Fachkräftemarketing für die südliche Metropolregion

Foto: Süderelbe AGMartin Bockler (Standortpolitik, IHK Stade), Niels Schütte (Geschäftsführer, Lindemann Gruppe), Friedrich Witt (Geschäftsführer, Lindemann Gruppe), Michael Roesberg (Landrat, Landkreis Stade), Dr. Jöran Wrana (Projektmanager Fachkräfte, Süderelbe AG), Frank Ahlborn (Wirtschaftspolitik und Regionalmanagement, Handwerkskammer BLS), Dipl.-Ing. Jan-Peter Frenzel (Gesellschafter, KFP Ingenieure PartGmbB), Dr. Jürgen Glaser (Prokurist, Süderelbe AG) (v.l.n.r.) || Foto: Süderelbe AG

Grund: Schwierigkeiten bei der Suche nach Fachkräften insbesondere im Baugewerbe.

Wer sein Handwerk versteht, ist auf dem Arbeitsmarkt begehrt. Das gilt für Unternehmen ebenso wie für einzelne Bewerber, ganze Branchen oder Regionen. Mit dem Gemeinschaftsprojekt „Fachkräftemarketing für die südliche Metropolregion Hamburg“ möchte die Süderelbe AG den Landkreis Stade und seine Unternehmen stärker „auf den Schirm“ der jungen, gut ausgebildeten Fachkräfte bringen.

Die Wirtschaft brummt – und dennoch treibt ein Problem den Verantwortlichen vieler Unternehmen, Verbände und Kommunen die Sorgenfalten auf die Stirn.

Anzeige

„Aus Gesprächen in Betrieben und Unternehmen weiß ich um die Schwierigkeiten bei der Suche nach Fachkräften“,

sagt Michael Roesberg, Landrat des Landkreises Stade.

„Besonders kleine und mittlere Unternehmen im Handwerk brauchen dringend ausgebildete Mitarbeiter.“

Der aktuelle Konjunkturbericht der IHK Stade bestätigt für den Elbe-Weser-Raum diese Einschätzung: Zwar wird die Wirtschaftsentwicklung von den Unternehmen mit gut bewertet, jedoch wird der Fachkräftemangel als das größte Geschäftsrisiko angesehen. 54 Prozent der befragten Betriebe gehen davon aus, künftig keine geeigneten Fachkräfte mehr zu finden. Die durchschnittliche Vakanzzeit liegt mittlerweile bei fast vier Monaten.

Am stärksten betroffen ist das Baugewebe: 80 Prozent der befragten Bauunternehmer sind der Ansicht, dass der Fachkräftemangel das größte Geschäftsrisiko darstellt. Auch im Handwerk des Elbe-Weser-Raums sorgt die Hochkonjunktur für eine verstärkte Nachfrage nach Fachkräften, bestätigt die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. Die Betriebe sind entsprechend ausgelastet und würden gern zusätzliches Personal einstellen. 41 Prozent haben derzeit offene Stellen.

Fachkräfte finden und binden – aber wie?
Um diesen Trend zu stoppen und umzukehren, müssen junge Menschen sowohl für das Baugewerbe und das Handwerk als auch für die Region begeistert werden. Hierzu ist in Zeiten des Internets ein Marketingkonzept, das auf soziale Medien setzt, das Mittel der Wahl. An Themen mangelt es dem Handwerk beispielsweise nicht: In etlichen Fällen stehen Handwerksmeister finanziell sogar besser da als Akademiker – nur weiß das unter den jungen Generationen kaum jemand. Ein Meister verdient in seinem Berufsleben im Durchschnitt etwa 30.000 Euro mehr als eine Architektin oder Bauingenieurin, errechnete das Ifo-Institut. Es ist kein Geheimnis, dass der Fachkräftemangel eines der drängendsten Probleme für das Wirtschaftswachstum der regionalen Unternehmen darstellt. Wie also findet und bindet man unter diesen Bedingungen die begehrten Fachkräfte?

YOJO – das Fachkräfteportal der Metropolregion Hamburg
Genau dieser Frage widmet sich das Gemeinschaftsprojekt „Fachkräftemarketing für die südliche Metropolregion Hamburg“ der Landkreise Stade, Harburg, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, der IHK Lüneburg-Wolfsburg und der Süderelbe AG. Ziel des Projektes ist es, Fachkräfte für die Unternehmen der Landkreise zu gewinnen. Zielgruppe sind insbesondere Berufseinsteiger und Berufserfahrene. Ein wichtiger Baustein hierzu ist YOJO – das Fachkräfteportal der Metropolregion Hamburg. YOJO steht für Young Jobs.
Auf www.yojo.de können Unternehmen kostenfrei ein Unternehmensprofil und Stellenanzeigen einstellen. Vorteil: Die Jobangebote werden vom Fachkräfteteam der Süderelbe AG zusätzlich auf Social-Media-Kanälen, wie Facebook, Instagram und Xing gepostet.

„Durch die Nutzung der Social-Media-Kanäle können wir den in YOJO eingestellten Stellen eine zusätzliche und zielgenaue Reichweite verschaffen“,

sagt Dr. Jöran Wrana, Projektmanager der Süderelbe AG und Ansprechpartner für Stade.

