IHK-Präsident drängt auf sachliche Debatte

Foto: IHK Lüneburg-Wolfsburg

Entscheidung über die weitere Zusammenarbeit der IHKs Lüneburg-Wolfsburg und Braunschweig ist bei den IHK-Gremien in den besten Händen.

Der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg, Olaf Kahle, hat die Kritik an einer möglichen Zusammenarbeit mit der IHK Braunschweig erneut entschieden zurückgewiesen. Während einer IHK-Veranstaltung am 6. Februar 2017 bezeichnete Kahle die Tatsache, dass die Landräte vertrauliche Informationen vor der offiziellen Beratung der IHK-Gremien öffentlich gemacht haben, als wenig hilfreich angesichts der Komplexität dieser Diskussion.

„Eine wie auch immer geartete Kooperation der IHKs ist bei den gewählten Unternehmensvertretern in den Vollversammlungen beider IHKs in den besten Händen. Dort und nur dort fallen die Entscheidungen.“


Vergangene Woche hatten sich die Landräte aus Stade, Harburg, Lüneburg und der Lüneburger Oberbürgermeister mit einer Presseinformation öffentlich gegen eine engere Zusammenarbeit der IHKs Lüneburg-Wolfsburg und Braunschweig positioniert. Sie befürchten, dass die nördlichen Landkreise dadurch geschwächt würden. Bei Hintergrundgesprächen hatte die IHK die Landräte ins Vertrauen gezogen, nachdem im Dezember die IHK-Vollversammlung informiert worden war. Der weitere Zeitplan sieht vor, dass die Präsidien beider IHKs in einer gemeinsamen Sitzung am 9. Februar über den Sachstand diskutieren. Ihre Aufgabe wird es sein, über die Themen und die Ziele der weiteren Gespräche zu entscheiden. Die Vollversammlung der IHK Lüneburg-Wolfsburg tritt dann am 9. März zusammen, die Vollversammlung der IHK Braunschweig am 8. Mai.

Noch vor der Sitzung der IHK-Vollversammlung Anfang März sollten die Landräte und Oberbürgermeister über das weitere Vorgehen in persönlichen Gesprächen unterrichtet werden. Die Termine wurden bereits vereinbart.

„Die Landräte kennen den Zeitplan und haben sich bewusst frühzeitig an die Öffentlichkeit gewendet, um Druck auf die Vollversammlung auszuüben“,

kritisierte Kahle. Die IHKs Lüneburg-Wolfsburg und Braunschweig würden bereits heute gut zusammenarbeiten: „Diese gute Zusammenarbeit möchten wir nun ausweiten, denn der Wirtschaftsraum Braunschweig-Wolfsburg gehört zu den wachstumsstärksten und zukunftsträchtigsten Regionen in Deutschland. Da ist es wichtig, dass sich die Industrie- und Handelskammern eng abstimmen und bei wirtschaftspolitischen Themen mit einer Stimme sprechen.“ Das in den Vollversammlungen zu diskutierende Spektrum reiche dabei von einer vertieften Zusammenarbeit in konkreten Projekten bis zu einer gegebenenfalls auch näher zu prüfenden Fusion. Kahle betonte: „Ich bin sicher, dass die Vollversammlungsmitglieder als Vertreter ihrer Branchen und Regionen alle wesentlichen Aspekte – Herausforderungen wie Chancen – abwägen und bei ihrer Entscheidung berücksichtigen.“