Vom Glück, Spuren in der Stadt zu hinterlassen . . .

Hadi-TeheraniIm Hintergrund die „Tanzenden Türme“ an der Reeperbahn: Arnold Felkers, Leiter des Haspa-Bereichs Firmenkunden Süd (von links), Lars Seidel von Grossmann & Berger (spendierte das Frühstück), Gastredner Hadi Teherani und Arent Bolte, Haspa-Regionalbereichsleiter Mitte, Süd und Ost im Channel Riverside am Veritaskais in Harburg. Foto: Wolfgang Becker

Architekt und Designer: Hadi Teherani referierte beim Haspa-Immobilienfrühstück in Harburg

Mit einem Teherani-E-Bike zur Arbeit in die Hamburger City, den Tag über in einem Teherani-Gebäude in der City auf einem Teherani-Bürostuhl sitzen, der – natürlich – auf einem Teherani-Teppich steht. Und abends? Da geht es ab in den Garten – dort steht die Teherani-Gartenbox mit einem zwei Mal zwei Meter großen Bett und direktem Blick auf eine kleine Gruppe originell und irgendwie naturnah gestalteter Teherani-Vogelhäuschen. Geht nicht? Doch, diese fiktive Konstellation ist theoretisch möglich, denn der Hamburger mit iranischen Wurzeln ist ein Multitalent und ein international gefragter Designer. Über seine vielfältigen Aktivitäten referierte Hadi Teherani jetzt beim Haspa-Immobilienfrühstück im Channel Riverside am Veritaskai in Harburg. Sein humorvolles Eingangsstatement: „So früh habe ich noch nie einen Vortrag gehalten.“

Noch hat der international gefragte Gestalter im Hamburger Süden keine architektonischen Spuren hinterlassen. Mit seinem Architekturbüro ist es ihm jedoch gelungen, der Hamburger Innenstadt eine unverkennbare Sprache zu geben: Der „Berliner Bogen“ am Anckelmannplatz in Hammerbrook stammt ebenso von Teherani wie das Deichtor-Center, das dynamische Dockland-Bürogebäude an der Elbe in Altona, die Europapassage und die „Tanzenden Türme“ an der Reeperbahn 1. Aber Teherani hat durchaus auch den Süden der Stadt im Sinn. Für den Bauunternehmer und Channel-Begründer Arne Weber entwarf er ein neues Hochhaus, das bislang allerdings noch in der Warteschleife ist.

Hadi Teherani kam als Sechsjähriger nach Deutschland. Nach dem Architekturstudium in Köln und einem Abstecher in die Wissenschaft startete er seine Selbstständigkeit mit einem kleinen Büro und einem darunter liegenden Ladengeschäft, in dem er Mode verkaufte. Sein erster Architekturauftrag: ein Autohaus in Hamburg. Heute baut er für Deutschland und die ganze Welt – zum Beispiel die Zayed Universität in Abu Dhabi und den ICE-Bahnhof in Frankfurt, Deutschlands erster warmer Bahnhof, wie Teherani seinen etwa 150 Zuhörern erläuterte. Architektur beschäftigt ihn stark – es sei ein Glück, wenn ein Architekt solche Spuren hinter lassen darf. Und dann diese Passage in seinem Vortrag: „Architekturwettbewerbe bringen nicht das Außergewöhnliche hervor, sie verhindern nur das Schlimmste. Das sehen wir in der Hafen-City. Das ist alles ganz in Ordnung, aber ein Kracher ist nicht dabei. Das ist langweilig.“

Vom Architekten zum Produkt-Designer und Interieur-Gestalter – diesen Weg hat Teherani konsequent beschritten. Das betont er nicht ohne Stolz: „Ich habe der Architektur diesen Raum eröffnet.“ wb