Azubimangel gefährdet Zukunft der Unternehmen

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AGA Unternehmensverband sorgt sich um fehlenden Nachwuchs

In Hamburg wird es für die Unternehmen immer schwieriger, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Das ergab eine Umfrage des AGA Unternehmensverbandes unter seinen 3500 Mitgliedern. Danach konnte fast jeder dritte Hamburger Betrieb seine Ausbildungsplätze zum 1. August 2019 nicht passgenau besetzen. 28 Prozent der Unternehmen haben jetzt noch freie Ausbildungsplätze.

„Fehlender Nachwuchs wird immer mehr zu einem Strukturproblem und kann sich auf Sicht zu einer Wachstumsbremse entwickeln“,

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sagte der AGA-Hauptgeschäftsführer Volker Tschirch bei der Vorstellung der Umfrage in Hamburg.

„Wir sprechen über beliebte Ausbildungen und attraktive Unternehmen. Am mangelnden Willen der Betriebe kann es zudem auch nicht liegen, denn neun von zehn Unternehmen aus dem Groß- und Außenhandel sowie den unternehmensnahen Dienstleistungen in Hamburg bilden aus. Und 20 Prozent der befragten Unternehmen haben ihre Ausbildungsplatzstellen im Vergleich zum Vorjahr sogar erhöht.“

Besonders viele freie Stellen in Hamburg gibt es laut der Umfrage im Bereich der Lagerlogistik, der IT sowie bei den Kaufleuten im Groß- und Außenhandel.

Wie die Umfrage weiter zeigt, gibt es unterschiedliche Gründe, warum so viele Betriebe ihre Ausbildungsstellen nicht besetzen konnten: In den meisten Fällen konnten die Unternehmen trotz intensiver Suche keine geeigneten Kandidaten finden bzw. niemand hat sich auf die ausgeschriebenen Stellen beworben. Ein weiteres Problem: Häufig haben Auszubildende die Stelle erst gar nicht angetreten bzw. sofort wieder gekündigt.

„Hier zeigt sich, dass wir gerade einen Bewerbermarkt haben. Junge Menschen haben die Chance, gleich mehrere Ausbildungsverträge zu unterschreiben, was zur Folge hat, dass einige Unternehmen leer ausgehen“,

so Tschirch. Auch demografische Gründe führen zum aktuellen Bewerbermangel:

„Unsere Wirtschaftsstufe treffen die rückläufigen Zahlen der Schulabgänger und der gleichzeitige Trend zum Studium besonders hart. Hier muss gegengesteuert werden“,

fordert Volker Tschirch.

„Gerade der Groß- und Außenhandel bietet mehr als 40 interessante und abwechslungsreiche Ausbildungen an und starke Karrierechancen.“