Dem „Zins-Tief Mario“ zum Trotz . . .

Sie stellten das Bilanzergebnis für 2018 vor: die Vorstände Andreas Sommer (Vorsitzender) und Sonja Hausmann sowie die Vorstandsvertreter Holger Iborg (links) und Gerhard Oestreich (rechts).

Sparkasse Harburg-Buxtehude legt Rekordzahlen für 2018 vor – Vier-Milliarden-Grenze bereits geknackt

Wir blicken auf ein gutes Geschäftsjahr 2018 zurück“, fasste Andreas Sommer, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Harburg-Buxtehude, das Geschäftsergebnis für das vergangene Jahr im Rahmen der alljährlichen Bilanz-Pressekonferenz in Hittfeld zusammen, doch da war die Realität schon weiter als es das vorläufige Zahlenwerk belegte. Sommer: „Mit einer Bilanzsumme von 3,97 Milliarden Euro haben wir im Jubiläumsjahr 2018 kurz vor der Vier-Milliarden- Marke abgeschlossen, aber ich kann Ihnen heute sagen, dass wir diese Zielmarke bereits überschritten haben. Die Kreditnachfrage ist ungebrochen – wir werden 2019 stabil über vier Milliarden abschließen.“ Eine gute Prognose für die Sparkasse, denn das „Zins-Tief Mario“ (O-Ton Vorstandsvertreter Gerhard Oestreich) werde vermutlich noch Monate, wenn nicht gar Jahre anhalten. Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, hatte kurz zuvor mitgeteilt, dass an eine Zinsanhebung in absehbarer Zeit nicht zu denken sei. Das heißt: Mit Zinsen ist eher Geld zu verlieren statt zu verdienen, im Gegenzug steigen die Provisionen für Kreditabschlüsse, Versicherungsverträge und das Anlagegeschäft. Die Bilanzsumme der Sparkasse Harburg- Buxtehude konnte nach den vorläufigen Zahlen im vergangenen Jahr um satte 6,8 Prozent auf 3,97 Milliarden Euro erhöht werden. Starke Wachstumszahlen waren sowohl bei den Kundeneinlagen als auch beim Kundenkreditgeschäft zu verzeichnen. Der Bestand an Krediten stieg auf 3,35 Milliarden Euro.

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Der Zuwachs zog sich dabei durch alle Geschäftsbereiche, wie Vorstandsmitglied Sonja Hausmann erläuterte: „Wir
haben 2018 die Schallgrenze von einer Milliarde Euro beim gewerblichen Kreditbestand geknackt. Da ist das Bauträgergeschäft noch nicht eingerechnet. Damit sind wir Marktführer in der Metropolregion Hamburg Süd.“ Nach dem bereits sehr guten Ergebnis von 2017 legte das Geschäft mit Bauträgern und Immobilieninvestoren nochmals zu – um 88 Millionen Euro auf nunmehr 820 Millionen Euro (Bestand). Im Bereich der privaten Baufinanzierung stieg der Bestand auf 1,8 Milliarden Euro. Die positive Entwicklung führen Sommer und Hausmann auf eine Neuordnung des Vertriebs zurück: Nachdem Beratung jahrelang zentral an vier Standorten durchgeführt wurde (Harburg, Buchholz, Winsen, Buxtehude), wurde die Beratungskompetenz wieder in die Fläche gebracht und ist nun an allen 21 Standorten der Sparkasse verfügbar. Sonja Hausmann: „Private Kunden erwartet dort eine ausführliche Beratung und zumeist sofort eine feste Finanzierungszusage. Unsere Kunden kommen mit ihrem Traum und gehen in der Regel mit einem unterschriebenen Vertrag nach Hause.“ Was früher mehrere Wochen gedauert habe, werde nun in einem Gespräch erledigt. Baugrundstücke: Die Nachfrage ist ungebrochen Mit 454 verkauften Objekten (nach 364 in 2017) überrascht auch das hauseigene Maklerbüro „S-Immobilien“ mit einem exorbitanten Zuwachs. Mit der Vermarktung von Baugrundstücken in Salzhausen, Winsen, Wulfsen, Buxtehude, Hedendorf, Buchholz, Eddelsen und Ohlendorf sieht es ebenfalls blendend aus. Hausmann: „Die Grundstücke sind entweder verkauft oder reserviert. Wir haben Wartelisten und die Nachfrage ist ungebrochen.“ Neue Baugebiete sollen an den Markt gebracht werden. Auf der Einlagenseite sieht es ebenfalls gut aus, doch der genaue Blick offenbart ein Problem: Hat die Sparkasse zu viel Liquidität, muss sie das Geld ihrerseits zum Beispiel bei den Landeszentralbanken oder der Bundesbank hinterlegen – zu einem Zinssatz von minus derzeit 0,4 Prozent.

Sommer: „Anfang 2019 hatten wir 200 Millionen Euro Liquidität, die wir parken mussten. Das wird dann richtig teuer.“ Er kündigte an, dass darüber nachzudenken sei, ob es sich die Sparkasse auf Dauer leisten könne, hohe Barvermögen (jenseits 500 000 Euro) von Unternehmen, Institutionen und Privatkunden kostenlos im Bestand zu halten. Die hohe Liquidität entsteht, wenn die Menge der Einlagen die Höhe der ausgegebenen Kredite deutlich übersteigt. Einlagen sind in diesem Fall nicht selten Bestände auf Giro- und Tagesgeldkonten, die mangels Alternative einfach liegengelassen werden. Die Kundeneinlagen stiegen 2018 um 240 Millionen auf 3,11 Milliarden Euro. Die negative Entwicklung an den Kapitalmärkten bremste einen stärkeren Zuwachs beim Wertpapiergeschäft. Rund 834 Millionen Euro wurden Ende 2018 in den Kundendepots verwaltet. „Durch unsere faire, umfassende Beratung konnte das Provisionsergebnis im Vergleich zum Vorjahr erneut gesteigert werden und hat mit 33,1 Millionen Euro wiederholt einen Rekordwert erreicht und unsere Erwartungen weit
übertroffen“, fasst Andreas Sommer zusammen – das 175. Jahr der Sparkasse Harburg-Buxtehude wird also auch aus wirtschaftlicher Sicht in bester Erinnerung bleiben. „Die starken Wachstumszahlen in allen Bereichen haben dazu beigetragen, dass sich die Sparkasse mit 26,5 Millionen Euro über ein gutes Ergebnis vor Steuern freut. Daher kann die Sparkasse rund 11,9 Millionen Euro Steuern zahlen, die größtenteils den Kommunen und damit den Menschen vor Ort zu Gute kommen.“

Web: www.spkhb.de