Was machen eigentlich „EcoCity“ und das „Neuländer Quarree“?

NYH-Gebäude müssen möglicherweise doch abgerissen werden – Warten auf fehlende Unterlagen.

Unklar ist bisher, wie es in der direkten Nachbarschaft des Brückenquartiers weitergehen wird. Auf der gegenüberliegenden Seite des Östlichen Bahnhofskanals haben Investoren eine große Fläche gekauft, um dort das „Neuländer Quarree“ zu bauen – ein auf mehr als 200 Millionen Euro kalkuliertes Großprojekt mit Hotels, Industriepark und Wohnen, das vor mehr als drei Jahren mit großem Bahnhof öffentlich vorgestellt wurde. Gebaut worden ist seitdem nichts.

Im April hatte das „Hamburger Abendblatt“ berichtet, dass die Phase des Stillstands nach drei Jahren nun vorbei sei und der Baubeginn unmittelbar bevorstehe. Die Informationen aus dem Bezirksamt widersprechen dem jedoch. Bezirksamtsleiter Thomas Völsch bestätigte B&P zwar, dass es einen Bauantrag der „Goldwert Gruppe“ vor allem für Wohnnutzungen gebe, doch bislang hätten die Investoren fehlende Unterlagen nicht vorgelegt. Dabei gehe es im Wesentlich darum, dass es auch eine gewerbliche Nutzung einzelner Bauabschnitte geben müsse. Völsch: „Diese Gewerberiegel dienen zugleich als Lärmschutz. Ohne sie ist Wohnbebauung gar nicht möglich.“

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Das zweite Nachbarschaftsprojekt, „Eco-City“ an der Nartenstraße/Neuländer Straße, ist laut Völsch einen kleinen Schritt weiter. Letzter Stand: In einem Abstimmungsgespräch auf Behördenebene hat die Gesundheitsbehörde demnach angekündigt, nach einer eventuellen Sanierung der zwar denkmalgeschützten, aber mit Nitrosaminen verseuchten Gebäude der ehemaligen New-York Hamburger Gummiwaaren Compagnie AG auf lange Sicht Messungen durchzuführen und die Nutzung bei anhaltenden Ausdünstungen des als krebserregend geltenden Stoffs gegebenenfalls zu untersagen.

„Eine klare Ansage“

Völsch: „Das ist ja mal eine klare Ansage. Dem Investor würde man im Gegenzug eine in Teilen intensivere Ausnutzung der Flächen zugestehen. Er hat nun Gelegenheit, das zu prüfen und in seine Planungen einzubeziehen. Für den Fall, dass er das ablehnt, gibt es Signale aus dem Denkmalschutzamt: Dann muss das Gebäude in letzter Konsequenz abgerissen werden.“

Der Denkmalschutz für die alten Produktionshallen hatte den Investor aus der Schweiz seit Beginn der Debatte beschäftigt. Der Backstein-Riegel entlang der Neuländer Straße und die alte Kammfabrik an der Nartenstraße gelten als schützenswerte Beispiele deutscher Industrie-Architektur. Die Kammfabrik war zwischenzeitlich schon eingerüstet und für die Sanierung vorbereitet worden, doch dann wurde das Gerüst wieder unverrichteter Dinge demontiert. Die alten Bauten sind heute in einem erbärmlichen Zustand – viele Scheiben sind eingeschlagen. Das Denkmal wird zusehends zur Ruine.