Hochtechnologie made in Polen

Foto: MITRainer Rempe, Landrat des Landkreises Harbur (links) und der MIT-Vorsitzende Wilfried Uhlmann nehmen den polnischen Gast in die Mitte: Dr. Jacek Robak, gesandter Botschaftsrat aus Berlin. Foto: MIT

Botschaftsrat Dr. Jacek Robak zu Gast bei der MIT.

Die wirtschaftspolitischen Verflech-tungen zwischen Deutschland waren das Thema des 23. Parla-mentarischen Abends, zu dem die CDU-Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung MIT im Landkreis Harburg alljährlich in den historischen Hof Kröger in Wörme einlud. In seiner Begrüßungsrede vor rund 100 Gästen lieferte der Vorsitzende, Wilfried Uhlmann, als Einleitung eine Kurzzusammenfassung der gesellschaftlichen und politischen Geschichte des deutschen Nachbarlandes. Das Highlight des Parlamentarischen Abends war allerdings der Vortrag von Dr. Jacek Robak, gesandter Botschaftsrat aus Berlin, der in der Polnischen Botschaft Abteilungsleiter der Abteilung für Handel und Investitionen ist.

Polen hat seit vielen Jahren nicht nur ein stetiges Wirtschaftswachstum, sondern ein so hohes, dass es selbst in den Jahren der Wirtschaftskrise 2008/2009 als einziges europäisches Land ein positives Wirtschaftsergebnis erzielen konnte. Und immer noch sei ‚Luft nach oben‘: Gerade Deutschland spiele in der polnischen Wirtschaft eine starke Rolle: Deutschland sei für Polen seit Jahren im Export auf dem ersten Platz. 27 Prozent der polnischen Exporte gehen nach Deutschland. Einen großen Anteil davon haben Kraftfahrzeuge und Autoteile mit 14 Prozent, Lebensmittel und Futter mit
7,6 Prozent und EDV-Geräte mit 7,5 Prozent.

Für Deutschland hingegen ist Polen in der Reihe der Export-Partner ‚nur‘ auf Platz sieben – mit 100 Milliarden Euro Umsatz. Aber das Nachbarland habe Reserven auf vermutlich unerwartetem Gebiet: Forschung und Entwicklung. Allein im Bereich der EDV habe Polen
40 000 Universitäts-Absolventen im Jahr, was immer mehr ausländische Unternehmen dazu bewege, sich auch in Polen anzusiedeln, so der Referent. Viel Fachpersonal, andere Lohnstrukturen – das seien nur zwei wichtige Gründe, in Polen zu investieren. Aber trotzdem sei nicht alles mit der rosaroten Brille zu sehen, machte Robak deutlich.

Uhlmanns Fazit: „Polen und Deutschland haben viele Gemeinsamkeiten aber auch viele Unterschiede. Auch wenn es sich noch etwas ungewohnt anfühlt: Wir müssen uns mit dem Gedanken vertraut machen, neben asiatischen Staaten auch Polen als Hochtechnologie-Land anzusehen.“