Masterplan Handwerk 2020

Fortschreibung der Erfolgsgeschichte.

Der Masterplan Handwerk 2020 wird fortgeschrieben. Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher, Wirtschaftssenator Michael Westhagemann und Handwerkskammerpräsident Josef Katzer haben im Rathaus eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Akzente setzt die diesjährige Fortschreibung bei drei Themen: die Deckung des Fachkräftebedarfs, das Gewerbeflächenangebot und die Digitalisierung. Bürgermeister Peter Tschentscher erklärt:

„Das Handwerk ist mit seinen über 15.000 Betrieben und rund 120.000 Beschäftigten eine tragende Säule der Hamburger Wirtschaft. Im „Masterplan Handwerk 2020“ haben wir uns auf konkrete Maßnahmen verständigt, um die Herausforderungen der Zeit zu bewältigen. Hamburg bleibt ein attraktiver Standort für Handwerksbetriebe. Von großer Bedeutung ist ein Flächenmanagement, das den Bedarfen von Betrieben gerecht wird. Deshalb werden handwerksspezifische Kriterien zukünftig gezielt berücksichtigt, wenn neue Flächen ausgewiesen werden.“

Zur Fachkräftesicherung werden jetzt noch deutlicher als bisher neue Zielgruppen angesprochen. Dazu zählen Studienaussteiger/innen und Studienzweifler/innen, die über das Beratungsnetzwerk „shift“ unterstützt werden. Dieses Projekt wird um weitere zwei Jahre verlängert. Auch Geflüchtete zählen zu den Zielgruppen. Hier haben nun die Partner des Handwerks gemeinsam mit Senat, Arbeitsagentur und Jobcenter team.arbeit.hamburg ihre Erfahrungen im neuen Modell „Hin zum Handwerk“ gebündelt. Neu entstehen soll außerdem ein „Fachkräftebüro“, das die kleineren und mittleren Betriebe des Handwerks ab 2020 dabei unterstützt, Fachkräfte auch aus dem europäischen Ausland anzuwerben.

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Dazu erklärte Präsident Josef Katzer von der Handwerkskammer Hamburg:

„Es reicht nicht mehr, geeignete Fachkräfte nur in Hamburg oder Deutschland zu suchen. Im gewerblich-technischen Bereich wird Personal längst auch europaweit rekrutiert. Betrieben des handwerklichen Mittelstands fehlen dafür die Ressourcen. Wir müssen aber die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland verstärken – auch und gerade für den Mittelstand.“ Mit Blick auf die technische Weiterentwicklung im Baugewerbe kündigte er ein Pilotprojekt für „Building Information Modeling“ (BIM) an, den Standard der Zukunft für Planung, Bau und Unterhaltung von Gebäuden. Ziel des Projektes ist, eine Struktur zu entwickeln, mit der das Handwerk bei BIM systematisch einbezogen wird. Katzer betonte: „Die Bedeutung des Masterplans für die Zukunft des Hamburger Handwerks und für die gesamte Stadt kann man gar nicht hoch genug einschätzen.“

Auf dem Gebiet der Digitalisierung halten Senat und Handwerkskammer zwei Angebote bereit, die sich ergänzen. Über das Projekt „Mittelstand 4.0 – Kompetenzzentrum Hamburg“, dessen Verlängerung ab Herbst 2019 vorgesehen ist, unterstützt die Kammer den digitalen Transfer in den Betrieben. Weil die betriebliche Umsetzung in der Regel in kleineren Einzelschritten erfolgt, hat der Senat nun sein Innovationsförderungsprogramm an die spezifischen Bedarfe im Handwerk angepasst.

 

Senator Michael Westhagemann, Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, sagte:

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„Die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche und die damit verbundene Vernetzung von Geschäftsprozessen hin zum „Internet der Dinge“ werden innerhalb weniger Jahre einen Großteil der heutigen Wertschöpfungsprozesse verändern. Das gilt auch für das Handwerk in Hamburg. Sich hier auszuklinken ist keine Option. Denn diejenigen, die glauben, hier nicht teilnehmen zu müssen, werden in der Zukunft abgehängt. Hamburg verfügt über gute strukturelle Voraussetzungen für ein Gelingen dieses Transformationsprozesses, denn die Spezialisierung auf wissensintensive Branchen, deren ausgeprägte Verflechtung und das hohe Qualifikationsniveau in Hamburg bilden eine gute Basis.“

Mit den drei Akzenten entfaltet nun auch die im November 2017 von Wirtschaftsbehörde und Kammer vorgestellte „Situations- und Potenzialanalyse Handwerk in Hamburg“ ihre strategische Wirkung für die Fortschreibung des „Masterplan Handwerk 2020“. Damit sind Senat und Kammer in eine neu fundierte Phase ihrer Handwerkspolitik eingetreten.

