Heizung

Er sorgt mit seinen AGUA­SAVE und AGUA­CLEAN - Modulen für sauberes Heizungswasser und eine längere Lebensdauer von Kesseln, Pumpen, Wärmetauschern und Brennwertthermen: der Hittfelder Unternehmer Hans- Peter Jungmann. Foto: Wolfgang Becker

AGUASAVE und AGUACLEAN: Hittfelder Unternehmen AFS Solutions entwickelt und baut Module für die Wasseraufbereitung in Heizkreisläufen Gespräch mit Hans-Peter Jungmann.

Wer jemals eine Heizung entlüftet oder einen Heizkörper demontiert hat, der kennt das „schwarze Wasser“. Das Wasser in vielen Heizkreisläufen ist eine schwarze Brühe, die sich mit den Jahren gebildet hat. Die Färbung entsteht durch Oxidationsprozesse erst während des Betriebs der Heizungsanlage, denn gewöhnlich werden die Heizungsrohre und die Kessel mit klarem Leitungswasser gefüllt. Im Leitungswasser sind zahlreiche Mineralien und Salze vorhanden: unter anderem Chloride, Sulfate, Phosphate und Nitrate, aber auch Eisen. Durch die zugeführte Wärme wird das natürliche Gleichgewicht im Wasser gestört und es beginnt ein schleichender Prozess, der zur Bildung von Korrosionen, Ablagerungen und Verschlammungen führt – darunter auch Magnetit, mehrfach oxidiertes Eisen. Was diese Stoffe in modernen Heizungsanlagen anrichten können, darüber weiß Hans-Peter Jungmann bestens Bescheid. Der Unternehmer hat in Hittfeld mit der AFS Solutions GmbH eine Firma aufgebaut, die Geräte entwickelt und baut, die sowohl neue Heizungsanlagen schützen als auch bestehende Anlagen reinigen können und somit einen energieeffizienten Betrieb ermöglichen.

Vorsicht, schwarzes Wasser!
Jungmann befasst sich seit mehr als 30 Jahren mit dem Thema Wasseraufbereitung und Filtration – unter anderem für Industriekunden. Was dort bei vielen Prozessen gang und gäbe ist, wird jetzt auch im Privathaushalt zunehmend ein Thema. Der Unternehmer: „Dazu müssen wir uns nur die Heiztechnik von vor 30 Jahren und die heute üblichen Brennwertthermen anschauen. Die Geräte sind immer kleiner und komplexer geworden, und deutlich effektiver. Wenn früher schwarzes Wasser durch den Kessel lief, machte das nichts aus. Heute sind in den Geräten feinste Regel- und Thermostatventile, Düsen und Kanäle sowie Hocheffizienzpumpen vorhanden. Durch Korrosionsprodukte, Ablagerungen und Magnetit werden die Materialien angegriffen und die Bauteile setzen sich schnell zu oder werden beschädigt, fallen aus oder müssen viel früher erneuert werden. Das war der Auslöser für die Entwicklung der Module AGUASAVE und 
AGUACLEAN.“
In seinem professionellen „AFS Heizungswasser- Handbuch“ zeigt Jungmann einige Fotobeispiele aus der Praxis, die eindrucksvoll belegen, was Korrosionen, oxidierte Bestandteile und mit bakteriellen Kolonien belastetes Wasser, aber auch Ablagerungen im Heizkreislauf anrichten können. Dabei steckt die Ursache wie so häufig im Detail, erläutert Jungmann: „Im Heizungsbau werden neben unzähligen anderen Materialien nach wie vor auch Stahlrohre und -ventile verwendet. Ist eine Anlage montiert, macht der Installateur eine Druckprobe. Dazu nimmt er gern Leitungswasser, denn Druckluft ist teuer. Also bleiben Reste im Rohr zurück und die Oxidation beginnt bereits, bevor die Anlage überhaupt in Betrieb genommen wurde. Wird der Heizungskreislauf jetzt auch noch mit nicht aufbereitetem Leitungswasser gefüllt, finden schon beim ersten Einschalten der Kesselanlage Ausfällungen und Ablagerungen im Kessel statt. Im Anschluss sammeln sich viele verschiedene Reaktionsprodukte in Pumpen und Wärmetauschern, die die Funktion des gesamten Systems beeinträchtigen und im Endeffekt zu Schäden und hohen Energieverlusten führen. Auch Bakterien können sich schnell ausbreiten, weil heutzutage mit niedrigen Vorlauftemperaturen gearbeitet wird. So kann die Heizungsanlage schlimmstenfalls zum Brutreaktor werden – bis hin zu regelrecht verschleimten Rohrleitungen. Jungmann: „Das wäre dann der Super-GAU.“

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Thema für Hauseigentümer
und Wohnungsgesellschaften
Auf der technischen Seite lässt sich das Problem schnell, effektiv und für den Nutzer sehr komfortabel beheben, das hat Jungmann mit seinen vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technik geförderten Entwicklungen eindrucksvoll und erfolgreich bewiesen. Die Praxis zeige jedoch, dass das Bewusstsein vieler Installationsbetriebe noch nicht so stark ausgeprägt ist. Jungmann: „Wer hat an dieser Technik ein wirklich berechtigtes Interesse? Der Hausbesitzer. Die Wohnungsbaugesellschaft. Der Immobilieneigentümer. Er kann dafür sorgen, dass Lebensdauer und Energieeffizienz der Heizanlage optimiert werden und die Therme, die Pumpe oder der Wärmetauscher nicht bereits kurze Zeit nach Beginn der Gewährleistung ihre Funktion versagen.“
Jungmann arbeitet mittlerweile mit dem Heizungshersteller Brötje zusammen, der die 
AGUASAVE-Technologie als Eigenmarke anbietet: „Hier wird bereits darüber nachgedacht, die Gewährleistungszeiträume eventuell auszuweiten, wenn das Heizungswasser aufbereitet und der Betrieb der Anlage dokumentiert ist.“
Das Modul AGUA­SAVE gibt es in drei Größen – für große Heizungsanlagen ab 110 Kilowatt Heizleistung, für den Bereich 20 bis 110 kW (Modell Kompakt) sowie für Ein- und Zweifamilienhäuser (Modell Home) bis 20 kW. Das Füll- und Ergänzungswasser wird in einem qualitätsüberwachten Prozess aufbereitet und mit einem Vollschutzprodukt behandelt. Außerdem bieten die beiden größeren Varianten über einen Drucksensor die vollautomatische Nachspeisung mit Wasser. Jungmann: „In Mehrfamilienhäusern besorgt das normalerweise die Druckhaltestation. Auf die kann mit dem Einsatz eines AGUASAVE-Moduls bei Neubauten verzichtet werden, was einer Einsparung von 1500 bis 2000 Euro entspricht.“