Brückenbauer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft

Tutech-Geschäftsführer Martin Mahn (links) und der Moderator der Festveranstaltung, Dr. Ralf Grote (TUHH), schauen schon auf die nächsten 25 Jahre. Foto: Wolfgang Becker

Festakt 25 Jahre Tutech: Die Zeiten ändern sich, der Anspruch bleibt

Wir müssen die Innovationskraft der Wissenschaft auf die Straße bringen“ – sprich: in die Unternehmen. Der Anspruch an die Tutech Innovation GmbH hat sich in 25 Jahren nicht geändert. Und so wunderte es auch keinen der gut 100 Gäste bei der 25-Jahr-Feier im Startup Dock in Harburg, dass Dr. Eva Gümbel, Staatsrätin in der Hamburger Wissenschaftsbehörde, die Erwartungen noch einmal deutlich formulierte und sich im gleichen Zuge für die geleistete Arbeit der Tutech-Mannschaft bedankte. Die Tutech stehe auch im direkten Zusammenhang mit der erfolgreichen Entwicklung der bereits 40 Jahre alten Technischen Universität Hamburg (TUHH), für die der Senat jetzt ein 58 Millionen Euro schweres und auf fünf Jahre ausgelegtes Wachstumsprogramm beschlossen habe. Gümbel: „Und danach soll es ein weiteres Wachstums­programm im selben Umfang geben.“ Die Nachricht zwischen den Zeilen: Auch auf die Transfergesellschaft Tutech kommen Wachstumszeiten zu, denn je stärker die Hamburger Universitäten werden, desto häufiger wird Expertise beispielsweise in Patentangelegenheiten, im Forschungsmanagement und in der Startup-Begleitung gefragt sein. Alles Themenfelder, auf denen die Tutech seit zweieinhalb Jahrzehnten großes Renommee erworben hat.

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Die eingangs beschriebene Zukunftsperspektive markiert zugleich einen Wandel in der Hansestadt Hamburg. Die Staatsrätin: „Der Hafen hat uns in eine gute Gegenwart geführt, aber eine gute Zukunft werden uns Forschung und Wissenschaft bringen.“ Hamburg verfolgt dabei ein großes Ziel: Die Hansestadt will die europäische Innovations-Metropole werden. Dahinter verbergen sich eine strategische politische Ausrichtung und die Notwendigkeit, Wissenschaft und Wirtschaft zusammenzubringen – zwei Bereiche, in denen häufig eine unterschiedliche Sprache gesprochen wird, wie im weiteren Verlauf des Festaktes noch deutlich werden sollte. Der Tutech kommt dabei die Brückenfunktion zu.

TUHH-Präsident Prof. Dr. Ed Brinksma sieht vor allem noch Spielraum in den Gründungsaktivitäten. Er zog den Vergleich zur Technischen Universität im niederländischen Twente, von der er in diesem Jahr nach Harburg wechselte, um das Präsidentenamt von Prof. Dr. Garabed Antranikian zu übernehmen: „Der Wirtschaftsraum in Twente ist erheblich keiner als hier in Hamburg. Trotzdem wurden dort in den vergangenen etwa 35 Jahren rund 1000 neue Unternehmen gegründet. Hier ist also noch Luft nach oben.“ Brinksma will zudem die großen Hamburger Unternehmen ins Boot holen und eine engere Zusammenarbeit anbieten. Er versprach: „Die kommenden 25 Jahre werden spannender als die vergangenen.“ Der TUHH-Präsident hatte einen Einstand nach Maß: „40 Jahre TUHH, 25 Jahre Tutech und 20 Jahre NIT – man kommt aus dem Feiern gar nicht mehr raus . . .“

Im folgenden Programm führte Dr. Ralf Grote, Leiter der TUHH-Präsidialabteilung, durch ein kurzweiliges Talk-Format unter dem Titel „7 Minutes Tutech“. Auf dem Podium: Zehn Zeitzeugen, die die Arbeit rund um den Technologie- und Wissenstransfer aus der Binnen- und der Außensicht kommentierten und durchaus Aspekte zutage förderten, die tiefere Einblicke in die Tutech Innovation und die Hamburg Innovation gaben. Geschäftsführer Martin Mahn, der vor vier Jahren die Nachfolge von Gründungsgeschäftsführer Dr. Helmut Thamer angetreten hatte, dankte aktiven sowie auch ehemaligen Mitarbeitern für die geleistete Arbeit. Er hoffe auf weitere 25 dynamische Jahre – und gern auch länger . . . Von Wolfgang Becker