Gefäßmedizin auf Spitzenniveau

Das Gefäßzentrum Elbe-Weser hat die begehrte Rezertifizierung der Fachgesellschaften ohne Fehl und Tadel bestanden

Die moderne Gefäßmedizin befindet sich in einer faszinierenden und schnellen Entwicklung. Dadurch verbessert sich die nicht-invasive Diagnostik – wie Ultraschall, Magnetresonanztomographie (MR)- und Computertomographie(CT)-Angiographie – und neue, minimalinvasive Therapieoptionen entwickeln sich. Die fortschreitende Minimalisierung des Gewebetraumas bei Therapie und Diagnostik wird angestrebt, die Gefäße sollen über immer kleinere Zugänge erreicht, Krankheiten schonender diagnostiziert und behandelt werden. Das bedeutet für den Patienten weniger belastende Eingriffe und schnellere Genesung.

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Um diese Entwicklung zu fördern, werden in Deutschland spezialisierte Gefäßzentren von der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) und der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie (DGG) alle drei Jahre überprüft und zertifiziert. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die aktuellen Entwicklungen in der Gefäßmedizin auch in der Praxis umgesetzt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei Qualitätsgesichtspunkte – unter anderem die Vorhaltung einer Gefäßsprechstunde als Anlaufstelle für Patienten, die Gewährleistung einer Rund-um-die-Uhr-Versorgung durch voll weitergebildete Fachärzte, die Sicherstellung der Fachkompetenz durch hohe Fallzahlen und eine funktionierende interdisziplinäre Zusammenarbeit. Das Gütesiegel der Zertifizierung bedeutet, dass sich die Patienten auf eine Behandlung nach den aktuellsten Standards und Richtlinien der Medizin verlassen können. Deutschlandweit sind etwa 60 Gefäßzentren zertifiziert.

Seit 2012 zertifiziert

Im Elbe-Weser-Raum hat das Gefäßzentrum Elbe-Weser nach erfolgreicher Zertifizierung 2012 dieses Gütesiegel der Zertifizierung erhalten und aktuell wieder bewiesen, dass es den hohen Anforderungen einer Re-Zertifizierung bestens gewachsen ist. Gegründet wurde das Gefäßzentrum von den Elbe-Kliniken Stade-Buxtehude und der Klinik Dr. Hancken in Stade und wird gleichberechtigt durch ein Team von Gefäßspezialisten aus den Bereichen Gefäßchirurgie, interventioneller Radiologie und Angiologie geleitet.

„Wir haben bei der Re-Zertifizierung gezeigt, dass unsere Methoden und Abläufe, nach denen wir unsere Patienten im Gefäßzentrum Elbe-Weser behandeln, dem aktuellen Stand der Medizin entsprechen“, berichtet der Chefarzt der Radiologie, Dr. Kersten Mückner, der ebenfalls leitender Arzt des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) Radiologie und Nuklearmedizin der Klinik Dr. Hancken und im Gefäßzentrum Elbe-Weser ist.

Neben Dr. Mückner zählen der leitende Gefäßchirurg des Elbe-Klinikums Stade, Dr. Niyazin Cebi, sowie die gefäßchirurgischen Oberärzte Dr. Ralf Michallek und Dr. Cem Kilic zum Expertenteam des Zentrums. Von Seiten der Radiologie sind neben Dr. Mückner die radiologischen Oberärzte Dr. Mareike Franke und Dr. Christian Saager, der zusätzlich die Zusatzbezeichnung Neuroradiologe inne hat, Mitglieder des Teams. Als angiologischer Oberarzt ist der Internist Torsten Budziak im Expertenteam vertreten.

Im interdisziplinären Gefäßzentrum Elbe- Weser werden Patienten mit Gefäßerkrankungen wie zum Beispiel der relativ häufig vorkommenden „peripheren arteriellen Verschlusserkrankung“ (pAVK) behandelt. Bei dieser Erkrankung kommt es durch Ablagerungen an der Gefäßwand zu Verengungen (Stenosen). Je nach Ort der Ablagerung sind die Beschwerden vielseitig. Unter anderem äußert sich die Erkrankung bei Engstellen im Bereich der Beinarterien als „Schaufensterkrankheit“. Nach Diagnosestellung durch moderne Verfahren wie beispielsweise die Gefäßultraschalluntersuchung und die Magnetresonanztomographie kommen als Behandlungsoptionen minimalinvasive Therapien wie zum Beispiel die Ballonaufdehnung (perkutane transluminale Angioplastie – PTA) von Engstellen zum Einsatz.

Hybrid-Eingriffe in der AngioSuite

Für diese Eingriffe, die mit Kathetern unter Röntgenkontrolle über einen sehr kleinen Zugang in der Leiste durchgeführt werden, steht den Ärzten des Zentrums eine hochmoderne Ausstattung und komplett ausgerüstete Räumlichkeiten zur Verfügung. So können in der AngioSuite im Elbe-Klinikum Stade auch größere, interdisziplinäre Eingriffe als sogenannte Hybrid-Eingriffe vorgenommen werden. Hierbei werden Gefäßerkrankungen mittels eines Teams aus Gefäßchirurgen und interventionellen Radiologen in einer OP-Sitzung behandelt. So können beispielsweise mehrere Engstellen durch interventionelle und chirurgische Verfahren in nur einer OP-Sitzung beseitigt werden. Ebenfalls können zum Beispiel Aussackungen (Aneurysmen) der Hauptschlagader minimalinvasiv über Leistenzugänge mittels Endoprothese behandelt werden – ohne Notwendigkeit, einen großen Bauchschnitt mit verlängertem Heilungsprozess machen zu müssen. Aber auch seltenere Erkrankungen wie beispielsweise Gefäßwandentzündungen werden im Zusammenspiel zwischen Radiologie, Angiologie und Gefäßchirurgie diagnostiziert und behandelt.

Zudem können die in der Gefäßmedizin benutzten Räumlichkeiten/Gerätschaften und angewandte Techniken für Patienten mit Leiden, die nicht direkt zum Leistungsspektrum des Gefäßzentrums gehören, genutzt werden. So arbeiten die interventionellen Radiologen des Gefäßzentrums mit dem neurologischen Schlaganfall-Team des Elbe-Klinikums Stade in der Behandlung von Schlaganfallpatienten zusammen. In besonders schweren Fällen kann mittels rechtzeitiger Entfernung des Blutgerinnsels aus den Hirnarterien durch kathetergestützte Gefäßverfahren der Patient vor schweren Folgen des Schlaganfalls bewahrt werden.

Auch mit anderen Fachrichtungen wird gut kooperiert. Beispielsweise können in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Fachabteilungen gutartige Gebärmutter-Wucherungen und gutartige Vergrößerungen der Pros­tata mittels Verschluss der Gefäßstrukturen verkleinert werden. In der Krebstherapie können die Techniken der Gefäßmedizin genutzt werden, um Tumortherapeutika gezielt und nebenwirkungsärmer an ihren Wirkort (bei der Behandlung von Lebermetastasen direkt in die Leber) zu bringen. co

>> Web: www.hancken.de, www.gefaesszentrum-elbe-weser.de