Per Du mit dem Lila Luder . . .

Foto: Wolfgang BeckerDer Slow Juicer ist eine durchaus beachtliche technische Errungenschaft und macht in der Küche Eindruck. Das Foto zeigt das B&P-Testgerät kurz vor dem Einsatz. || Foto: Wolfgang Becker

Der Slow Juicer von Kuvings macht aus Obst und
Früchten Saft

Der Slow Juicer ist eine durchaus beacht­liche technische Errungenschaft und macht in der Küche Eindruck. Das Foto zeigt das B&P-Testgerät kurz vor dem Einsatz.

Man nehme vier geschälte Blut­orangen und 200 Gramm Karotten der Sorte Lila Luder. Alles wird grob zerkleinert und in den Entsafter gegeben. Den fertigen Saft in zwei Gläser umfüllen und mit einem Teelöffel Kukuma anreichern“ – so geht Rohkost heute. Passionierte Biertrinker können an dieser Stelle aufhören, den Text zu lesen. Wer jedoch in den Rohkostkosmos à la Keimling Naturkost eintauchen und etwas über gesunde und zudem äußerst schmackhafte Ernährung erfahren möchte, sollte dranbleiben. Das Buxtehuder Unternehmen gilt als Trendsetter in Sachen Rohkost und vegane Ernährung. Und es bietet dazu einen beachtlichen Maschinenpark auf, denn, so betont Gründer und Geschäftsführer Winfried Holler, Entsafter ist nicht gleich Entsafter. Und Saft ist nicht gleich Saft. Das Wie ist entscheidend. Keimling Naturkost vertreibt unter anderem den Slow Juicer des südkoreanischen Herstellers Kuvings – B&P-Redakteur Wolfgang Becker hat das Gerät getestet und ist prompt auf den Saft gekommen.

Die Technik

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Keine Frage, das Gerät macht was her. Der Entsafter von Kuvings ist mit etwas über sieben Kilo ein echtes Schwergewicht. Wie ein Turm ragt der Einfüllstutzen aus der Silhouette aus Küchentechnik heraus. Der Slow Juicer (frei übersetzt: langsamer Entsafter) hat einen kräftigen Motor, Bauteile aus hochwertigem Kunststoff und als zentrales Element eine konisch geschwungene Schnecke, die Obst und Gemüse mit einer vergleichsweise langsamen Umdrehung Zelle für Zelle aufbricht und die entweichende Flüssigkeit durch den Seierkorb presst. Der Trester landet links im Auffangbehälter, der Saft fließt in den Behälter zur Rechten. Das Gerät kommt ohne hohe Umdrehungen und folglich auch ohne Lautstärke und störende Vibrationen aus. Sollte sich eine aufmüpfige Möhre festklemmen, was in seltenen Ausnahmefällen passieren kann, gibt es einen Rückwärtsgang – also immer schön locker bleiben.

Der Saft

Saft kommt aus dem Tetrapack, allenfalls aus der Zitruspresse. So die bisherige Grund­überzeugung. Doch das, was da aus dem Kuvings herausläuft, ist mit nichts zu vergleichen, was der unbedarfte Safttrinker bislang als „normal“ erachtet hat. Sowohl die Keimling-Rezepte als auch die Zubereitung an sich machen den Saft zu einem unvergleichlichen Geschmackserlebnis. Hier geht es eben nicht um „brutal zerquetscht“, sondern um „behutsam zerdrückt“. Das fühlt sich im Gaumen nicht nur besser an, es ist auch gesünder und bekömmlicher, wie Winfried Holler sagt und auf die Molekülstrukturen verweist. Kein Geheimnis: Auf die Mischung der Zutaten kommt es an. Wer bislang nur Orangen gepresst hat, kommt nicht unbedingt auf die Idee, Saft aus Stangensellerie zu machen. Und bringt sich damit um ein gesundes und vitalisierendes Geschmackserlebnis. Wenn dann noch Äpfel, vielleicht ein kleines Stück Ingwer und das eingangs beschriebene Lila Luder hinzukommen, ist der Powerdrink perfekt.

Die Produktion

Um Saft der hier erwähnten Qualität und Mischung auf den Tisch zu bringen, ist mehr nötig als nur eine Steckdose in der Wand. Sollen zwei große Gläser gefüllt werden, ist die Menge des benötigten Obstes/Gemüses recht beeindruckend. Mal eben nebenbei einen Saft pressen, ist nicht angesagt. Hier geht es um mehr: um bewusstes Auswählen, Vorbereiten, Zuschneiden und Verarbeiten. Es hat fast etwas Meditatives, sich die Zeit zu nehmen, einen Berg von Rohkost zu einem köstlichen Saft zu verarbeiten. Slow down gilt nicht nur für den Kuvings, sondern auch für den Bediener. Jede Zutat wird Stück für Stück durch den Einfüllstutzen in den Entsafter gegeben und mit einem herzhaften Knacken in den Seierkorb befördert. Links werden die zerkleinerten und ausgepressten Fasern ausgestoßen, rechts läuft der Saft in den Auffangbehälter. Was heißt hier Saft – das ist eine Vitaminspritze par excellance.

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Die Nacharbeit

Der quasi meditative Prozess der Saftherstellung endet jäh, wenn das Ergebnis genossen wurde. Grund: Der Kuvings ist keine zweiteilige Zitronenpresse, sondern ein übrigens in Südkorea entwickeltes und produziertes Hightech-Gerät mit einer optimierten und ausgeklügelten Mechanik. Die zentrale Schneckenwelle wurde bereits erwähnt. Insgesamt kommen fünf bewegliche und leicht zu zerlegende Bauteile zum Einsatz, die bis auf den Einsatz mit den feinen Sieben (Seierkorb) allesamt in die Geschirrspülmaschine wandern können. Für die feinen Siebe liefert Keimling Naturkost spezielle Reinigungsbürsten, mit denen hartnäckige Fruchtreste praktisch entfernt werden können. In der Praxis ist der Einsatz des Geschirrspülers allerdings eher die seltene Ausnahme. Unter fließendem Wasser lassen sich alle Bauteile schnell und gründlich reinigen. Trocknen lassen. Zusammensetzen. Fertig für die nächste Verabredung mit Lila Luder und Co.

Fazit

Winfried Holler hat recht: Saft ist nicht gleich Saft. Das B&P-Experiment ist zu einem überzeugenden Ende gekommen: Der Kuvings ist nun fester Bestandteil des heimischen Saftlabors und hält regelmäßig neue und vor allem frische Geschmackserlebnisse bereit. Tetrapack war gestern, jetzt wird geschält und entkernt. Die Arbeit lohnt sich allemal. Die 549 Euro, die der aktuelle
Kuvings Whole Slow Juicer EV0820 kostet, sind zwar eine Stange Geld, aber sinnvoll investiert, wenn es um gesunde und bewusste Ernährung geht. Dazu bietet das Buxtehuder Unternehmen Keimling Naturkost nicht nur jede Menge Zutaten, sondern auch hilfreiche Literatur mit Tipps und Rezepten.

>> Web: www.keimling.de