Aufbruch in neue Museumswelten

Virtuelles Museumsstück: Der Eisbrecher "Polarstern“ steht im Mittelpunkt einer digitalen Inszenierung am Deutschen Schifffahrtsmuseum. Foto: AWI / Hans Grobe

Mit seiner ersten Virtual-Reality-Sonderausstellung betritt das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven ab dem 17. Mai 2019 zukunftsweisendes Terrain.

Mit Hilfe modernster Ausstellungstechnik können die DSM-Besucher künftig an Bord des Forschungseisbrechers „Polarstern“ gehen. Basis ist eine gemeinsam mit der Softwareagentur Playersjourney und dem Alfred-Wegener-Institut für Polarund Meeresforschung entwickelte Anwendung der Virtual-Augmented-Reality.

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Neukonzipierte Dauerausstellung

Mit Hilfe einer Spezialbrille können sie an einem interaktiven elektronischen 3D-Modell des Eisbrechers ansonsten unzugängliche Bereiche des Schiffes betreten. Dabei erleben sie sowohl das Bordleben als auch die Forschungsarbeit direkt mit. Neben dem virtuellen 3D-Modell spielen reale Objekte aus der Forschungsschifffahrt sowie ein 360°-Dreh auf dem Schiff in dieser Sonderausstellung herausragende Rollen. Einzelne Teile der Sonderausstellung gehen im Anschluss in die neukonzipierte Dauerausstellung „Mensch & Meer“ über, die das Museum 2021 eröffnet.

Schritt für Schritt zur Vision

In diesem Jahr will das Museum auch an anderen Stellen seinen Visionen von einer modernen Präsentation näher kommen. Unter anderem sollen die Entwürfe von Agenturen präsentiert werden, die sich an dem Ideenwettbewerb zur Weiterentwicklung des Museumsgeländes beteiligt haben. „Ich bin sicher, dass diese Entwürfe eine inspirierende Gesprächsbasis bilden, wenn es um die Zukunft dieses besonderen Orts mit seiner großen Bedeutung für ganz Bremerhaven geht“, sagt die Museumsdirektorin Prof. Dr. Sunhild Kleingärtner.

Mit dem Port Center im Museumshafen soll eine Schnittstelle entstehen, die das Lebens- und Arbeitsfeld Hafen von gestern über heute bis in die Zukunft als globales Phänomen beleuchtet. Bereits seit Januar gewährt eine Online- Ausstellung Einblicke in kulturelle und wirtschaftliche Verflechtungen zwischen Nordsee, Atlantik und Mittelmeer. Studierende der Universität Bremen analysierten Bilder und Texte aus dem 16. und 17. Jahrhundert, erstellten Video- und Audiodateien und machen damit den Einfluss der damaligen Kolonialbeziehungen auf Kultur und Gesellschaft sichtbar.