Das wird ein Gemeinschaftsprojekt

Andrea Weidinger und ihr vierköpfiges Team bringen frischen Wind in die Hamburger Pläne zur Schaffung von vier Innovationsparks. Foto: Hamburg Invest

B&P-UPDATE Andrea Weidinger (Hamburg Invest Entwicklungsgesellschaft)
koordiniert und leitet die Planung für die vier geplanten Hamburger Innovationsparks

Seit Jahren wird über die Hamburger Innovationsparks diskutiert, und tatsächlich nimmt der Plan beispielsweise in Altona schon konkrete Formen an. Jetzt kommt aber zusätzlich Dynamik in das Thema, denn mit Andrea Weidinger hat Hamburg Invest in diesem Jahr eine Bereichsleiterin für die Innovationsparks benannt, die unter dem Dach der HIE Hamburg Invest Entwicklungsgesellschaft die konzeptionelle Entwicklung der vier geplanten Parks voranbringen soll. Auf der Expo Real in München, der größten europäischen Immobilienmesse, wird sie den tecHHub Hamburg präsentieren – den ersten Baustein des Innovationsparks Altona zum Thema Life Science im Umfeld des Deutschen Elektronen-Synchrotons DESY. Im B&P-Gespräch erläutert sie den aktuellen Stand der Hamburger Innovationspark-Pläne und kommentiert die spezielle Situation im Hamburger Süden.

Vier Projekte liegen auf dem Schreibtisch von Andrea Weidinger. „In Altona haben wir den Schwerpunkt Life Science, in Bergedorf den Themenkomplex Energie/Speicher/3D-Druck und in Finkenwerder die Luftfahrt. Während wir in Altona bereits beim Bauen des tecHHubs mit Nass-Laboren für Biologie und Chemie zusehen können, sind wir in Bergedorf im Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplans in der Phase der öffentlichen Auslegung. Das ZAL in Finkenwerder ist bereits seit Jahren fertig gestellt und in Betrieb, soll aktuell aber noch einmal erweitert werden. Alle drei Innovationsparks sind durch eine klar definierte Fläche gekennzeichnet. Das ist in Harburg anders. Hier sprechen wir eher über eine Innovationsachse oder ein Innovationsquartier, da verschiedene Flächen Potenziale für einen Innovationspark aufweisen. Wir haben zwar noch ein paar kleinere Flächen im Portfolio, aber im Wesentlichen gilt es jetzt, gemeinsam mit dem Bezirk, der Wirtschaftsbehörde und den Akteuren vor Ort die thematische Klammer zu finden. Da sind wir bereits im Gespräch.“

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Wasserstoff – ein Thema für den Süden?

Im Vorgriff auf den ITS-Weltkongress (Intelligente Transport Systeme), der 2021 in Hamburg stattfand und von Andrea Weidinger samt Team koordiniert und organisiert worden war, hatte es in Harburg die Idee gegeben, die Innovationsachse unter die Themenklammer Mobilität zu stellen. Unter anderem sollte hier der innerstädtische Drohnen-Verkehr getestet werden. Doch über ein Ideenstadium kam man damals nicht hinaus – aus rechtlichen Gründen und möglicherweise auch, weil noch niemand „den Hut aufhatte“. Andrea Weidinger: „Ich sehe für Harburg eine ganze Menge Chancen. Allerdings verändern sich die Themen rasch. Mittlerweile ist in Moorburg beispielsweise der Bau eines grünen Wasserstoff-Elektrolyseurs geplant. Da stellt sich die Frage, inwieweit Wasserstoff in die Schwerpunktsetzung des Innovationsparks Harburg einfließen wird. Darüber sprechen wir zurzeit mit den Stakeholdern.“

Das Innovationsquartier Harburg erstreckt sich von der Schlachthofstraße über den Binnenhafen bis nach Bostelbek mit dem Tempowerk und dem Mercedes-Werk. Hinzu zählen auch die Technische Universität Hamburg und möglicherweise der H2-Standort Moorburg. Andrea Weidinger: „Das müssen wir gemeinsam besprechen und herausarbeiten.“ Dabei gehe es nicht nur um die inhaltliche Definition eines Innovationsparks, sondern auch um die Frage, wie der nach außen sichtbar gemacht werden soll – eine besondere Herausforderung, weil in Harburg kein homogener Park vorhanden ist.

Das ist in Altona anders. Dort soll noch in diesem Jahr der tecHHub Hamburg fertig gestellt werden – ein Laborgebäude mit Büros und Konferenzräumen mit einer 5600 Quadratmeter Bruttogrundfläche. Dieses stellt sozusagenden den ersten Baustein für einen sechs Hektar großen Innovationspark dar. Der wiederum ist Teil der geplanten Science City Hamburg Bahrenfeld. Dahinter verbirgt sich rund ums das DESY ein 125 Hektar großes Areal, das von der Hafencity-Gesellschaft entwickelt wird. Hamburg will hier bis in die 2040er-Jahre hinein einen Wissenschaftsstandort rund um Physik, Chemie und Biologie entwickeln. Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard sagte bei der Grundsteinlegung des 40-Millionen-Euro-Projekts im vergangenen Juli: „Mit dem tecHHub bekräftigt Hamburg sein Engagement, Wirtschaft und Wissenschaft enger miteinander zu verbinden. Das Forschungszentrum DESY, Bereiche der Universität Hamburg und künftig der tecHHub sind gemeinsam Teil der Science City Hamburg Bahrenfeld. Forscherinnen und Forscher und innovative Unternehmen können hier in einem innovativen Netzwerk arbeiten. Mit Mitteln der Wirtschaftsförderung schaffen wir hier Flächen, die auch wirtschaftlich erfolgreiche Ausgründungen und Innovationen ermöglichen.“

Hamburg = Metropolregion

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Auch 5G (Datenübertragung in Echtzeit) steht in Hamburg als Querschnittsthema auf der Agenda, ist teilweise sogar schon konkret umgesetzt (Hafen, Hafencity). Dass mit dem 5G-Campus im TIP-Innovationspark Buchholz ein homogenes und in sich geschlossenes Testgelände vor den Toren Hamburgs entstanden ist, hat Andrea Weidinger auf dem Schirm. Sie denkt Innovation über die Hamburger Stadtgrenzen hinaus und sendet eine Botschaft in die Nachbarschaft: „Wenn ich Hamburg sage, dann spreche ich von der Metropolregion. Wir müssen in der Region zusammenarbeiten – das ist unsere Haltung und unsere Überzeugung.“

>> Web: https://invest-immobilien.hamburg/