Aus PET werden jetzt sogar Fußböden gemacht

B&P VOR ORT: bauwelt-Experte Karsten Köhler über neue Trends bei Bodenbelägen und das hauseigene Premium-Konzept

Hier geht es zum Parkett: Karsten Köhler, Teamleiter Ausstellung, steht in der neu konzipierten Ausstellung für Bodenbeläge in der bauwelt-Zentrale an der Maldfeldstraße in Seevetal/Beckdorf. Foto: Wolfgang Becker

Mit einer neu konzipierten Ausstellung in der Maldfeldstraße reagiert die bauwelt Delmes Heitmann auf die neuen Trends für Bodenbeläge und führt den Kunden – sowohl den privaten als auch den gewerblichen – in die Welt der Premium-Produkte ein. Die Bodenbeläge (Fliese, Parkett, Laminat und neue Produkte auf Kunststoffbasis) sind allerdings nur ein Segment der Ausstellungswelt, denn in der bauwelt-Zentrale in Seevetal/Beckdorf werden auch Bauelemente (Türen und Fenster), der Bereich Bauen und Modernisieren sowie der große Bereich des Garten- und Landschaftsbaus abgebildet. Verantwortlich für die Premiumausstellung ist Karsten Köhler, der im B&P-Gespräch über Alternativen zum Standardprogramm für Fußböden und das Premium-Konzept aufklärt.

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Wenn es um den nichtgefliesten Bodenbelag für das neue Haus oder die neue Wohnung geht, fallen dem Laien in der Regel nur zwei Stichworte ein: Parkett oder Laminat. Ersteres besteht aus Echtholz und überrascht mit einer Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten sowie einer Preisbandbreite die in der Bauwelt bei 25 Euro pro Quadratmeter beginnt und beim Zehnfachen dieses Betrages endet. Laminat ist dagegen ein mit bedruckter Folie auf Holzoptik getrimmter Träger aus Holz oder Kunststoff, der mit einer Harzschicht trittfest versiegelt ist. Auch hier gibt es erhebliche Preisunterschiede und Ausführungen, die im oberen Segment von Echtholzprodukten kaum zu unterscheiden sind.

„Ökologisch völlig unbedenklich“

Köhler: „Bis vor wenigen Jahren waren Parkett und Laminat ohne Frage die Standardbeläge. Aber die Zeiten ändern sich. Heute haben wir weitere Produkte auf dem Markt, die auf Kunststoffbasis produziert werden – zum Beispiel weichmacherfreie Vinylbeläge und, recht neu, die sogenannten PET-Böden.“ PET? Das ist die Abkürzung für Polyethylenterephthalat, ein thermoplastischer Kunststoff, der vor allem für die Produktion von Getränkeflaschen bekannt ist. PET-Flaschen wurden jahrelang im großen Stil zum Recycling nach China exportiert. Die wiedergewonnenen Fäden werden unter anderem zu Fleece-Pullis verarbeitet.

Köhler: „Auch der PET-Boden ist aus Recyc­lingmaterial und ökologisch völlig unbedenklich. Er trägt sogar den Blauen Engel.“ Und stammt übrigens nicht aus China. Fachberater Thomas Aust: „Alle unsere Produkte stammen von deutschen Herstellern. Auch der PET-Boden, der zwar noch nicht die Marktstellung wie Vinyl oder gar Laminat erreicht hat, aber dennoch im Kommen ist. Immer mehr Kunden kaufen ressourcenschonend umweltbewusst. Darauf stellen wir uns ein.“

Parkett weiter im Aufwind

Noch sind PET-Böden zwar deutlich teurer als Vinyl, aber Karsten Köhler sagt: „Diese Böden sind auch unverwüstlich, sie haben die höchste Abriebklasse für den gewerblichen Bereich, sind sogar zigarettenglutbeständig. Und sie sind im Gegensatz zum Parkett sehr pflegeleicht. Eine komfortable Alternative.“ Gleichwohl gehe der Haupttrend dennoch auf natürliche Materialien – deshalb seien Parkettböden derzeit wieder stark gefragt. „Darauf haben wir reagiert. Der Laminatbereich wurde etwas verkleinert, der Parkettbereich stark ausgebaut. Wir haben die Produkte nach Farben und Gruppen geordnet, sodass sich unsere Kunden gut zurechtfinden können.“

In der Ausstellung sind Flächen mit verschiedenen Varianten belegt worden – hier Fischgrätmuster, dort Schiffsboden, hier die Landhausdiele, dort das Topprodukt mit Überlänge (vier Meter-Dielen) in verschiedenen Breiten. Und einem Quadratmeterpreis von fast 200 Euro. Karsten Köhler: „Das ist unser Spitzenprodukt im Serienparkettbereich, das nur noch durch Manufakturware übertroffen wird. Dort kann ich das Parkett individuell anfertigen lassen. Auch das bieten wir hier an.“

Dass Manufakturware eine Gold-Kennzeichnung trägt, liegt auf der Hand. Und damit zu einer weiteren Neuerung, die derzeit in allen bauwelt-Filialen und allen Produktgruppen umgesetzt wird: Die bauwelt hebt sich in ihrem Angebot vom klassischen Baumarkt ab. Die angebotenen Baustoffe und -elemente erfüllen Profiansprüche und stehen für hohe Qualität. Deshalb ist auch von Premiumausstellungen die Rede. Doch selbst dort gibt es die eingangs erwähnten Preisunterschiede.

Gold, Silber und Bronze

Aus diesem Grund werden alle Produkte in drei Klassen eingeteilt und mit Aufklebern ausgestattet: Premium, Premium Plus und Premium Pro – entsprechend Bronze, Silber und Gold. Karsten Köhler: „Wenn ein Bauträger seinem Kunden sagt, er könne sich Fliesen in der Preisgruppe um 50 Euro pro Quadratmeter aussuchen, dann können wir auf das Segment Premium Plus verweisen und ihm die Suche erleichtern. Wir denken, dass dies eine gute Orientierung bietet.“ Ein wahres Wort, gelassen ausgesprochen, denn allein bei den Bodenbelägen steht der bauwelt-Kunde vor 450 verschiedenen Bodenmustern.

Köhler betont jedoch, dass in einem Marktbereich mit so vielen Produkten eines unerlässlich ist: qualitativ hochwertige Beratung. „Wir haben vier Fachberater, die sich wirklich auskennen. Das ist unser großes Plus.“ Und wer „begreifen“ will, um was es geht, der findet riesige Auswahl an Mustern. Ein Tipp: Der direkte haptische Vergleich von Parkett, Laminat, Vinyl und PET-Boden dürfte durchaus für Aha-Erlebnisse sorgen. Ebenso wie der Gang durch die Ausstellung, denn zur Trittschall-Demonstration wurden Böden teils verklebt, teils schwimmend verlegt. Wie sich das akustisch auswirkt, ist auf jeden Fall hörenswert und möglicherweise kaufentscheidend . . . wb

>> Web: www.bauwelt.eu