„Über die Teilnahme in entsprechenden Facebook-Gruppen treten wir in direkten Kontakt mit potenziellen Bewerbern und können auf die vielen attraktiven Arbeitgeber in den Landkreisen aufmerksam machen.“

Das Portal YOJO verzeichnet von Monat zu Monat steigende Nutzerzahlen. So konnte das noch relativ junge Portal die Anzahl der Seitenaufrufe im Mai 2018 im Vergleich zum Vorjahr von 6600 auf 12.000 erhöhen. Ein Plus von 81 Prozent.

„Das Projekt bringt uns weiter voran. Mit dem Portal YOJO wird unser Wirtschaftsraum als Teil der Metropolregion Hamburg erkannt und unsere Betriebe werden deutschlandweit von Bewerber/innen gesehen“,

so Landrat Roesberg.

Die Metropolregion Hamburg im Wettbewerb um die hellsten Köpfe und fähigsten Hände
Zu Beginn des Projektes galt es, die Unternehmen der Region vom Projekt und dem Portal zu überzeugen. Mit Erfolg: Über 90 Unternehmen aus den vier Landkreisen nutzen bereits YOJO. Darunter auch bedeutende Unternehmen aus Stade, wie die Lindemann Gruppe oder die KFP Ingenieure.

„Ein gemeinsames Portal als Metropolregion zu nutzen und dieses durch Social-Media-Aktivitäten und Veranstaltungen zu ergänzen, erscheint uns sehr sinnvoll“,

sagt Jan Peter Frenzel, Gesellschafter der KFP Ingenieure PartGmbB:

„Je mehr Unternehmer auf www.yojo.de dabei sind und ihre Stellenanzeigen einpflegen, desto attraktiver ist das Portal für Fachkräfte. Aus diesem Grund gehen wir mit gutem Beispiel voran und hoffen, dass viele Unternehmen sich uns anschließen werden.“

„Das Projekt ‚Fachkräftemarketing für die südliche Metropolregion Hamburg‘ kommt aus unserer Sicht exakt zur rechten Zeit“,

ergänzt Friedrich Witt, Geschäftsführer der Lindemann Gruppe.

„Wir müssen als gesamte Metropolregion im Wettbewerb um die hellsten Köpfe und fähigsten Hände bestehen. Dazu ist es zwingend erforderlich, als Region auf dem Schirm der Fachkräfte zu sein.“

Insbesondere die Nutzung von sozialen Medien verspricht einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil – speziell bei den jungen Generationen. Allerdings verfügt nicht jedes Unternehmen über die Ressourcen, um Stellenanzeigen zu schreiben und zusätzlich auf Facebook und Co. aktiv zu sein. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) könnten daher ins Hintertreffen geraten.

Das Fachkräfteteam der Süderelbe AG unterstützt daher gezielt die KMUs bei der Erstellung der Profile und Stellenanzeigen und berät diese, um die eigene Arbeitgeberattraktivität zu steigern.

„Zudem sind Veranstaltungen und Workshops in der Region geplant, um den Unternehmen die Möglichkeit zu bieten, Ideen und Strategien in Bezug auf die Akquise und Sicherung von Fachkräften auszutauschen“,

erklärt Dr. Jöran Wrana. Am 26. Juni 2018 wird in Lüneburg gemeinsam mit der web-netz GmbH mit dem HR Talk – Personalertreff die erste Veranstaltung angeboten. Thema: Mitarbeitermotivation. Ähnliche Veranstaltungen sind auch für den Landkreis Stade vorgesehen.

Fachkräftemarketing für die südliche Metropolregion Hamburg
Das Projekt Fachkräftemarketing für die südliche Metropolregion Hamburg ist im Januar 2018 als Gemeinschaftsprojekt der Landkreise Stade, Harburg, Lüneburg und Lüchow-Dannenberg sowie der IHK Lüneburg-Wolfsburg gestartet. Das Projekt wird durch die Süderelbe AG (Projektträger) umgesetzt und im Rahmen der Allianz für Fachkräfte Nordostniedersachsen und des Fachkräftebündnisses Elbe Weser mit niedersächsischen Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.

YOJO – Young Jobs Hamburg ist ein Internetportal für Unternehmen und Fachkräfte in der Metropolregion, das von der Hamburg Invest betrieben wird. Berufseinsteiger, aber auch Berufserfahrene, finden auf www.yojo.de Informationen über Arbeitgeber aus vielen Branchen, Stellenangebote und Veranstaltungshinweise.

Die Süderelbe AG versteht sich als kompetenter Ansprechpartner für Unternehmen, Investoren und Kommunen im Hamburger Süden. Schwerpunkte der Gesellschaft liegen in der Förderung des Wirtschaftsstandorts Süderelbe, in der Stärkung der Leit- und Zukunftsbranchen sowie in den Unternehmensservices. Mit der Entwicklung und Umsetzung grenzübergreifender Konzepte und Projekte stärkt die Süderelbe AG die südliche Metropolregion Hamburg.