„Ein kluger Chef zu sein, das ist eine große Aufgabe“

Foto. Wolfgang BeckerDirk Roßmann bei seinem Vortrag in Lüneburg. || Foto. Wolfgang Becker

Dirk Roßmann über sein Leben, seine Krisen und seine Erfolge

Das war ein Auftakt nach Maß: Für die Premiere ihrer neuen Veranstaltungsreihe „Volksbank im Dialog mit Unternehmern“ konnte die Volksbank Lüneburger Heide Dirk Roßmann gewinnen, den Gründer und Geschäftsführer der gleichnamigen Drogeriemarktkette. Er las aus seiner Autobiografie „…und dann bin ich auf einen Baum geklettert“ (Ariston-Verlag) und beantwortete anschließend ausführlich Fragen. Für die Volksbank, aber auch die rund 200 Gäste war es eine Premiere im doppelten Sinne, denn es handelte sich um die erste Veranstaltung im neu eröffneten Castanea Forum in Adendorf bei Lüneburg, wie Stefanie Salata, im Vorstand verantwortlich für die Individualkunden, mitteilte. Sie kündigte an, dass weitere Unternehmer-Dialoge geplant sind: „Wir wollen die Netzwerk-Bank sein.“

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Dirk Roßmann (72) nahm seine Zuhörer mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Geboren im September 1946 wuchs er in der direkten Nachkriegszeit auf und erinnerte an die verstörten, verunsicherten und depressiven Menschen in seinem Umfeld. Es habe der Kampf ums nackte Überleben geherrscht. Seine Eltern kamen aus „konträren geistigen Welten“ – die Mutter aus einer großbürgerlichen und wohlhabenden Kürschner-Familie in Hannover, der Vater aus kleinbürgerlichen Verhältnissen. Das Ehepaar betrieb eine kleine Drogerie. Roßmann:

„Das Geld war immer knapp, denn das Geschäft stand immer auf der Kippe. Wir hatten einen Warenbestand von 50 0000 Mark und Schulden bei der Bank in Höhe von 50 000 Mark. Es wurde jeder Pfennig mehrmals umgedreht.“

„Ich wollte Geld verdienen“

Die bescheidenen Verhältnisse, die Ängste vor dem Bankrott und das Bewusstsein für die Schuld der Deutschen an den rundum geschehenen Zerstörungen formten die Jungen. Roßmann:

„Schon als Halbwüchsiger hatte ich deshalb klare Ziele: Ich wollte Geld verdienen, um unabhängig zu sein; und ich wollte auf jeden Fall selbstständig  sein, um mich niemandem unterordnen zu müssen. Ja, ich wollte viel Geld verdienen, aber dabei ging es mir nicht um Luxus, sondern darum, frei von Ängsten zu sein.“

Mit 25 Jahren eröffnete Dirk Roßmann seinen ersten „Markt für Drogeriewaren“ und legte damit den Grundstein für sein expansives Handelsunternehmen.

10Das war der Beginn einer großen Unternehmerkarriere, die allerdings durch Fehlentscheidungen dazu führte, dass das „Roßmann-Imperium“ fast untergegangen wäre. Dirk Roßmann stürzte tief – und kam wieder hoch. Die ganze Geschichte lesen Sie ab 28. Juni in Business & People (Print-Ausgabe und online).