1000 Jahre Kompetenz

Fotos: einHightech mit Tradition: das Unternehmen Jungmann Systemtechnik, hier ein Leitstand, steht beispielhaft für die hohe Qualität des Wirtschaftsstandortes Buxtehude.

Ein Zahlenspiel à la Buxtehude: Wirtschaftsförderin Kerstin Maack über Standorttreue von Unternehmen.

Industrie, Handel, Maschinenbau, produzierendes Gewerbe, Handwerk und wirtschaftsnahe Bildungseinrichtungen – der Standort Buxtehude ist breit gefächert und geprägt von großer Vielfalt. Besonders erwähnenswert in der Hansestadt: Der Wirtschaftsstandort hat nicht nur viele Gesichter, sondern auch Geschichte. Zählt man das Alter nur eines Dutzend namhafter Unternehmen zusammen, kommen da schnell mehr als 1000 Jahre zusammen: 1000 Jahre Kompetenz, 1000 Jahre Kundenbeziehung, 1000 Jahre Standorttreue.

Bei der intensiven Nachforschung nach dem Alter von Unternehmen und Institutionen in der Hansestadt Buxtehude kam ein beeindruckendes Ergebnis zu Tage. Hier eine kleine Auswahl: Leder Hermann 177 Jahre, das Modehaus Stackmann 96 Jahre, der Fuhrbetrieb Sandmeyer 150 Jahre, Maler Tobaben 68 Jahre, Miprotek 32 Jahre, Implantcast
27 Jahre, Bacardi 49 Jahre, Claudius Peters Technologies 61 Jahre, Keimling Naturkost 31 Jahre, Strauss Verpackungen 70 Jahre (seit 27 Jahren in Buxtehude), Synthopol Chemie 49 Jahre, Unilever 43 Jahre, Airbus 24 Jahre, Herbert Dammann 40 Jahre, das Autohaus Eberstein 70 Jahre und die Hochschule 21 140 Jahre. Allein mit diesen wenigen, gleichwohl bekannten Namen ist die 1000er-Grenze erreicht. Die Lebensalter sämtlicher Unternehmen in Buxtehude zusammengenommen würde ein Vielfaches ergeben.


Quer durch alle Branchen

Die 1000-Jahre-Wirtschaft-Erhebung ist natürlich nur ein Zahlenspiel, denn sie zeigt lediglich einen kleinen Ausschnitt des Wirtschaftsstandortes. Für Kerstin Maack macht diese Zahl jedoch eines deutlich: „Der Wirtschaftsstandort Buxtehude verfügt über ein hohes Maß an Standorttreue bei den Unternehmen. Und über ein breites Spektrum quer durch alle Branchen. Eine unserer Stärken: 23 Prozent der hier Beschäftigten arbeiten im produzierenden Gewerbe.“ Es ist eine alte Erkenntnis, dass nennenswerte Wirtschaftskraft nicht allein aus Dienstleistung und Handel entstehen kann. Deshalb bemühen sich alle Standorte um ein möglichst hohes Maß an Wertschöpfung durch Produktion, was in der Hansestadt seit Jahren gelingt.

Entscheidung für Buxtehude

Das Thema Standorttreue haben Wirtschaftsförderer besonders im Blick: Niemand lässt ein Unternehmen gerne ziehen. So trifft es sich gerade gut, dass beispielsweise das Autohaus Eberstein ein klares Bekenntnis zum Standort abgegeben hat und im Industriegebiet West ein neues Servicezentrum baut. Das Familienunternehmen investiert gegenüber seinem Haupthaus an der B73 rund 2,5 Millionen Euro und baut eine neue Werkstatt sowie einen Ausstellungsbereich auf. Die Fläche konnte die Eberstein Gruppe von der Hansestadt Buxtehude erwerben. Der Eberstein-Standort an der Moisburger Straße (Audi) zieht mit ins Industriegebiet West um. Künftig stellt sich das Unternehmen kunden- und vor allem serviceorientiert an einem Standort auf.

„Perlen der Wirtschaft“

Dass dies so möglich ist, ist auch ein Verdienst der aktiven Gewerbeflächenbevorratung, die Unternehmen in der Stadt Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Kerstin Maack: „Wir gestalten die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes aktiv mit und bieten  Beratung und Service für Unternehmen ebenso wie Gewerbeflächen bei Erweiterungsbedarf oder auch für Neuansiedlungen an.“ So ist es gelungen, nicht nur namhafte Industriebetriebe, sondern weitere echte Champions am Ort zu halten – zum Beispiel die innovative Reederei NSB und das Unternehmen Jungmann Systemtechnik, zwei „Perlen der Buxtehuder Wirtschaft“, wie Kerstin Maack sagt. Jungmann baut europaweit Kontrollraumtechnik und Leitstände beispielsweise für Industrieanlagen, Flughäfen und Weltraumprojekte, Verkehrsleitzentralen und Überwachungsleitstände. NSB erregte kürzlich internationale Aufmerksamkeit mit dem Patent für die Widening-Technik für Schiffe. wb