Mobilität mit Plan

TUHH Gastgeberin der 7. Deutschen Konferenz für Mobilitätsmanagement

Stadt, Stau, Stress: Pendeln beansprucht immer mehr Lebenszeit, Umweltressourcen, Verkehrsraum und Nerven – im Stau oder in vollen Bussen und Bahnen. Wie lässt sich das tägliche Hin und Her vermeiden, verlagern und verträglicher gestalten? Ideen und Konzepte sind bei der zweitägigen Konferenz für Mobilitätsmanagement (DECOMM) an der Technischen Universität Hamburg (TUHH) vorgestellt worden. Veranstalter war die Deutsche Plattform für Mobilitätsmanagement e.V. in Zusammenarbeit mit der Metropolregion Hamburg und der TUHH. Rund 200 Fachleute aus der gesamten Republik reisten in die Hansestadt, um sich bei Vorträgen, Diskussionen und Workshops über das Mobilitätsmanagement von Rad- und Schülerverkehren, Pendlern und Betrieben zu informieren und auszutauschen. Ein Grundlagenthema zur Entwicklung von urbanen Räumen insbesondere in einer Metropolregion wie Hamburg.

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Ziel des Mobilitätsmanagements ist umweltfreundliches Verkehrsverhalten jedes Einzelnen. Deshalb sei es wichtig, bei den vielen Akteuren der Mobilität Überzeugungsarbeit zu leisten, erklärt Prof. Dr. Ing. Carsten Gertz vom Institut für Verkehrsplanung und Logistik der TUHH. Auf die Nutzung von Pkw sollte so oft wie möglich verzichtet werden. „Freiräume schaffen – wie viele Autos sind genug?“ lautete der Titel von Gertz Eröffnungsvortrag.

Das von der TUHH in Zusammenarbeit mit allen Landkreisen und kreisfreien Städten der Metropolregion Hamburg entwickelte „Erreichbarkeitsportal“ liefert eine transparente Darstellung der Qualitäten verschiedenartiger Verkehrsverbindungen. Als online-basiertes Planungswerkzeug ermöglicht die Plattform Fachleuten aus Politik, Planung oder Wirtschaft direkten Zugang zu umfassenden Erreichbarkeitsanalysen verschiedenster Standorte. „Das Portal ist ein Türöffner in vielen Gesprächen. Insbesondere in der Diskussion mit Politikern fehlten bisher oft Bilder zur Veranschaulichung der aktuellen Verhältnisse“, sagt Charlotte Pusch, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Verkehrsplanung und Logistik. Auch Bürger können das vor einem Jahr frei geschaltete Portal zur Information und Planung nutzen. Wo finde ich in meiner Region Schulen, Kitas, Krankenhäusern, Einkaufzentren oder Kinos und wie lang ist der Weg dorthin? http://geoportal.metropolregion.hamburg.de/mrh_erreichbarkeitsanalysen/ zeigt Verteilung und Erreichbarkeit von Einrichtungen des täglichen Bedarfs.

Interessante Erkenntnisse bietet auch der Wohn- und Mobilitätskostenrechner WoMo, entwickelt vom Hamburger Verkehrsverbund HVV, von der Metropolregion Hamburg und weiteren Partnern. www.womorechner.de/app ist eine Hilfestellung für jene, die ihr Mobilitäts- und Pendelverhalten überdenken und dorthin ziehen wollen, wo sie ihre Ziele besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen können. Im Umland sind die Mieten zwar geringer, aber die Mobilitätskosten hoch. In der City ist es gerade umgekehrt. WoMo liefert präzise Summen zu konkreten Standorten. Wer die Adresse seines Arbeitsplatzes eingibt, kann potenzielle Wohnorte miteinander vergleichen, Zeitaufwand und CO²-Ausstoß ermitteln. mab

>> Web: www.depomm.de