CFK sei Dank: PFH Göttingen  macht Stade zur Hochschulstadt

Peggy RepenningPeggy Repenning ist Campusleiterin in Stade und Vizekanzlerin der PFH- Göttingen.

Ein exklusives Studium im Zentrum der Forschung – Als dritter Studiengang wird BWL im Hansecampus etabliert

Wer sich für ein Technologie-Studium interessiert und in der Metropolregion Hamburg umschaut, kommt nicht zwangsläufig auf den PFH Hansecampus in Stade. Dabei bietet dieser Studienort der Privaten Hochschule Göttingen ein vermutlich weltweit einmaliges Studienumfeld – noch dazu im Zusammenhang mit einem Zukunftswerkstoff: der Kohlefaser. Carbon ist der Stoff, aus dem bereits seit Jahren Flugzeug-teile, Fahrzeugteile, Sportgeräte, medizinische Geräte und vieles mehr gefertigt werden. Kohle-faserverbundwerkstoffe sind widerstandsfähig, formbar, haltbar, leicht, elastisch und dennoch tragfähig. Und nach wie vor ein Objekt der Forschung. Der Ort im Zeichen der Kohlefaser ist das CFK-Valley im Stader Industrie-und Gewerbegebiet Ottenbeck. Hier sind auch die Professoren und Studenten des PFH Hansecampus Stade zu finden.

„CFK ist in den Hochschulen angekommen“

Das Alleinstellungsmerkmal CFK in Stade hat zumindest aus Hochschul-Sicht in den vergangenen Jahren etwas gelitten. Campusleiterin Peggy Repenning sagt: „Wir sind Europas erster CFK-Campus, doch mittlerweile werden Studiengänge auch in Spanien, Frankreich und England angeboten. CFK ist in den Hochschulen angekommen.“ Der Hansecampus ist dennoch etwas Besonderes, denn er bietet den hautnahen Praxisbezug. Nur in Stade können die Studenten in direkter Nachbarschaft mit-erleben, wie kohlefaserverstärkter Kunststoff verarbeitet wird. Zu den sechs hauptamtlichen PFH-Professoren vor Ort kommen weitere hochkarätige Experten und Dozenten vom Deutschen Ins-titut für Luft- und Raumfahrt DLR, vom Fraunhofer-Institut, von Airbus und vom Composite Technology Center Stade CTC hinzu. Peggy Repenning: „Das kann keine andere Hochschule bieten. Unser Praxisbezug dürfte europaweit einmalig sein. Das ist unser Alleinstellungsmerkmal.“

Das CFK-Valley ist ein Mikrokosmos. Forschen, Lehren, Entwickeln, Produzieren – alles ist an diesem Ort vereint. Das wirkt sich auch auf das Studium aus (siehe nebenstehenden Bericht). Die Teilnahme hat allerdings ihren Preis: 500 Eu-ro im Monat kostet die Top-Ausbildung. Peggy Repenning: „Zwei Drittel unserer Studenten im CFK-Bereich werden direkt von Unternehmen finanziert, ein Drittel sind Selbstzahler, die nach ihrem Abschluss die freie Wahl des Arbeitgebers haben.“

Aktuell sind in Stade über 100 dabei, den Bachelor of Engineering zu machen. Im Oktober verabschiedete die PFH im Auditorium des Hansecampus 24 Absolventen des Bachelor-Studiengangs, neun Ingenieure, die den berufsbegleitenden CFK-Masterstudiengang durchlaufen haben, sowie erstmals 16 Absolventen des Studiengangs Business Administration. Dass zeitgleich 29 angehende CFK-Ingenieure und zehn Betriebswirtschaftsstudenten ihr Studium neu aufgenommen haben zeigt, dass nun auch BWL als dritter Studiengang im PFH Hansecampus Stade wahrgenommen wird.

Gesucht: Engagierter BWL-Professor

Zurzeit werden die BWL-Vorlesungen noch von Professoren und Dozenten aus Göttingen gehalten, aber Peggy Repenning sagt: „Wenn sich der BWL-Studiengang weiter etabliert, dann werden wir hier auch festes Personal vor Ort haben. Allerdings ist es gar nicht so einfach, gute Lehrkräfte zu bekommen.“ Die Hochschule wird eine Professorenstelle ausschreiben– wobei Reisebereitschaft vorausgesetzt wird. Auch Göttingen und Berlin gehören zu den Einsatzorten. „Die Hocschule sucht junge und engagierte Bewerber und Bewerberinnen, die praxisnah Betriebswirtschaft vermitteln“, sagt die Campus-Leiterin, die zugleich auch Vizekanzlerin der PFH Göttingen ist. wb


Info: Starker Praxisbezug garantiert

Schon im Zuge des Bachelor-Studiengangs „Verbundwerkstoffe/Composites“ ist Praxis integriert – und zwar so stark, dass die Studenten „nebenbei“ einen Ab-schluss als „Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik, Schwerpunkt Verbundwerkstoffe“ machen, also einen Gesellenbrief erwerben. Die Ausbildung findet in den ersten fünf Semestern in der vor-lesungsfreien Zeit statt. Das Studium dauert acht Se-mes-ter und ist an einen Lehrbetrieb gekoppelt. Die ersten beiden Semester finden im Betrieb statt – hier ist handfeste Lehre angesagt. Das dritte Semes-ter dient in-halt-lich der beruflichen Aus-bildung, die Se-mester vier und fünf sind klassisches Studium, im sechsten steht für viele ein Auslandssemester an, gefolgt von einem weiteren PFH-Stu-diensemester. Im achten Semester steht dann das Hauptpraktikum mit der Bachelorarbeit an. Wer hier erfolgreich durchkommt, hat 210 ECTS erworben – European Credit Transfer Systempoints. 180 sind europaweit Pflicht, um einen Bachelor zu bekom-men. Peggy Repenning: „Um einen Punkt zu erhalten, ist in etwa ein Arbeitsaufwand von 30 Stunden nötig. Das heißt: Pro Jahr sind 1800 Arbeitsstunden einzuplanen – für Vorlesungen, Vor- und Nach-be-rei-tung und Klausuren. Die berufliche Ausbildung wird dabei nicht berücksichtigt.“ Im Klartext: Ein Studium im PFH Hansecampus Stade ist eine Herausforderung. Vorteil: Die Professoren sind sehr stark eingebunden und präsent – „zum Anfassen“, wie die Campus-Leiterin sagt. Außerdem wird in kleinen Grup-pen von bis zu 30 Studenten pro Jahrgang gearbeitet – allerdings mit denselben Basisinhalten, die auch in anderen technischen Studiengängen zu finden sind: Mechanik, Physik, Chemie, Mathematik. wb