 

Hintergrundinformationen – Masterplan Handwerk 2020 – die acht Handlungsfelder

1. Fachkräftesicherung und Qualifizierung

2. Flächen für Handwerksbetriebe

3. Handwerksförderung und Innovation

4. Existenzgründung und Betriebsnachfolge

5. Öffentliche Vergabe und Stadt als Akteur in Geschäftsfeldern des Handwerks

6. Qualitätspolitik

7. Energie und Umwelt

8. Stadt als Partner im Rahmen der Imagekampagne des Handwerks

 

Maßgeblicher Erfolgsfaktor ist, dass die Strategien und Maßnahmen in den Handlungsfeldern jährlich evaluiert, an den aktuellen Bedarf angepasst und fortgeschrieben werden. Das ist bundesweit einmalig.

 

Beispiele aus der Fortschreibung 2018

•           Flächen

Es erweist sich als erfolgreich, mehrere Ansätze zugleich zu verfolgen: Neben der Neuausweisung von Flächen wächst die Zahl von innerstädtischen Gewerbehofprojekten zu handwerksverträglichen Konditionen, auch unter Beteiligung privater Investoren (s. Kapitel 2.2.2.). Parallel dazu wird die Handwerkskammer in die Flächenfragen bei Stadtentwicklungsgebieten einbezogen. (s. Kapitel 2.2.4)

•           Fachkräftesicherung

Für die Beratung von Studienaussteiger/innen und Studienzweifler/innen zu Alternativen wie einer dualen Ausbildung im Handwerk wird das Projekt „shift“ zum 1. Januar 2019 für zwei Jahre verlängert. Innerhalb eines knappen Jahres nahmen 50 Hochschüler über das Beratungsnetzwerk Kontakt zur Handwerkskammer auf. (s. Kapitel 1.2.3.)

Das Projekt „Hin zum Handwerk“ für die Kompetenzfeststellung, Qualifizierung und Beschäftigung von Flüchtlingen ist dieses Jahr mit großem Erfolg gestartet. Beim ersten Durchgang begannen von 61 Teilnehmern 29 eine Ausbildung, 7 gingen direkt in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, 9 Teilnehmer sind in handwerksnaher Qualifizierung. Im November begann der zweite Durchgang. (s. Kapitel 1.2.4.4.)

Über das Fachkräftenetzwerk der Stadt soll ein „Fachkräftebüro“ zur Anwerbung von Fachkräften aus Europa geschaffen werden. Dieses neue Dienstleistungsangebot soll ab 2020 kleine und mittlere Handwerksbetriebe dabei unterstützen, ihre Stellen international auszuschreiben und mit Fachkräften aus dem Ausland zu besetzen. (s. Kapitel 1.2.5.)

•           Digitalisierung und Innovation

In die neue Technologie „Building Information Modeling“ (BIM) zum Planen, Bauen und Betreiben von Gebäuden sollen die beteiligten Gewerke des Handwerks standardmäßig einbezogen werden. Dafür wird ein Pilotprojekt bei einem öffentlichen Auftraggeber geplant (s. Kapitel 3.2.8.)

Das gemeinsame „Mittelstand 4.0 – Kompetenzzentrum Hamburg“ unterstützt den digitalen Transfer in den Betrieben. Die Verlängerung des erfolgreichen Projekts ist ab Herbst 2019 vorgesehen (s. Kapitel 3.2.6).

Weil die Umsetzung betrieblicher Digitalisierungsvorhaben in der Regel in kleineren Einzelschritten erfolgt, hat der Senat nun sein Innovationsförderungsprogramm an die spezifischen Bedarfe im Handwerk angepasst (s. Kapitel 3.2.7.).

Weitere Informationen Masterplan Handwerk 2020: www.hamburg.de/bwvi