Die Serviceorientierten „fressen“ die Nicht- Serviceorientierten

Foto: Martin Elsen1000 Kilometer Radwege-im Alten Land am Elbstrom entdecken.
Bianka Zydek

Bianka Zydek

von Bianka Zydek, Geschäftsführerin Tourismus-verband Landkreis Stade / Elbe e.V.


Deutschland liegt als Reiseland im Trend: Für die hohen Übernachtungszahlen sorgen vor allem die Deutschen selbst. Der Tourismusverband Landkreis Stade / Elbe e.V. vermarktet die Urlaubsregion aktiv unter der touristischen Dachmarke „Altes Land am Elbstrom – Natürlich vor Hamburg“. Jährlich gibt es bei uns 850 000 Übernachtungen und 8,4 Millionen Tagesbesucher bei einem Bruttoumsatz von 212 Millionen Euro.

Der Tourismus ist im Wandel; die Gäste von heute sind selbstbewusst, reiseerfahren und gut informiert. Früher haben die Großen die Kleinen „gefressen“ oder die Schnellen die Langsamen. Und heute? Die Serviceorientierten fressen die Nicht-Serviceorientierten. Klassifizierte Unterkünfte verzeichnen nachweislich eine höhere Auslastung. Qualität, Kundenorientierung und Individualisierung werden künftig zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren zählen.

Zudem nimmt die Bedeutung von Marken bei der Kaufentscheidung generell zu. Mal ehrlich, was antworten Sie, wenn Sie im Ausland oder in Bayern nach Ihrer Herkunft gefragt werden? Oder wissen Sie, wo das „Rotkäppchenland“ oder die „Dübener Heide“ liegen? Eine kleinteilige Markenstrategie ist in der heutigen globalisierten Welt nicht zielführend. Das hat man bereits 2004 erkannt. Potenzielle Gäste sollen über die Dachmarke und gezielte Vermarktung unserer Kernthemen Radfahren, Hansestädte, Obstanbau, Natur, maritime Erlebnisse sowie Kunst und Kultur auf die Destination mit ihren Teilregionen aufmerksam gemacht werden.

Wie können wir uns als relativ kleine Tourismusdestination abheben? Ein „Hinterherlaufen“ ohne „Überholen“ bringt nichts, wir müssen eigenständige, typische Angebote beziehungsweise Erlebnisse schaffen. Ein wichtiger Baustein auf diesem Weg ist die Fortschreibung unseres Tourismuskonzepts bis 2016 gemeinsam mit den hiesigen Tourismusakteuren. Es gilt, für den Gast eine durchgehende Qualität zu bieten. Zudem sind Kooperationsbereitschaft und Innovationsgeist gefragt. Der Gesamteindruck ist entscheidend! Zur Destination gehören nicht nur Apfelbäume, Fachwerk und die schöne Natur. Wie sieht es mit der Optik, Servicebereitschaft, Öffnungszeiten und der Identifikation mit der Region aus in Hotels, Restaurants und Museen? Da ist noch Luft nach oben.

Reiseentscheidungen werden vom Internet beeinflusst, das Smartphone regelt heutzutage alles vom Schlafrhythmus bis zur Urlaubsplanung. Darauf sind wir eingestellt. Seit Mai ist der neue Internetauftritt www.urlaubsregion-altesland.de online. Gute Aussichten für die Urlaubsregion. Also, wohin geht es diesen Sommer?

Fragen an die Autorin: zydek@tourismusverband-stade.de