Tempowerk baut dieBrücke zum Expertenteam von ARIC e.V.

Fototermin mit Lieferroboter im ARIC-Showroom (Dockland): Mark Behr (links) und Jan Schnedler wollen das Tempowerk als KI-Brückenkopf in der Metropolregion Hamburg Süd aufstellen. Der Technologiepark kooperiert bereits seit einiger Zeit mit den KI-Experten von ARIC e.V. Foto: Wolfgang Becker

B&P-GESPRÄCH Mark Behr und Jan Schnedler betonen die Chancen – Die EU-Lösung lautet „Responsible AI“ – AI Art Splash am 27. Juli.

B eflügelt durch den Textgenerator ChatGPT und diverse weitere vergleichbare Produkte hat das Thema Künstliche Intelligenz (KI) ein rasantes Tempo entwickelt und schickt sich an, die analoge Welt endgültig umzupflügen. Jan Schnedler, einer der Geschäftsführer des 2019 gegründeten Artificial Intelligence Center Hamburg e.V. (ARIC), bestätigt diesen Eindruck in vollem Umfang und ist selbst beeindruckt, wie schnell neue KI-Anwendungen aus den Rechnern sprießen. ARIC wurde gegründet, um das KI-Thema in der Metropolregion Hamburg zu strukturieren. Der Süden der Hansestadt fiel dabei bislang ein wenig durchs Raster, doch das soll sich jetzt ändern. Das Tempowerk und ARIC haben eine Kooperation vereinbart, die schon sehr schnell greifbare Ergebnisse liefern soll – Info-Veranstaltungen, Panel-Diskussionen, Unterstützung von Unternehmen und am 27. Juli den ersten AI-Art-Splash im Tempowerk. Innovationsmanager Mark Behr macht eine klare Ansage: „Das Tempowerk nimmt die Challenge an: Wir wollen der KI-Brückenkopf für die Metropolregion Hamburg Süd werden. Wenn sich Unternehmen für KI-Anwendungen interessieren, finden sie über uns den Zugang.“

Bei einem B&P-Gespräch im Dockland, hier ist der Verein zu Hause, erläuterte Mark Behr die Zielsetzung vom Tempowerk: „Uns geht es darum, der Panikmache etwas entgegenzusetzen und zu schauen, wie sich KI positiv nutzen lässt. Wir wollen von der angstgesteuerten Diskussion weg. Zurückdrehen können wir die Entwicklung ohnehin nicht, aber vielleicht gelingt es dieses Mal, neue Technologien rechtzeitig mit Leitplanken zu versehen, die am Ende dazu führen, dass KI eine Unterstützung ist – und keine Bedrohung. Deshalb kooperieren wir mit ARIC e.V. – es gibt nirgendwo besser vernetzte KI-Experten.“ Ende Juni organisierte das Tempowerk beispielsweise eine Exkursion mit gut einem Dutzend Geschäftsführern von Firmen aus dem Technologiepark. Ziel: Der ARIC-Showroom im Dockland.

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„Die Welt verändert sich . . .“

Der positive Blick auf die KI deckt sich mit den Zielen von ARIC e.V., wie Jan Schnedler sagt: „Es ist schon bemerkenswert, dass sich gerade die Entwickler der jüngsten KI-Programme wie beispielsweise ChatGPT und GPT4 offen dafür aussprechen, diese Technologie zu regulieren.“ Man werde zwar nicht mehr verhindern können, dass KI beispielsweise von totalitären politischen Systemen missbraucht werde, aber „es besteht auch die Chance, dass wir durch KI beim Lösen der großen Weltprobleme wie beispielsweise dem Klimawandel einen Schritt weiterkommen.“ Und: „Die Welt verändert sich, und wir können nur raten , wie sie in den nächsten Jahren aussehen wird . . .“

Für ARIC e.V. ist die Schlagrichtung klar: Es geht um „Responsible AI“ – um Künstliche Intelligenz, die verantwortungsbewusst eingesetzt wird. Diese Debatte wird derzeit auf EU-Ebene geführt. Eine konkrete Forderung betrifft das Kenntlichmachen von KI-Beiträgen aller Art, damit der Leser oder Betrachter weiß, dass hier eine Maschine am Werk war. Befürchtet wird, dass es vieles, was mit KI möglich sei, in Europa nicht geben werde. Er sagt: „Unsere Frage hier lautet: Wo kann Europa im weltweiten Wettstreit führend sei? Unsere Antwort lautet: bei Responsible AI.“ Viele Themen bei den großen Sprachmodellen wie ChatGPT seien ungeklärt – beispielsweise der Datenschutz und das Urheberrecht. Mit Interesse hat Schnedler registriert, dass Open-AI-Chef Sam Altman angesichts der drohenden Regulierung in der EU damit gedroht hat, sich aus Europa zurückzuziehen – dies „dürfte jedoch eine taktische Äußerung gewesen sein“.

Was KI kann, soll beim AI-Art-Splash am 27. Juli (12 bis 20 Uhr) gezeigt werden. Im Tempowerk sollen Anwendungen gezeigt werden, eine künstlerische Ausstellung mit von KI erzeugten Architekturzeichnungen ist geplant, ein Youth-Hackerton soll stattfinden, und am Abend ist ein 12min.me angesetzt. Dahinter verbirgt sich ein in Hamburg erfundenes Afterwork-Diskussionsformat nach dem Motto „Don’t waste your time „(Verschwende nicht deine Zeit): Zwölf Minuten kompakter Input zu einem bestimmten Thema, danach 12 Minuten Zeit für Fragen. Das Ganze drei Mal. Danach Gespräche, Netzwerk und Kontakte knüpfen. Im Rahmen des AI-Art-Splash wird es um KI und Kunst gehen. Mark Behr: „Wir sprechen mit dieser fast ganztägigen Veranstaltung, die wir gemeinsam mit ARIC e.V. und dem städtischen Projekt ‚Aufbruch Hamburg‘ anbieten, gezielt auch Familien mit Kindern an.“ wb

>> Web: www.tempo-werk.de; https://aric-hamburg.de/ https://www.linkedin.com/showcase/ai-art-splash/

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