Die Alternative zu Granit & Co.

Ahmad Sarrad ist bauwelt-Fachmann für den Garten- und Landschaftsbau. Er berät Kunden zu den verschiedenen Materialien.

B&P VOR ORT bauwelt-Kundenberater Ahmad Sarrad (Hollenstedt) über Naturstein-Produkte für Terrassen und Wege

Mit Steinen kennt er sich aus: Seit zwei Jahren arbeitet der gelernte Baustoffhändler Ahmad Sarrad für die bauwelt Delmes Heitmann in Hollenstedt und berät dort Kunden zu Fragen des Garten- und Landschaftsbaus, der Außenbereichsgestaltung und des Tiefbaus. Ein besonderes Themenfeld ist dabei die Verarbeitung von Naturstein. Warum, erläuterte der 42-Jährige im Vor-Ort-Gespräch mit Business & People.

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Die Verarbeitung von Naturmaterialien ist beliebt, aber häufig auch eine Frage des Budgets, denn wer die Wahl zwischen geflammten Granitplatten oder grauen Betonplatten hat, wird den Unterschied schnell merken. Da viele Gärten und Terrassen aber mittlerweile den Zweck eines Außenwohnbereichs erfüllen, liegen Naturstein-Produkte voll im Trend. Sarrad: „Allein in diesem Produktbereich haben wir mehrere 100 verschiedene Artikel.“ Das Spektrum reicht von Platten verschiedener Größen und Farben in Keramik, Granit, Basalt beziehungsweise Gabbro, Travertin und Sandstein über Natursteinmauern bis hin zu Randsteinen, Blockstufen und Natursteinsplit.

Polygonal? Das ist out!

Doch auch mit Blick auf den Naturstein ändern sich die Geschmäcker, weiß Sarrad: „Heute geht es bei der Herstellung von Flächen überwiegend geometrisch zu. Polygonal-Platten sind zurzeit out. Sie können zwar bestellt werden, werden aber so gut wie nie nachgefragt. 2018 gerade mal ein Auftrag.“ Zur Erinnerung: Diese Platten haben gebrochene Kanten, werden wie ein Puzzle zusammengelegt und waren ab den 90er-Jahren beliebt beim Bau von Terrassen.

Im Trend ist dagegen etwas ganz anderes: „Keramikplatten!“ Ahmad Sarrad klärt auf: „Sie werden aus pulverisiertem Naturmaterial unter hohem Druck gepresst, sind sehr beständig und äußerst pflegeleicht – Fett, Rotwein, selbst Ketchup und ähnlich intensive Substanzen können Keramik nichts anhaben.“ Die Platten gibt es in verschiedenen Maßen und Stärken. Sie werden auf Drainagebeton (wasserdurchlässig) verlegt (Verklebung wie beim Fliesenlegen) und verfugt – nicht das günstigste Verfahren, aber Langzeitwirkung ist garantiert.

Sarrad: „Ganz neu ist gerade ein Stecksystem auf den Markt gekommen, das einfaches Verlegen auf Pflastersplitt mit dem Vorteil der Keramikplatte verbindet.“ Diese Platten sind etwa drei Zentimeter stark und mit einem dünnen Kunststoffprofil umgossen. Der Untergrund (Splitt) muss glatt und gerade sein – die Platten werden einfach aneinander gesteckt. Oben ist lediglich eine schmale Kunststofffuge zu sehen. Fertig. Sarrad: „Das ist eine tolle Alternative und hat einen weiteren Vorteil: Diese Platten kann ich auch wieder aufnehmen und woanders verlegen.“ Günstiger als manche zwei Zentimeter starken Keramikplatten sind vier Zentimeter starke Platten mit Betonsockel. Sie werden wie Betonplatten auf Splitt verlegt und mit Fugensand verfugt – fertig.

Den Vorteil von Keramik als Natursteinprodukt benennt Ahmad Sarrad ohne zu zögern: „Das fast porenlose Material ist leicht zu pflegen, weil sich Algen, Moose oder Fett und Schmutz nicht festsetzen können – das passiert dagegen schnell, wenn Beton verarbeitet wird. Schmutz lässt sich bequem mit flüssigem Außenreiniger oder auch einem Hochdruckreiniger entfernen.“ Andere Natursteine sind ebenfalls beliebt, aber schwieriger zu säubern. Granit beispielsweise zieht Wasser und neigt zu Grünspan-Bildung, Sandstein wird durch Oxydation mit der Zeit schwarz. Diese Materialien können zwar imprägniert werden, doch das müsste regelmäßig wiederholt werden.

Pflegeleicht und haltbar

Die Natursteine, mit denen die bauwelt handelt, stammen überwiegend aus europäischen Ländern wie Portugal und Italien. Grundsätzlich wird versucht, die Transportwege zu minimieren, indem auf deutsche, zumindest aber europäische Lieferanten und Hersteller gesetzt wird. Nachhaltigkeit ist auch im Baustoffhandel ein großes Thema.

Die bauwelt in Hollenstedt bietet auf etwa 900 Quadratmetern Ausstellungsfläche für den Garten- und Landschaftsbau, rund 150 Quadratmeter Zaun-Ausstellungsfläche und zirka 430 Quadratmeter Fläche für die Fliesen- und Bauelemente-Ausstellung. Dort sieht der Kunde, was auch auf seiner Terrasse möglich ist. Neben den Natursteinprodukten sind hier auch verlegte Pflasterklinker und Betonpflaster zu sehen.

Wer sich in Hollenstedt oder auch in Harburg und in Buchholz umschauen möchte: Sonntags von 11 bis 17 Uhr lädt die bauwelt zum Schautag (kein Verkauf, keine Beratung). wb

Web: https://www.bauwelt.eu/