse gegründet, die später in den „Ahnenkreis“ der heutigen Sparkasse integriert wurde und jetzt das Jubiläumsjahr markierte. Die eigentliche Keimzelle ist örtlich zwar Sparkassen-Geschichte, die jedoch eindrucksvolle ehemalige Zentrale der Stadtsparkasse (bis 1999) gehört neben Harburg, Buchholz und Winsen heute jedoch zu den vier großen „BeratungsCentern“ und bot somit einen angemessenen Rahmen für die etwa 350 Besucher, die der Vorstandsvorsitzende Andreas Sommer begrüßen durfte.

Die geerdete Abschluss-Veranstaltung bot zugleich den Gegenpol zu dem opulenten Jahresempfang, mit dem das Jubiläumsjahr im März in Harburg eröffnet und in dessen Rahmen der langjährige Vorstandsvorsitzende Heinz Lüers verabschiedet worden war. Nur ein halbes Jahr später präsentiert sich die Sparkassen-Führung nun stark verjüngt und durchaus willens, die kommenden 25 Jahre mit Optimismus und Schwung anzugehen.

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Der Abend gehörte dennoch auch den verdienten Vorreitern einer wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte, darunter einige „Veteranen“, die bereits das 100-jährige Jubiläum der Stadtsparkasse miterlebt hatten. Unter den Gästen aus Wirtschaft, Gesellschaft, Sport, Kultur, Politik und Verwaltung entwickelte sich zeitweise fast ein wenig „Klassentreffen-Atmosphäre“.

„Wir können Fusion“

Sommer erinnerte daran, dass sich die Sparkasse Harburg-Buxtehude aus sieben einzelnen Sparkassen zu der heutigen Form zusammengefunden hat. Sein Kommentar: „Wir können Fusion.“ Ob das bereits ein Sig­nal für weitere Expansionsvorstöße in den kommenden Jahren sein dürfte, blieb allerdings offen. Mit mehr als 200 000 Kunden ist die Sparkasse Harburg-Buxtehude heute ein Schwergewicht im Hamburger Süden, steht aber vor denselben Herausforderungen wie die gesamte Sparkassen- und Bankenwelt: Digitalisierung, Spagat zwischen Filialsystem und Online-Diensten, Bankenregulierung sowie Kampf um die Hoheit über die Kundenschnittstellen. Vor diesem Hintergrund hob Sommer Deutschlands modernste Sparkassenfiliale in Buchholz hervor und sagte: „Das ist unser Vorbild – demnächst auch für Buxtehude.“

Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt nahm die Gäste mit auf einen Ritt durch die Sparkassen-Geschichte, die ihre ersten Wehen bereits im Jahre 407 in Frankreich gehabt haben soll. Zur Geburt kam es dann allerdings erst deutlich nach dem Mittelalter um 1800. Die Gründung der Stadtsparkasse ging auf einen königlichen Erlass aus Hannover zurück. Die Bürgermeisterin: „Vor 50 Jahren wurde dann die Filiale Am Torfweg eröffnet – mit einem Auto-Schalter. ‚Drive in‘ ist also keineswegs eine Erfindung von McDonald’s.“ Die Fusionsentscheidung, die Harburg und Buxtehude 1999 zusammenbrachte, bezeichnete sie als Jahrhundertbeschluss und Teil der gelebten Metropolregion: „Buxtehude und Harburg sind zusammengewachsen.“

Appell an die Politik

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Rainer Rempe, Landrat des Landkreises Harburg, hob den jungen Vorstand hervor und bemühte dazu Butler James aus dem TV-Klassiker „Dinner for one“: „You look younger than ever.“ Die Sparkasse Harburg-Buxtehude stehe als wichtigster Finanzdienstleister vor Ort für Verlässlichkeit und Bodenhaftung. Die Überregulierung der Banken und Sparkassen durch die EU ist allerdings auch dem Vorsitzenden des Verwaltungsrates ein Dorn im Auge: „Meines Erachtens müssten für kleine und mittlere regionale Kreditinstitute andere Maßstäbe gelten als für die internationalen Großbanken. Denke, da ist die Politik gefordert.“ wb