„Travel Park“: Raststätte in Modulbauweise

So sollen die Raststätten von „Travel Park“ einmal aussehen. Mittlerweile hat Markus Simon ein Modul-Konzept entwickelt, um die Standorte individuell ausstatten zu können.

Der Buxtehuder Entwickler Markus Simon plant mit Blick auf die steigende E-Mobilität das Projekt „Travel Park“

Manchmal brauchen visionäre Ideen einfach Zeit: Als Markus Simon, Inhaber der Simon ImmobilienProjekte GmbH in Buxtehude, vor einem Jahr im Wirtschaftsmagazin Business & People sein „Travel Park“-Konzept vorstellte, schien das passende Grundstück für die Autobahnraststätte der Zukunft gefunden. Doch dann platzte der Verkauf, und die Suche begann von vorn. Projektentwickler sind Verzögerungen dieser Art allerdings gewohnt und von Haus aus geduldig. Simon nutzte die Zeit, um die zukunftsweisende Idee weiter auszuarbeiten und hat nun ein Baukastensystem entwickelt – so können Raststätten individuell an das jeweilige Verkehrsaufkommen am Standort angepasst werden. Zurzeit stehen zwei weitere Ausschreibungen von Flächen an, auf denen Autohöfe beziehungsweise Raststätten an Autobahnen gebaut werden sollen – eine davon an der A7/A21 in Hammoor/Kreis Stormarn.

Anzeige

Simon: „Unser Konzept steht. Allerdings ist der Bau eines Autohofes ein sehr komplexes Thema. Die Fläche muss stimmen, das Baurecht vorhanden sein. Wir brauchen Betreiber für Tankstelle, Hotel und Gastronomie sowie weitere Mieter für Shops. Das ist wie ein Riesen-Puzzle, das zusammengefügt werden muss.“ Die meisten dieser Punkte hatte Simon beispielsweise für ein Projekt in Görlitz, nahe der polnischen Grenze, bereits abgehakt, doch dann winkte der potenzielle Tankstellenbetreiber ab: „In Polen ist der Liter Benzin 12 bis 15 Cent billiger, da fahren die Leute kurz über die Grenze, um dort zu tanken. Das war es dann“, berichtet der Buxtehuder.

Markus Simon bleibt dennoch an dem Thema dran, denn das Konzept ist aus seiner Sicht einfach überzeugend. Die Idee: Im Zuge der zunehmenden Elektromobilität werden Reisende öfter Stops einlegen müssen, um ihre Fahrzeuge zu laden. Dieser Vorgang dauert in der Regel länger als das konventionelle Tanken. Simon: „Die Grundfrage lautet: Was mache ich, wenn mein Auto lädt? Warten ist lästig, und deshalb wollen wir den Stop zu einem Erlebnis werden lassen. Unsere ‚Travel Park‘-Raststätte bietet Aufenthaltsqualität und erfüllt Ansprüche an die Ökologie. In der Mitte unter dem freistehenden Dach ist ein Ruhebereich angelegt. Kinder finden Spielmöglichkeiten. Je nach Standort können verschiedene vorgerüstete Module eingefügt werden – zum Beispiel Büroboxen für verkehrstechnisch günstig gelegene Meetings von Geschäftsleuten. Es soll Shops mit regionalen Produkten geben, natürlich eine gute Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten für Fernreisende.“

Simons Rechnung ist einfach: „Je stärker sich die Elektromobilität durchsetzt, desto mehr freie Zeit fällt in Summe auf den Raststätten an den Autobahnen an. Und die sollte möglichst komfortabel genutzt werden.“ Die Kommunen und Wirtschaftsförderer reagieren durchweg sehr positiv, sagt der Projektentwickler. Am Ende geben aber die Nutzer den Ausschlag – sie müssen gefunden werden. Simon: „Ich habe auch interessierte Hotelbetreiber gesprochen, aber die wollen meistens gleich mehrere Standorte. Für uns ist wichtig, dass wir jetzt die erste ‚Travel Park‘-Raststätte bauen.“ Investitionssumme: etwa 20 Millionen Euro.

Ganz oben auf der Agenda steht das Thema Nachhaltigkeit. Die Dächer sollen mit Photovoltaik-Anlagen bestückt werden. Die Parkplätze sollen so vorgerüstet werden, dass der Ausbau der Elektroladestruktur jederzeit möglich ist. Markus Simon, der das Vorhaben gemeinsam mit Björn Münchow von der Primus Capital GmbH vorantreibt, sagt: „Grün denken – das ist unser Prinzip.“ wb

Web: http://www.sip-immo.de/