Die Alternative

Rainer Kalbe (Hartmann Haustechnik) über den Einsatz von Brennstoffzellen im Eigenheim

Rainer Kalbe erläutert, unter welchen Umständen die Brennstoffzellentechnologie für den Hausgebrauch sinnvoll ist.

Die Technik ist keineswegs eine Neuerfindung, sondern kann eher als bewährt bezeichnet werden: Brennstoffzellen wurden bereits im 19. Jahrhundert genutzt. Ihre Anwendung wurde seitdem in vielen Bereichen getestet, ein Durchbruch beispielsweise in der Automobilindustrie ist jedoch bis heute nicht wirklich gelungen. Anders verhält es sich beim Einsatz im Haus, wie Rainer Kalbe, geschäftsführender Gesellschafter der Hartmann Haustechnik GmbH, sagt. Mittlerweile sind Geräte von namhaften Herstellern auf dem Markt, die kompakt und so innovativ sind, dass die Anschaffung nicht nur bezahlbar wird, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll sein kann.

Kalbe: „Die Brennstoffzelle produziert Strom und Wärme. Wer auf diese Technik setzen möchte, muss also Wärmebedarf haben. Den Strom einzuspeisen, ist die eine Sache, aber auch die Wärme muss genutzt werden – sonst ist der Betrieb unwirtschaftlich. Die erste Frage lautet also: Wohin mit der Wärme?“ Die mittlerweile handelsüblichen Geräte werden mit Erdgas betrieben. Durch Elektrolyse wird aus Wasserstoff und Sauerstoff am Ende Strom erzeugt. Die maximale Leistung beziffert Kalbe auf 700 bis 750 Watt. Wirtschaftlich wird die Brennstoffzelle, weil der selbsterzeugte Strom den Kauf von Strom aus dem Netz reduziert. Die Kosten für das Gas als Primärenergie liegen deutlich darunter. Kalbe: „Bei 6500 Betriebsstunden pro Jahr spart die Brennstoffzelle etwa 800 Euro ein.“

Damit sind zwei wesentliche Punkte benannt, die zu den Vorüberlegungen gehören. Zum einen: Die Brennstoffzelle sollte möglichst Tag und Nacht in Betrieb sein. Zum anderen: Der erzeugte Strom muss möglichst selbst verbraucht werden, nur so entsteht der Spareffekt. Die Brennstoffzellentechnologie ist demzufolge eine Überlegung wert, wenn es um ein Objekt geht, in dem entsprechende Stromverbraucher vorhanden sind, die den permanenten Eigenverbrauch gewährleisten.