IP-Day an der Finkenau: Hamburg Innovation und HAW informieren über Norm, Standardisierung und Patente

Im Forum Finkenau der HAW: Dr. Atillâ Çoksezen (von links) stellte die Fragen, Amelie Leipprand, DIN-Projektmanagerin, Prof. Dr. Bernd Sankol (HAW) sowie die Anwälte Werner Jansen (Urheber- und Medienrecht) und Dr. André Guder (Patente) antworteten. Foto: Wolfgang Becker

Erfinder – das klingt ein bisschen nach Abenteuer, Forschergeist und Weltrettung. Kaum ein Mensch, der nicht einmal etwas Sinnvolles erfinden möchte. Und zwar möglichst etwas Großartiges, das der Menschheit dient, zumindest aber das Leben ein bisschen leichter macht. Wer sich beruflich mit Erfindungen befasst, weiß, dass dies eher ein Griff in die Romantik-Schublade ist. Gerade in industriellen Bereichen wie Maschinenbau, Ingenieurwesen, Pharma, Chemie und immer stärker auch in der IT wimmelt es nur so von neuen Entwicklungen, die gut und gern den Namen Erfindung verdienen. Aus der Werbung wissen wir: Im Zweifel haben’s immer die Schweizer erfunden. Tatsächlich aber ist die Erfindung an sich der Auslöser einer weiterführenden Überlegung, die in einer wichtigen Frage mündet: Wie schütze ich meine Erfindung, wie sichere ich mich ab? Das war das Thema des IP-Days, zu dem die Patentverwertungsagentur (PVA) der Hamburger Hochschulen gemeinsam mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) ins Forum Finkenau eingeladen hatte. Hauptbotschaft: Secure your ideas – Schütze deine Ideen.

IP steht für intellectual property. Der IP-Day ist also der Tag des geistigen Eigentums, der im kommenden Frühjahr in Harburg stattfinden soll, wie Dr. Markus Kähler, Leiter der PVA, die bei der Tutech Innovation/ Hamburg Innovation in Harburg angesiedelt ist (https://www.business-people-magazin.de/business/darum-ist-patentschutz-wichtig-22968/), im Gespräch mit B&P ankündigte. Dr. Atillâ Çoksezen, Mitarbeiter von Kähler, moderierte eine Podiumsdiskussion mit Experten, die zuvor Impulsvorträge zu den Themen „Urheberrecht zum Schutz von Software“, „Patente zum Schutz von technischen Erfindungen“, „Normung und Standardisierung“ sowie „Erfinderberatung und IP-Management“ gehalten hatten.

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Aus den Themen geht hervor: Es gibt unterschiedliche, manchmal auch mehrere Wege, um das geistige Eigentum von Erfindungen abzusichern. Die Diskussion entwickelte sich zu einem Abwägen der Vor- und Nachteile von Norm, Standardisierung und Patent. Schnell wurde deutlich, dass junge Entwickler und Firmengründer unbedingt fachkundigen Rat brauchen, wenn sie nicht Gefahr laufen wollen, um den Lohn ihrer Erfindung gebracht zu werden. Viel zu tun also für die Experten der PVA im Harburger Binnenhafen.

Dass die Vertreter des DIN Deutsches Institut für Normung e.V. dabei anders argumentieren als die Vertreter der Patentverwertungsagenturen, liegt auf der Hand. Beide Wege schließen sich aber nicht aus, wie Çoksezen resümierte. Ein wichtiger Unterschied: Wer seine Erfindung als Standard verbreiten möchte, muss sich mit Vertretern der gesamten Branche auf ein gemeinsames Vorgehen einigen, dabei aber lediglich das Ergebnis beschreiben, nicht die Methode, wie es erreicht wird. Wer ein Patent anmelden möchte, kann dies als Erfinder alleine machen, muss aber sehr genau erklären, wie etwas funktioniert, sich also in die Karten schauen lassen – denn der Sinn eines Patentes ist letztlich die Weitergabe des Wissens zum Nutzen der Gesellschaft.

Im Gegenzug für diese Offenlegung erhält der Erfinder einen zeitlich befristeten Schutz auf sein geistiges Eigentum und die Chance, dieses beispielsweise in Form von Lizenzgebühren zu kommerzialisieren. Im Falle von Erfindungen aus der Forschungstätigkeit an Hochschulen geht es immer individuell um den Einzelfall mit allen seinen Facetten, wie Amelie Leipprand, Maschinenbauerin und Projektmanagerin bei DIN e.V., auf sehr erfrischende Weise veranschaulichte. Sie war extra aus Berlin angereist, um einen Beitrag zum Thema Normung und Standardisierung zu liefern. wb

Web: www.tutech.de