„Was für eine enorme Verantwortung!“

Tesmer-Geschäftsführer Klaus-Günther Mohrmann führt Praktikantin Theresa Wanner durch den Buxtehuder Betrieb. Auch die neue Reifenhalle wird vorgestellt.Tesmer-Geschäftsführer Klaus-Günther Mohrmann führt Praktikantin Theresa Wanner durch den Buxtehuder Betrieb. Auch die neue Reifenhalle wird vorgestellt.

An der Seite von Klaus-Günther Mohrmann: BBS-Schülerin begleitet Chef vom Autohaus Hans Tesmer – und ist tief beeindruckt

Mittwochmorgen im Autohaus Hans Tesmer in Buxtehude: „Ich möchte Ihnen Theresa Wanner vorstellen. Sie ist Schülerin an der BBS Buchholz und macht bei uns ein zweitägiges Chefpraktikum. Sie möchte wissen, was ich hier den lieben langen Tag tue“, sagt Klaus-Günther Mohrmann zu den drei Damen, die am Empfangstresen sitzen. „Das möchten wir auch gern wissen“, lautet die prompte Replik. Theresas Augen weiten sich. Mohrmann ist der Boss. Geschäftsführer der Hans Tesmer AG & Co.KG., Chef von mehr als 400 Mitarbeitern. Er ist nicht nur hier in Buxtehude Herr im Haus, sondern auch verantwortlich für ein halbes Dutzend weiterer Tesmer-Standorte: Winsen, Buchholz, Stade, Hemmoor, Sittensen und Zeven. Wie wird er auf den frechen Spruch seiner Angestellten reagieren?

Klaus-Günther Mohrmann lacht. Zwinkert den Empfangsdamen zu. Theresa entspannt sich. Hier scheint es lockerer zuzugehen als vermutet. Sie kann nicht einschätzen, was auf sie zukommt. Hatte deshalb angefragt, wie sie sich kleiden solle. Klaus-Günther Mohrmann wunderte das. „Glaubten Sie, Sie müssten in der Werkstatt in die Grube steigen?“ Theresa hatte eher an ein Kostüm gedacht. Eben etwas Repräsentatives, Formelles. „Ach, du meine Güte!“ Der Chef trägt am liebsten Rolli zum Sakko.

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Klaus-Günther Mohrmann wollte ursprünglich Lehrer werden. Studierte Germanistik, Soziologie, Geschichte und Pädagogik, wurde nach dem zweiten Staatsexamen aber lieber Autoverkäufer bei Daimler. Seit drei Jahrzehnten ist er nun schon Geschäftsführer und heilfroh, nicht unterrichten zu müssen. Aber junge Menschen sind ihm ein Anliegen. Deshalb stellt er sich für das Chefpraktikum zur Verfügung, zum zweiten Mal schon.

Die Entmystifizierung der Chefposition

Er möchte zur Entmystifizierung der Chefposition beitragen. „Viele Leute denken, der Boss sitzt auf seinem Thron und lässt die Untergebenen für sich springen. Das ist Blödsinn. Ich mache meinen Job wie alle anderen hier auch“, sagt Mohrmann. Um der Praktikantin zu zeigen, wie sein Alltag aussieht, nimmt er sich viel Zeit. Führt sie persönlich durch die verschiedenen Betriebe. Und beeindruckt Theresa damit, dass er die Namen jedes einzelnen Mitarbeiters und oft sogar das familiäre Umfeld kennt. Dass er detailliert um die Aufgaben und die Herausforderungen der jeweiligen Tätigkeit im Betrieb weiß.

Die junge Frau sieht und hört: Ein Chef wie Mohrmann hat Respekt vor der Leistung seiner Leute. Er weiß sie zu schätzen, und das lässt er sie spüren. Theresa, die in der Schule das Profil Psychologie und Pädagogik gewählt hat, wird klar: Diese Art des Umgangs sorgt nicht nur für Wohlgefühl am Arbeitsplatz. Die Begegnung auf Augenhöhe schafft Vertrauen und – wichtiger noch – Selbstvertrauen. Es ermutigt die Mitarbeiter zum selbstständigen Arbeiten. Motiviert sie zu vollem Einsatz. Zum Wohl des Unternehmens.

Als Mohrmann seiner Praktikantin Bewerbungen für die Ausbildung zum Mechatroniker zu lesen gibt und sie nach ihrer Meinung zu den Kandidaten fragt, zögert die Zwölftklässlerin nicht, ihre Einschätzung frei zu äußern und mit dem Geschäftsführer zu diskutieren. Theresa bekommt Einblick ins Thema Arbeitsschutz, darf den Telefonaten der Marketingexpertin lauschen, einen Außendienstler zu einem Kundenbesuch begleiten und an einer Verkäufer-Besprechung teilnehmen. Ihr Fazit nach zwei intensiven und abwechslungsreichen Praktikumstagen lautet: „Hat Spaß gemacht. Ich habe viele Eindrücke gewonnen, das positive Klima genossen und mich rundum wohlgefühlt.“ Und sie hat womöglich noch mehr Respekt vor einem Chef als zuvor. „Der trägt eine enorme Verantwortung.“

www.mercedes-benz-hans-tesmer.de