Katja Oldenburg-Schmidt: „Wir werden eine Innovationsoffensive starten!“

Nach 100 Tagen im Amt:

Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt zum Thema Wirtschaftsförderung

Exakt 100 Tage nach ihrem Amtsantritt als Bürgermeisterin der Hansestadt Buxtehude hatte Business & People Gelegenheit, mit Katja Oldenburg-Schmidt zu sprechen. Das Thema: die Wirtschaftsförderung. Ihrem Wahlslogan „In Buxtehude geht mehr“ will sie auf jeden Fall gerecht werden – und das im Einvernehmen mit den Nachbarn, denn der Wirtschaftsraum Hamburg-Süd hat für die 55-jährige Juristin hohe Priorität. Mit Katja Oldenburg-Schmidt sprach B&P-Redakteur Wolfgang Becker.

B&P: Der Flächennotstand in Hamburg ist ein permanentes Thema. Müssten sich die umliegenden Gemeinden und Städte nicht viel stärker darauf einstellen und beispielsweise Gewerbeflächen ausweisen?

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Oldenburg-Schmidt: Wir müssen uns verstärkt um Gewerbe- und Wohnungsbauflächen kümmern, denn beides geht Hand in Hand. Und wir müssen schauen, wo unsere Stärken sind – ohne die Schwächen aus dem Blick zu verlieren.

B&P: Wo liegt die Stärke von Buxtehude?

Oldenburg-Schmidt: In der Mischung. Wir bieten nicht nur attraktives Wohnen und attraktive Arbeitsplätze, wir verfügen auch über eine hervorragende Bildungslandschaft und bieten ein hohes Maß an Lebensqualität. Buxtehude ist keine Schlafstadt, sondern ein attraktiver Standort. Die Zahl der Ein- und Auspendler stehen in einem ausgewogenen Verhältnis.

B&P: Aktuell gibt es ein neues Gewerbegebiet in Ovelgönne. Haben Sie darüber hinaus Pläne, weitere Flächen zu aktivieren, um Unternehmen etwas anbieten zu können?

Oldenburg-Schmidt: Buxtehude verfügt über ein differenziertes Angebot an hochwertigen Gewerbeflächen mit unterschiedlicher Lagegunst. Unsere Stärke liegt in der bestehenden Wirtschaftsstruktur. Diese gilt es zu erhalten und auszubauen. Darauf richtet sich der Fokus sowohl bei der Vermarktung, als auch bei der Entwicklung neuer Flächen. Im Vordergrund stehen dabei für mich neben technologieorientierten Unternehmen auch das Handwerk und der klassische Mittelstand.

In der Zukunft geht es aber nicht nur um die Ausweisung von neuen Flächen, sondern auch um einen klugen Umgang mit der begrenzten Ressource Boden. Dabei spielen sicherlich Nachhaltigkeitsaspekte bei der Entwicklung und Gestaltung von Flächen und neue Perspektiven wie „Sharing Economy“ eine genauso große Rolle, wie industrielle Veränderungen – Industrie 4.0 – und auch Veränderungen der Handelslandschaft. Im Wettbewerb mit anderen Standorten werden die Kommunen „die Nase vorn haben“, die hier kluge Konzepte entwickeln. Hier kann ich sagen, dass Buxtehude in all diesen Bereichen gut aufgestellt ist.

B&P: Haben Sie schon einmal über den Bau eines Gründerzentrums nachgedacht?

Oldenburg-Schmidt: Vielleicht nicht direkt als reines Gründerzentrum, aber wir müssen uns auf die Zukunft einstellen und werden deshalb eine Innovationsoffensive starten. Die darf aber nicht nur über das Flächenmanagement, sondern muss auch über die Inhalte kommen. Unsere wichtigsten Partner sind dabei die hochschule 21 und das Transferzentrum Elbe-Weser (TZEW). Um die Frage zu beantworten: Die Realisierung eines Innovationszentrums – durchaus auch mit einem Gründeraspekt – wird von uns mittelfristig angestrebt.

B&P: Das Wirtschaftsmagazin Business & People ist ein Medium, das für den Wirtschaftsraum Hamburg-Süd konzipiert wurde. Grenzen bleiben dabei bewusst außen vor. Wie wichtig ist die Metropolregion für Sie?

Oldenburg-Schmidt: Das ist das wichtigste Thema überhaupt. Leider wird das Potenzial viel zu oft unterschätzt. Wir haben alle viel zu bieten. Ein Beispiel ist das „International Music festival“ in Buxtehude, das sich über die Stadtgrenzen in die Metropolregion entwickelt hat und bei dem einige Wirtschaftsunternehmen fördernd mit an Bord sind. Warum sollten die Hamburger nicht erfahren, was hier bei uns los ist? Konkret: Das Stadtmarketing in Buxtehude habe ich zurück in die städtische Verantwortung geholt. Wir werden dafür sorgen, dass es Hamburg erfährt, wenn bei uns das Hansefest stattfindet, wenn das Museum neu eröffnet und wenn das Musikfestival stattfindet. Und warum sollten sich zukünftig um unseren Wettbewerb „Künstler sehen Buxtehude“ nicht auch Künstler aus Hamburg anmelden können? Ich habe Jahre in Hamburg gelebt und studiert. Ich weiß: Wenn es Hamburg gutgeht, geht es auch Buxtehude gut – und andersherum. Natürlich belebt eine gesunde Konkurrenz das Geschäft, aber dennoch müssen wir verstehen, dass wir uns gegenseitig brauchen. Unsere Vorteile gegenüber Hamburg sind sicherlich die schlanken Strukturen. Wir können sehr schnell reagieren und entscheiden. Das macht unseren Standort für die Wirtschaft attraktiv.

Weitere Informationen zum International Musicfestival: www.klassik-buxtehude.de

Gewerbegebiet Buxtehude-Ovelgönne boomt

Von den elf Hektar zur Verfügung stehender marktreifer Gewerbefläche konnte bereits fast die Hälfte optioniert oder verkauft werden. Nach dem Spatenstich im Herbst 2012 und der Erschließung, die 2013 abgeschlossen wurde, bezogen bereits zwei Unternehmen ihre Gebäude: die Strandkorbprofis und die Whirlpool Import GmbH (HotSpring), beide in vortrefflicher Lage direkt an der B 73 gelegen.

Und 2015 geht es weiter: Die Firma Baustoffvertrieb Mauerhoff zieht im Frühjahr in das neue Betriebsgebäude. Bis September entsteht eine 4500 Quadratmeter große Logistik-Halle mit Bürotrakt für das Unternehmen EP Logistic.

Ansiedlungsinteressierte Unternehmen können sich an die Wirtschaftsförderung der Hansestadt Buxtehude, Kerstin Maack, Telefon 0 41 61-501 35 10 wenden.

Web: www.buxtehude.de/wirtschaft