IHK Niedersachsen: Corona-Virus wirkt sich auf Umsatz aus

Foto: Jensen/Hannover MesseWegen des Coronavirus verschieben auch die Veranstalter der Hannover Messe die weltgrößte Industrieschau. Neuer Termin: 13. bis 17. Juli 2020. || Foto: Jensen/Hannover Messe

Firmen rechnen mit Einbußen und hoffen auf Unterstützung.

Rund 46 Prozent der Unternehmen in Niedersachsen rechnen in diesem Jahr wegen der Ausbreitung des Coronavirus mit einem Umsatzrückgang. Bei 23 Prozent der Unternehmen wird dieser Rückgang aus heutiger Sicht mehr als zehn Prozent betragen. 29 Prozent sehen sich heute noch nicht in der Lage, die Auswirkungen der Entwicklung rund um das neue Covid-19-Virus einzuschätzen. Das ergab eine bundesweite Umfrage der Industrie- und Handelskammern, an der sich in Niedersachsen fast 1100 Unternehmen beteiligten.

Absage von Messen

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Vor allem Absagen von Messen und Veranstaltungen werden aus heutiger Sicht die Geschäfte auch niedersächsischer Unternehmen in den kommenden Wochen belasten. Rund 42 Prozent der befragten Firmen nannten das als wesentlichen Faktor. Besonders betroffen sind Hotels, Catering- und Gastronomiebetriebe sowie die mittelständisch geprägten Messebauunternehmen.

Weitere Belastungen werden durch Reiseeinschränkungen (37 Prozent), eine zurückgehende Nachfrage (31 Prozent) und Engpässe wegen erkrankter Mitarbeiter (31 Prozent) erwartet. Ebenfalls befürchten die Unternehmen Probleme bei der Zulieferung von Waren und Dienstleistungen (28 Prozent). Bislang wollen allerdings lediglich 2,5 Prozent ihre Lieferketten umstellen oder haben das bereits getan.

Schutzmaßnahmen sind in der gegenwärtigen Situation aus Sicht der Unternehmen insbesondere die Bereitstellung von Hygienematerialien (38 Prozent) und Einschränkungen bei Dienstreisen (36 Prozent) beziehungsweise der Verzicht auf die Teilnahme an Messen und Veranstaltungen (27 Prozent). Etwa jedes fünfte Unternehmen verfügt bereits über einen Notfallplan, sollte es zu einem Krankheitsfall in der Belegschaft kommen. Ebenfalls rund 21 Prozent der Firmen setzen verstärkt auf Home-Office. Außerdem wollen Unternehmen die innerbetriebliche Kommunikation rund um eine Infektionsgefahr verbessern oder ihre Arbeitsabläufe anpassen.

Um die wirtschaftlichen Folgen der Virusausbreitung abzufedern, hofft aktuell mehr als die Hälfte der Unternehmen auf eine unbürokratische staatliche Unterstützung. Gerade für die besonders betroffenen Branchen fordert Dr. Horst Schrage, Hauptgeschäftsführer der IHK Niedersachsen, jetzt schnell wirkende Maßnahmen:

„Wenn jetzt überraschend ein großer Teil des Umsatzes wegbricht, können Unternehmen in Schwierigkeiten geraten, da natürlich die meisten Ausgaben weiterlaufen. Hier sind schnelle, unbürokratische Maßnahmen zur Überbrückung absolut notwendig.“

Das könnten Kurzarbeitergeld, ein problemloser Zugang zu Liquiditätsmitteln oder auch die Stundung von Steuern oder Sozialabgaben sein.