Süderelbe-Region: Steigende Nachfrage nach Büroarbeitsplätzen prognostiziert

Diese Grafik über das zu erwartenden Bevölkerungswachstum zeigt den Landkreis Harburg weit vorn.

Süderelbe AG präsentiert den ersten Immobilienmarktbericht für den Hamburger Süden

Pünktlich zur Expo Real in München hat die Süderelbe AG in Kooperation mit den Sparkassen den ersten Immobilienmarktbericht für die Süderelbe-Region veröffentlicht – konkret: für den Bezirk Harburg sowie die Landkreise Stade, Harburg und Lüneburg. Dr. Olaf Krüger, Vorstand der Süderelbe AG: „Mit diesem Bericht, den wir künftig alle zwei Jahre erstellen wollen, sollen interessierte Unternehmen und nationale wie internationale Investoren einen guten und vergleichenden Überblick über die Region bekommen. Klar ist aber auch: Die Region muss sich darüber Gedanken machen, wie sich die Flächen künftig entwickeln sollen. Und zwar gemeinsam, nicht jede Kommune für sich.“

Anzeige

Die Süderelbe AG ist in ihrem Ursprung so angelegt, dass sie grenzüberschreitend arbeitet und analysiert. Die Aktionäre kommen sowohl aus Hamburg als auch aus Niedersachsen. Obwohl bereits seit Jahren immer wieder der gemeinsame Auftritt beschworen und im internationalen Vergleich als höchst notwendig erachtet wird, ist die Berücksichtigung einzelner wirtschaftlicher Interessen auf kommunaler Ebene nach wie vor ein Thema. Der Immobilienmarktbericht 2019/2020 setzt vor diesem Hintergrund ein Zeichen, denn er betont das Gemeinsame, ohne die kommunalen Identitäten aufzugeben.

Als Einheit wahrnehmen

Krüger: „Der Bericht nennt einzelne Leuchtturmprojekte aus der Region, und er schafft Markttransparenz. Unser Ziel ist es, dass die Süderelbe-Region stärker als Einheit wahrgenommen wird. Trotzdem stellen wir jeden Landkreis spezifisch dar. Der Blick soll aber dennoch auf die übergeordneten Themen gelenkt werden. Zum Beispiel auf die Siedlungsentwicklung und die Infrastruktur.“

Wenn es um gewerbliche Immobilien geht, fällt sofort das Stichwort Logistik. Insbesondere der Landkreis Harburg hat dies zu spüren bekommen, denn hier hat die Branche einen Schwerpunkt gebildet. Tatsächlich wurden in der Süderelbe-Region binnen zehn Jahren 44 Prozent der Neubauten der gesamten Logistik-Region Hamburg realisiert. Konkret: etwa 100 000 Quadratmeter Logistikfläche pro Jahr. Knapp jede dritte Logistikimmobilie, die in diesem Zeitraum umgesetzt, also vermietet oder verkauft wurde, steht in der Süderelbe-Region. Konkreter Flächenumsatz: im Schnitt 160 000 Quadratmeter pro Jahr.

Martin Stoppel, Immobilien-Spezialist der Süderelbe AG: „Der Landkreis konnte liefern. Aufgrund der fehlenden Akzeptanz ist die Ausweisung weiterer großflächiger Logistikareale aber kaum machbar.“ In der Folge dieser sich abzeichnenden Entwicklung schaffte es die Süderelbe AG gemeinsam mit der Samtgemeinde Zeven, ein Industriegebiet in Elsdorf, also mitten zwischen Hamburg und Bremen, in Rekordzeit zu vermarkten. Jetzt wird bereits eine rund 22 Hektar große Erweiterung geplant.

Wohnortnahe Arbeitsplätze

Der Immobilienmarktbericht liefert auch die wichtigen Rahmendaten: Pendlerzahlen, Studentenzahlen, Beschäftigung und Bevölkerungswachstum. Letzteres sorgt für eine Überraschung, denn mit einem überdurchschnittlich steigenden Zuzug (Familien ziehen aufgrund günstigerer Mieten und Kaufpreise aus der Metropole ins Umland) wächst der Bedarf an Büroarbeitsplätzen, da viele Beschäftigte eher aus diesem Segment kommen und sich wohnortnahe Arbeitsplätze wünschen. Hier profitiert besonders der Bezirk Harburg, aber auch im Landkreis Harburg ist die Zahl der Büroflächen gestiegen.

Wohnungsbau ist in der gesamten Süder­elbe-Region das große Thema. Dazu zwei interessante Zahlen aus dem Immobilienmarktbericht: Im Bereich Neubau liegen die Mieten 30 bis 48 Prozent niedriger als in Hamburg. Bei den Bestandsbauten sind es 22 bis 48 Prozent. Wer eine Immobilie kaufen will, kann mit einem 25 bis 30 Prozent niedrigeren Preis als in Hamburg rechnen. Wobei auch hier gilt: Je weiter die Immobilie von Hamburg entfernt ist, desto günstiger wird es. Ebenfalls spannend ist eine weitere Beobachtung der Experten von bulwiengesa, die den Bericht erstellt haben: Der Hamburger Trend zu immer mehr Single-Haushalten schwappt mittlerweile auch ins Umland. Die ganze Region wird davon erfasst mit prognostizierten Steigerungsraten von 17 (Landkreis Lüneburg), 19 (Landkreis Stade) und 23 Prozent (Landkreis Harburg) bis 2030.

Das Fazit von Dr. Olaf Krüger: „Die Süderelbe-Region hat sich sehr positiv entwickelt, aber sie braucht jetzt auch eine gemeinsame Strategie, sich der Entwicklung zu stellen. Stichworte sind: immer mehr Einpersonenhaushalte, steigende Nachfrage nach Gewerbeflächen bei gleichzeitig steigenden Preisen durch Flächenmangel, steigendes Beschäftigungswachstum und in der Folge eine stärkere Nachfrage nach Büroarbeitsplätzen. Darauf müssen wir eine Antwort finden.“ wb

Web: https://www.suederelbe.de/