Dank für eine außergewöhnliche Leistung

Fotos: Wolfgang BeckerTU-Präsident Professor Dr. Garabed Antranikian überreichte Dr. Helmut Thamer nicht nur das Kelter-Geschirr, sondern auch gleich einen guten Wein – vermutlich, falls der Feldversuch schiefgehen sollte.

TuTech-Geschäftsführer Dr. Helmut Thamer in den Ruhestand verabschiedet

Die ständige Beschäftigung mit der Biokatalyse steckt offenbar an: Dr. Helmut Thamer, langjähriger Geschäftsführer der TuTech in Harburg, will sich im Ruhestand mit dem Keltern von Apfelwein befassen und bekam zu seiner offiziellen Verabschiedung von Professor Dr. Garabed Antranikian, Präsident der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TU), prompt das nötige Equipment überreicht. Die Aufgabe der Mikroorganismen, in diesem Fall Hefe, fällt zwar nicht ins Reich der Extremophile, aber dennoch dürfte mit Spannung abzuwarten sein, ob der Äppelwoi à la Thamer munden wird.

Mehr als 100 Gäste, darunter mehrere ehemalige TU-Präsidenten sowie zahlreiche Wegbegleiter Thamers, fanden sich im TuTech-Haus in Harburg ein, um den Pensionär zu würdigen. Thamer hatte 1989 mit der TuTech Deutschlands erste Technologietransfergesellschaft aufgebaut – ein Modell, das anschließend vielfach kopiert wurde. „Die TuTech schlägt die Brücke von der Wissenschaft zur Wirtschaft“, sagte Antranikian. Er lobte den Einsatz des Physikers Thamer, der mehr als 25 Jahre seines Berufslebens in die TuTech investiert hat und in dieser Zeit zahlreiche Projekte realisierte – allein bis 2012 waren es 8730. Mit einem Gesamtumsatz in Höhe von 225 Millionen Euro. Antranikian: „Die TU dankt Herrn Thamer für die außergewöhnliche Leistung.“

Fotos: Wolfgang Becker

Ein Stern für den Harburger „Walk of Fame“: Diese Würdigung hat der channel-hamburg-Vorsitzende Arne Weber (rechts) bislang erst zwei Mal verliehen. Diesen Stern bekam Dr. Helmut Thamer für sein Engagement im Verein und im Quartier. Fotos: Wolfgang Becker

Weiterhin aktiv bleibt Thamer im Vorstand des channel hamburg e.V.. Dennoch ließ es sich der Vorsitzende, Arne Weber, nicht nehmen, den Harburger „Walk of Fame“ um einen Stern zu erweitern. Nach Tina Schmidt-Nausch, einst die „gute Seele des Channels“, ist Thamer der Zweite, dem diese Ehre zuteil geworden ist. Der Stern ist vor dem TuTech-Haus einbetoniert. Thamer gehöre zu einer Handvoll Menschen, die vor 25 Jahren daran geglaubt hätten, dass sich aus dem heruntergekommenen Harburger Binnenhafen etwas machen lasse, so Weber. Der Geehrte verriet gleich noch ein paar Interna, die das Apfelweinthema erklären: „Mein Vater war Kaufmann und hatte eine Weingroßhandlung.“ Und: „Ich habe in all den Jahren nicht nur tolle Projekte machen dürfen, sondern vor allem viele tolle Menschen kennengelernt.“ Wahrscheinlich sei er deshalb so lange auf dem Posten geblieben. wb

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